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Thema: eine lebendige Gemeinschaft gründen...

  1. #1
    Samenkorn
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    Lightbulb eine lebendige Gemeinschaft gründen...

    Ein herzliches Hallo in die Runde


    Nachdem ich 20 Jahre – fast vom Beginn bis zum Zerfall vor 4 Jahren in einer Gemeinschaft von 25 Menschen gelebt habe, bin ich nunmehr von dem Wunsch beseelt, meine Erfahrungen und Kenntnisse in den Gründungsprozess einer neuen Gruppe einzubringen, die bestenfalls sogar noch besser zu meinen Vorstellungen und Werten passt. Ob das Forum hier der rechte Platz ist um Menschen zu finden – keine Ahnung. An sich plante ich bereits von Beginn an den persönlichen Kontakt zu suchen...


    Jetzt hab ich mich doch gerade dabei erwischt, den idealen Menschentyp beschreiben zu wollen, den ich mir wünsche für den Aufbau einer Gemeinschaft. So ein Quatsch - als gäbe es den! Ich machs jetzt besser so, dass ich mich beschreibe und dann schau einfach, ob Du dazu passt.
    Ich bin Omnivoroh seit 2000, (Nein stimmt nicht ganz: in den ersten Monaten meines Rohkost-Experiments hielt ich noch an meinem veganen Anspruch fest.) seit 2004 fokussiere ich mich auf die einheimische Ernährung. Einzelheiten dazu schreibe ich wahrscheinlich demnächst in das Vorstellungsforum, daher gehe ich hier nicht weiter drauf ein. Die Ernährung ist für mich inzwischen nebensächlich geworden. Funktioniert halt und hält mich fit. Viel interessanter finde ich die Verfeinerung des Lebens und der subtilen Wahrnehmung durch (Tantra-)Yoga, also Hatha Yoga unter Einbeziehung der Sexualität. Das wäre aber immer noch ziemlich kalt und lieblos, wenn es nicht getragen wäre von einem religiösen Rahmen, den ich am ehesten als christlich angehaucht beschreiben würde. Entsprechend kann ich auch sagen, dass ich bislang allen religiösen Menschen, die mir begegnet sind, einen gewissen Respekt entgegen bringen konnte. Ebenso Menschen mit einer starken Gabe Selbstreflexion. Kritisch betrachte ich dem gegenüber Alkohol-, Tabak- oder Drogenkonsum, aber auch das regelmässige Einkaufen von konventionellen „Lebensmitteln“ im Supermarkt.


    Ich lebe mit meiner Liebsten auf einem schrabbligen Gehöft fast am Ende der Zivilisation und mach hier ne kleene Selbstversorgung, und wenn ich Zeit hab renoviere ich auch an den Gebäuden herum, aber was mich viel mehr reizen würde wäre


    einerseits:
    gemeinschaftlich weiterzuforschen an dem, was G C Burger hinterlassen hat. NEIN, damit meine ich nicht die Verfeinerung der rohköstlichen Wahrnehmung! Die ist bei mir und vielen hier schon fein genug. Was bringt es der Welt, wenn die Elite noch elitärer wird?! Ich meine eher das Forschen an der politischen Ebene, also an solchen Fragen: Wie könnte Rohkost Eingang finden in das Gesundheitsbewusstsein der Durchschnittsbevölkerung? oder Wie könnte man Menschen, die das Geld nicht aufbringen können, sich aber dafür interessieren, eine Rohkostkur ermöglichen? oder Wie organisiert man eine Schule, in der sich die Kinder gegenseitig zur Rohkost anstecken?


    Und andererseits:
    möchte ich im Miteinander – neben der Rückkehr zu einem Leben mit den einfachen Handwerken eine permakulturelle Landwirtschaft mit Tieren aufzubauen, die den Boden verbessert, statt ihn auszulaugen. Meine Berufung sind Streuobstwiesen. 15 Jahre lang hab ich mehrere nach Bio-Richtlinien bewirtschaftet und dazu eine Schafherde gehalten; inzwischen verdiene ich mein Geld mit Obstbaumschnitt. Aber noch lieber würde ich die Bäume der südlicheren Breiten betreuen: Oliven, Orangen, Avocados, Cherimoyas, Mangos, Durian etc. Warum – ähm, das lass ich euch raten! Hab diesbezüglich auch inzwischen Kontakte u.a. nach Griechenland geknüpft... Ok – das leitet jetzt so langsam über zu meinem


    Lieblingstraum:
    ein weltweites Netzwerk von Rohkost-orientierten Gemeinschafts-Farmen mit aufzubauen. Ich gebe zu, die Idee ist so gross, dass sie mich selbst manchmal erschlägt. Trotzdem möchte ich sie hier kurz äussern dürfen. Ich bin ja inzwischen in der Gemeinschafts-Szene etwas herumgekommen und kann sagen, dass es unsere weniger anspruchsvoll ernährten Mitmenschen ja auch geschafft haben: Siehe Global Ecovillage Network oder Longomai. Irgendwie muss es also gehen. Daran würde ich super gerne forschen - zusammen mit denen unter Euch, die diese Idee auch beflügelt. Es könnte allerdings sein, dass gerade der Rohkost-Anspruch die Gründung verhindert, schliesslich ist eines der wesentlichen Fundamente für eine funktionierende Gemeinschaft die Kompromissbereitschaft jedes einzelnen, und auch ein Ökosystem ist stabiler, je mehr Vielfalt es beherbergt. Ich schliesse also nicht aus, dass eine Rohkost-Gemeinschaft bereits ein Widerspruch in sich ist, der den ganzen Plan zum Scheitern verurteilt. Aber ich finde die Idee einen Versuch wert!


    Was meint Ihr dazu?
    Vielleicht kennt Ihr ja wen, der das interessant findet, oder könnt mir noch Tipps geben, wo ich auch noch annoncieren oder gar jemanden finden kann, dem es einfach nicht mehr genügt, täglich allein seine Melone auszulöffeln, der sich immer wieder denkt, eigentlich bin ich auf der Welt für was grösseres! ;-) Bis zur Gründung – also der gemeinschaftlichen Besiedlung eines Platzes möchte ich übrigens maximal 5 Jahre vergehen lassen. Ich möchte hier nicht als stressiger Typ wirken aber sollte sich bis dahin nicht wenigstens eine ganz deutliche Tendenz zeigen, dann würde ich den Plan als Gescheitert zu den Akten legen und in eine bestehende Gemeinschaft ziehen, in der ich als Rohköstler meinen Freiraum hab.

  2. Die folgenden 2 Benutzer sagen Danke an Apfelmartin für diesen Beitrag:

    Angelika (31.08.19), Tom Ate (24.08.19)

  3. #2
    Administrator Avatar von Angelika
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    Herzlich Willkommen!

    Den Gedanken, eine rohköstliche Gemeinschaft zu gründen oder sich ggf einer solchen anzuschließen, haben einige Rohis.
    Soweit ich mitbekommen habe, gibt es dazu auch schon ein paar (wenige), die in verschiedenen Ländern damit angefangen haben.
    Kennst du diese und findest jene Konzepte (noch) nicht passend?
    Gab es schon Überlegungen, hier Zusammenschlüsse zu machen um dem Ganzen einen stärkeren Starteffekt zu ermöglichen?

    Ansonsten sehe ich es in einer Selbstversorger-Gruppe als keinen Nachteil, wenn manche auch AGE-arm verarbeitete Nahrungsmittel aus Eigenproduktion essen, da der Verlust sonst zu groß wird.
    Außer, es gibt eine gute Handelstruktur. Ich vermute allerdings, da selbst normale Bauern oft auf ihren Lebensmitteln "sitzen bleiben",
    dass eine Haltbarmachung, die dann mit einem AGE-armen Erhitzungsprozess einhergeht, resourcenschonend ist. Außer die Tiere nehmen all das zu sich.
    Oder es werden Überschüsse - bei zuviel - auch haltbar gemacht - verkauft um Einkommen zu erwirtschaften.

    Mein Eindruck ist, dass Bauern oft genug etwas "eigenbrödlerisch" sind.
    Und wenn man selbst einen Garten hat, dann versteht man zu Teil gut.
    Die Wertschätzung der selbst gehegten Lebensmittel oder vergleichbaren Quellen lässt Qualitäten aus Supermärkten und die Preisvorstellungen von Konsumenten fatal wirken.

    Deine Vision zu ermöglichen, dass Rohkost "ansteckend" sein soll, ist schön. Allerdings wird diese stark zurückgedrängt durch Werbung und die Auswirkung auf Kinder und Jugend,
    sowie dem lebensnotwendigem Bedürfnis nach der Zugehörigkeit zu einer Gruppe. Natürlich besonders unter jungen Gleichaltrigen.

    Ein paar Jahre habe ich nun u.a. auch YoutuberInnen angesehen und wie diese mehr oder weniger stark - häufig sogar ausschließlich - Produkte bewerben,
    für die sie Geld erhalten. Dem Viewer /Viewerin ist möglicherweise nicht klar, welche Filterung der Aussagen und Inhalte dies bewirkt.
    Teilweise wird nach einer möglichen Anwendung eines Produktes gesucht, um diese dann - ggf fingiert - darzustellen.
    Anders gesagt, Marketing hat die Rohkostszene schon längst infiltriert - eine Scheinversorgung mit schicken Quellen, z.T. abseits von Frische zugunsten längerer Regallagerungs-Zeiten.

    Dennoch, mein persönlicher Eindruck:
    Möglicherweise ist der Freiraum als Rohköstler in einer bestehenden oder auch sonst gemischten Gruppe aus verschiedenen Gründen,
    die hier den Rahmen sprengen, größer als in einer Gruppe "sortierter" Rohköstler.

    In jedem Fall ist das Leben in einer Gruppe "gesünder" als wie als Einzelperson.

  4. #3
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Zitat Zitat von Angelika Beitrag anzeigen
    In jedem Fall ist das Leben in einer Gruppe "gesünder" als wie als Einzelperson.
    Der Psychiater Manfred Spitzer sagt zu dem Thema folgendes:
    "Große Studien aus den Jahren 2010 und 2015 zeigen, dass chronische Einsamkeit ein größeres Sterberisiko mit sich bringt als 15 Zigaretten am Tag, Fettleibigkeit oder Bluthochdruck."

    https://www.focus.de/gesundheit/ratg...d_8837855.html

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