Du bist wieder fünf…
Du sitzt im Sandkasten und spielst nicht mit Sand – du baust ein Schloss. Mit Türmen. Mit Geheimgängen. Mit Drachen, die es bewachen.
Im Auto auf dem Rücksitz schaust du aus dem Fenster – und während draußen nur Bäume vorbeiziehen, rettest du in deinem Kopf gerade die Welt.
Du bist Prinzessin oder Ritter. Astronautin oder Superheld. Zauberer oder Fee.
Und das alles noch vor dem Mittagessen.
Damals war nichts „unrealistisch", „zu groß" oder „zu verrückt".
Deine Träume waren nicht in der Zukunft. Du hast sie im Augenblick gelebt.
Du hast nicht über Möglichkeiten nachgedacht, sondern sie zur Realität gemacht.
Du hast gestrahlt. Du warst im Flow. Du warst eins mit dem, was dich begeistert hat.
Es gab nur dieses Gefühl: ALLES ist möglich.
Und heute? Bist du müde. Wirkt das Leben farblos. Ist der Glanz aus deinen Augen verschwunden…
… und trotzdem wirkt alles ‘in Ordnung’.
Denn du bist in einer Gesellschaft aufgewachsen, die Mittelmaß belohnt und große Träume belächelt…
Aufgezogen in einem Schulsystem, das keine Individualität zulässt und dich bestraft, wenn du aus der Reihe tanzt…
Vollgepackt mit einem Alltag und To-dos, sodass für deine eigenen Sehnsüchte kein Platz mehr bleibt.
Ein Umfeld, das ganz genau weiß, wie du zu sein hast – aber erstaunlich selten fragt, was DU eigentlich willst.
Und irgendwann wurde aus deinem wilden „Ich will!“ ein höfliches „Ist schon okay.“
Du hast gelernt, deine Träume runterzuregeln, damit sie – wie du – nicht auffallen.
Aus „Ich will die Welt verändern“ wurde „Ich will einfach nur zufrieden sein.“
Aus „Ich baue mein eigenes Ding“ wurde „Vielleicht lieber etwas Sicheres.“
Mit jedem Mal, in dem du „passt schon" gesagt hast, obwohl dein Herz „mehr" wollte – wurden sie lauter: