Soja/TOfuprodukte

  • Halo,


    Habt ihr erfahrung mit Sojaprodukte?


    Ich esse immer wieder gekochte sojaprodukte (Tufu von der Nachbarsproduktion, tempeh, sojayoghurt), passe dabei auf dass sie nicht hocherhitzt sind.

    Dabei habe ich dass Efühl dass sie mienen Eiweissanteil ausgleichen und ich verdaue sie recht gut.


    Wegen allergien (heuschnupfen und katzen) und auch weil ich lieber gegeignete rohkost eiweisse finden würde, versuche ich es mir nun abzugewöhnen soja zu essen.


    Habt ich vorschläge wie ich mich an tierische eiweisse gewöhnen könnte?

    Oder Vorschläge wie ich soja mit veganen rohkosteiweissquellen umtauschen könnte?

    Als hinweis; ich wohne in der nordhemisphere und möchte lokale produkte vorzeihen...


    Vielen Dank im vorraus.

    LG Omerga

  • Liebe Omerga,


    gerne meine persönlichen Erfahrungen dazu:


    Quote from Omerga

    Habt ihr erfahrung mit Sojaprodukte?

    Ja, aber leider nicht so besonders gute, weil ich offenbar eine versteckte, also verzögerte Allergie - in Form eben einer Kreuzallergie auf Soja habe. Als Birkenpollenallergikerin, die ansonsten kein Problem mit der Pollenzeit mehr seit der Rohkostumstellung hat, verursachte ein vor Jahren stark beworbenes Soja-Joghurt ca. 2 Tagen nach Verzehr Asthmaprobleme. Ich testete es nochmals. Dann ging ich zum Allergielabor, wo die eine Ärztin meinte, dass man ja immer "sofort" reagieren würde und sie mir das quasi nicht glauben wollte. Als aber das Ergebnis meines Blutbefundes dazu fertig war und ich bei ihrem (vermutlich erfahreneren) Kollegen war, bestätigte er mir, dass dies offenbar eine bekannte Kreuzallergie sei.

    Ich hatte dazu ein Video erstellt:

    https://studio.youtube.com/video/8Q0k8xJA9OM


    Und hierzu ergänzend die Stellungnahme vom deutschen BfR:

    https://www.bfr.bund.de/cm/343…_reaktionen_ausloesen.pdf


    Ein naher Verwandter von mir ist Gräserpollenallergiker, auch bei ihm stand bei seinem Befund, dass es auch mit Gräserpollen Kreuzallergien mit Soja gibt.


    Nun kippen wir nicht gleich um, aber etwas das man nicht so gut verträgt, meidet man eher. Soweit ich verstanden habe, geht der Körper in einen Toleranzzustand wenn er dauerhaft etwas bekommt, das ihm nicht so gut tut. Das geht so weit, dass man glatt süchtig darauf werden kann. Der Körper passt sich dann an ("maskiert", "süchtig"), bis er erschöpft ("Kater") ist und es zu Krankheitszuständen kommt ("Degeneration", chronisch) -> Siehe auch auf Seite 57 im "Das große Rohkost-Buch" oder wo du sonst etwas zur "Drei Stadien Theorie" nach Dr. Theron Randolph lesen kannst.


    Wie immer ist alles in der Wissenschaft noch in Diskussion (sonst gäbe es keine Forschung mehr), jedoch hatte ich bei meiner Umstellung zur Rohkost, bei der ich Milch wie auch Soja komplett wegließ, starke Erholungseffekte gemerkt. Und starke unangenehme Effekte, als ich dann nach Wochen oder Monaten wieder davon etwas aß. Sei es um einen Test zu machen oder weil ich glaubte, es "ginge" eh.

    Zwar wurde mein Zustand diesbezüglich mit längerer Rohkostpraxis immer stabiler, aber mein Körper zeigt mir schon eindeutig, wie er auf was reagiert. Und sei es auch mit 2 Tagen Verzögerung. Eiweiß kann ja eben auch etwas länger dauern, bis es verdaut ist und in der Blutbahn usw landet.


    Fermentiertes Soja macht wiederum weniger aus, das scheint gar kein Problem zu sein. Es gibt fermentierte Sojasaucen auch in "Rohkost-Qualität". Diese werden so genannt, wenn sie zuletzt nicht nochmal pasteurisiert sind, soweit ich erfahren habe. Für den Prozess vor dem Fermentieren, wird Soja aber auch dort erhitzt, um es für die Mikroorganismen "vorzubereiten" (meist in Kombi mit Kohlenhydraten aus Reis o.ä.).


    Ein Arzt empfahl mir einmal Isolat aus Soja, weil bei Isolaten meist eine bessere Verträglichkeit besteht (besser aufgeschlossen). Ein Hydrolisat ("wo das Eiweiß nicht mehr weiß woher es gekommen ist") habe ich von Soja allerdings noch nicht gesehen. In jedem Fall würde ich allerdings immer ein Isolat auch aus Soja bevorzugen, eben auch aus obengenannten Gründen.

    Ein Isolat und Hydrolisat hat üblicherweise auch weniger AGEs, da der Zucker darin entzogen ist (-> auch wegen Lagerung).


    Ja, damit hatte ich auch schon getestet und zumindest hat es gut funktioniert. Ist allerdings keine Rohkost und deshalb traue ich hier meinen Sinnen nicht so ganz. Besser sind da schon die fermentierten pflanzlichen Rohkostproteine aus anderen Pflanzen. Aus fermentierten Erbsen oder Reis oder ähnliches. Oder aus Trester, wie man es ganz grob auch sagen könnte. Es gibt hier viel am Markt, was du entdecken kannst.


    Quote from Omerga

    Wegen allergien (heuschnupfen und katzen) und auch weil ich lieber gegeignete rohkost eiweisse finden würde, versuche ich es mir nun abzugewöhnen soja zu essen.


    Das kann ich aus obigen Gründen sehr gut nachvollziehen.


    Quote from Omerga

    Habt ich vorschläge wie ich mich an tierische eiweisse gewöhnen könnte?

    Oder Vorschläge wie ich soja mit veganen rohkosteiweissquellen umtauschen könnte?

    Als hinweis; ich wohne in der nordhemisphere und möchte lokale produkte vorzeihen...


    An tierische Eiweiße gewöhnen?

    Naja, also ich hoffe, du zwingst dich zu nichts. Wenn du keines essen möchtest, gibt es inzwischen viele pflanzliche Eiweißquellen. Nur Rohkost Proteinpulver ist allerdings auch nicht das "Gelbe vom Ei", wenn nicht manches ergänzt wird in Form von Nahrungsmittelergänzungen kann es gut sein, dass dich dies oder anderes doch anzieht.

    Eine beliebte Variante ist daher, erhitzte Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, ..) zu ergänzen. Wohl für viele auch aus Kostengründen.


    Ich kann mich erinnern, als ich mit Rohkost anfing, da zeigten einige Rohis, die sehr gerne tierisches mit einbezogen, was sie so machten. Und sie rateten auch anderen dazu: Andörren.

    Meines war das nie so gewesen, aber es wurde gezeigt, wie Eidotter in der Eischale im Dörrgerät angetrocknet (und warm gemacht) wurde, auch wie verschiedenes wie Fisch oder Fleisch gedörrt wurde.

    Bevorzugt Wildquellen, jedenfalls nicht aus der Massentierhaltung. Bei den meisten auch eher als "Leckerbissen", eher selten karnivor (also eher selten hauptsächlich tierisches).

    Solche Quellen können allerdings auch sehr teuer sein, zumindest haben die Tiere dann wohl gut gelebt.

    Für mich ist gedörrtes Fleisch üblicherweise keine Delikatesse mehr, sondern wenn ich merke, dass mir etwas aus dieser Richtung fehlt und ich es im Kühlschrank auf Lager haben kann (meist vakuumverpackt).

    In meinem Buch habe ich ein Rezept zum Dörren hineingegeben, das ist für jene Menschen, die als ersten Schritt vom Natriumnitrit-Schinken auf gedörrten Schinken umsteigen wollen. Aus Sicherheitsgründen mit sehr hohem Salzgehalt, der bei Bedarf und Lebensmittelsicherheit auch weit niedriger sein kann.


    Ich selbst hatte Fleisch, wenn, frisch (abgehangen) gegessen. Seit ein paar Jahren komme ich allerdings kaum zum Bisonzüchter im Tal ganz hinten, ich habe mir nach 2016 kein Auto mehr zugelegt.


    Außerdem würde ich an deiner Stelle nur dann tierische Produkte aus dem Umfeld für Rohkost nehmen, wenn du ganz sicher bist, dass alles absolut hygienisch und einwandfrei ist. Falls du auf Milchprodukte schaust, ist das ganz besonders wichtig. Würde ich dir aber nur raten, wenn es wirklich super-toll für dich ist und dann auch eher fermentiert (Frischkäse oder so).


    Ich bevorzuge die pflanzlichen Proteine, sie nehmen den größten Eiweiß-Versorgungsanteil bei mir ein und ich kann sie auch am einfachsten besorgen und auf Lager halten. Allerdings: Nie zuviel kaufen, immer Zeitnah verbrauchen und immer riechen, weil auch diese können "sperren".

    Wenn zuerst etwas ungut schmeckt bei Proteinen ist es immer gut, nur ganz wenig zu probieren.

    Aber es kann sein, dass nach einem Testportiönchen mit ein paar Tagen abwarten (verdauen/verstoffwechseln und alles war gut), der Körper erfreut ist wenn du es wieder einmal riechst und probierst.


    Nordhemisphäre klingt dennoch immer noch nach einem großen Bereich. Aber wohl eher am Festland und nicht an einem Meer, oder?

  • Liebe Angelika,


    Vielen Dank für deine umfangreiche Antwort.


    Eine beliebte Variante ist daher, erhitzte Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen, ..) zu ergänzen.

    Wenn ich dies anfange, passiert es oft, dass ich gar nicht aufhören kann davon zu essen, merke kein stopp-Zeichen meines körpers, als ob ich den Geschmack verloren hätte... höre dann erst auf wenn der Bauch voll ist und die Verdauungszeit ist dementsprechend unangenehm und ermüdend.

    Am besten ist es noch, wenn ich eingeweichte Hülsenfrüchte püriere und fermentieren lasse, anschließend wasserdampfgekochte Bällchen oder Bratlinge davon esse.


    Falls du auf Milchprodukte schaust, ist das ganz besonders wichtig. Würde ich dir aber nur raten, wenn es wirklich super-toll für dich ist und dann auch eher fermentiert (Frischkäse oder so).

    Ich esse ab und zu Schafmilchjogurt, der ist thermisiert... also 70° erhitzt. Joghurt verdaue ich am besten, frischeste ermüdet mich sehr, die gereiften Varianten verdaue ich besser, aber trotzdem nicht der hit.

    Ich habe das Gefühl dass Schafmilchprodukte und vor allem Eier leicht verdaubare omega 3 quellen sind, als Ausgleich für die Nüsse und Samen. Wenn nicht esse ich dann geschälte Hanfsamen und Walnüsse. Hanf gefällt mir sowieso recht gut und ich wollte demnächst fermentierte Varianten ausprobieren (Eingeweichte und purierte geschälte Hanfsamen mit Wasserkefir fermentieren).

  • An tierische Eiweiße gewöhnen?

    Naja, also ich hoffe, du zwingst dich zu nichts.

    Nein, ich zwinge mich nicht. Aber ich versuche die Gehirnsperre abzubauen die sich wegen Idealen eingebettet hatte.

    Bisher esse ich auch wie du als Ausgleich ein paar scheiben Trockenfleisch.

    Eier koche ich so dass das Eigelb flüssig bleibt. davon aber auch nicht mehr als drei im Monat.

    Vielleicht bilde ich mir das nur ein, aber ich glaub mein Körper findet es entspannt ab und zu diese recht ausgeglichenen Aminosäuren zu bekommen und sich nicht mit Pflanzennebenstoffen/toxinen auseinandersetzen zu müssen. Und gleichzeitig schenkt es mir auch wärme.

    Nordhemisphäre klingt dennoch immer noch nach einem großen Bereich

    Also die naheliegendste Statt heißt Orbe (in der schweiz). Wenn nicht am Meer, in der nähe eines Bergsees, der Lac du Jura wo ein Fischer wirklich sehr leckere und höchst frische Fische anbietet. Da habe ich mir vorgenommen bald mal ein Filet roh zu kosten, meine Mitbewohner.innen haben sie letztens gedämpft gegessen, das hat mich nicht angezogen.

    Ich bevorzuge die pflanzlichen Proteine

    Hanfprotein mag ich aber es sperrt rasch. Spirulinatabletten guter qualität lutsche ich gerne und nehme auch oft mehrere ein. Erbsenprotein fand ich schwer verdaulich, ich werde versuchen Fermentierte Varianten zu finden. Was mich stört, ist so viel süsses, da oft süße shakes oder gesüßte Proteinmischungen oder Riegel angeboten werden. Vielleicht könnte ich Mandelmilch machen und sie mit Pflanzenprotein anreichern...


    Ich versuche einfache Rezepte zu finden die sich gut ins Arbeitsleben einspielen lassen.


    Was ich vermisse sind Kochbananen. Aber ich habe mir halt vorgenommen mal ganz Lokal zu essen.

    In letzter Zeit mache ich mir Pizzaböden aus Buchweizen und Roggenkeimlingen mit Hokkaidokürbis und Rukola Belag und esse viel Alfalfasprossen. Da schmecke ich lysin und kohlenhydrate heraus. Einmal habe ich eine Paste aus Spinat, fermentiertem Soja und Hanfsamen gemacht, dass schmeckte etwas wie Avokado...


    Gemüsesäfte finde ich toll, die ergänzen die wasserhaltigen Gemüsearten die im Winter weniger vorhanden sind.

    Und auch fermentierte Gemüsemischungen habe ich immer da.

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