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Thema: Chia Samen auch im Ganzen gleichwertig verwertbar wie gemahlen?

  1. #1
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    Chia Samen auch im Ganzen gleichwertig verwertbar wie gemahlen?

    Grüß Euch,

    Anmerkung: Im nächsten Beitrag habe ich den deutschsprachigen (übersetzten) Text aus dem Video zitiert - unbedingt auch lesen!

    kürzlich habe ich mitbekommen, dass im Web über das Thema Chiasamen und ob diese im Ganzen oder gemahlen gleichwertig zu verwerten sind - insbesondere betreffend Fettsäuren - wie wenn sie gemahlen wären.
    Hierzu gab es in der Vergangenheit offenbar eine von befangenen Studienverantwortlichen erstellte Studie, die nicht als solche deklariert war - zuerst.

    In diesem englischsprachigen Video sind deutschsprachige Untertitel und die genauere Geschichte dazu:


  2. #2
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    Ich zitiere den übersetzten Text aus oben verlinktem Video von NutritionFacts.org ( https://www.youtube.com/watch?v=PfxrhimGIvg ) - Dr. Greger, von vielen (VeganerInnen) geschätzt auch durch das Buch "How not to die".
    Das Video wurde wie auf Youtube ersichtlich, am 07.04.2017 veröffentlicht.
    Im Video werden die erwähnten Studien bzw. Textstellen direkt eingeblendet.

    Bitte lest diesen Text (oder im Originalvideo) - er ist nicht nur zur Sache selbst interessant, sondern auch über gewisse Praktiken zu Studien und Wirtschaft!

    Welche sind besser: Chiasamen oder Leinsamen?

    Seit mehr als 5.000 Jahren essen wir Chiasamen.
    Historisch gesehen zählen sie zu den wichtigsten, in der westlichen Hemisphäre angebauten Saaten.
    Chiasamen sind besonders reich an Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren,
    jedoch ist es - wie bei Leinsamen - von Vorteil, wenn man sie gemahlen konsumiert.

    Selbst wenn man täglich zwei Esslöffel unverarbeitete Chiasamen isst,
    gibt es in einem Zeitraum von 10 Wochen keine Veränderung des Omega-3-Spiegels,
    aber die gleiche Menge an gemahlenen Chiasamen führte zu einer deutlichen Erhöhung der Blutwerte,
    sowohl bei den kurzkettigen als auch den langkettigen Omeag-3-Fettsäuren.

    Jedoch schien es so, dass die Chiasamen weder Entzündung noch andere Risikofaktoren positiv beeinflussten.
    Es gab keine Veränderung beim Körperfett, Blutzucker, Cholesterin, Blutdruck,
    C-reaktivem Protein oder irgendeinem anderen Signalmolekül für Entzündungen im Körper.

    Eine ältere Studie behauptete, eine deutliche Verminderung der C-reaktiven Proteinwerte (ein Indikator
    für systemische Entzündung im Körper) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe festgestellt zu haben,
    aber wenn man die Auswertungen genau betrachtet, stellt sich heraus,
    dass dies lediglich an einer bedeutsamen Verschlechterung der Placebo-Gruppe liegt,
    welcher täglich ein Paar Esslöffel Weizenkleie verabreicht wurde.


    Der Chiasamen-Gruppe ging es also nicht bedeutend besser;
    der Kontrollgruppe ging es einfach nur wesentlich schlechter.

    Wann immer es den Anschein hat, dass Forscher mit ihren Ergebnissen übertreiben,
    sollte man dies als Warnzeichen wahrnehmen und die Finanzierungsquelle überprüfen,
    doch in der Studie wurde kein Interessenskonflikt offengelegt.

    Jedoch kam fünf Jahre später die Wahrheit heraus.
    Die Studie wurde tatsächlich von einem Chia-Unternehmen finanziert.


    Darüber hinaus hatte der leitende Prüfarzt ein Patent eingereicht,
    welches Chiasamen die Behandlung von Krankheiten ermöglichen soll.

    Warum haben sie dies nicht offenbart?
    Weil das veröffentlichende Fachblatt augenscheinlich nicht verlangte,
    dass ein solcher Interessenkonflikt explizit offengelegt werden muss.

    Wie dem auch sei, das Patent wurde seitdem eingestellt, wahrscheinlich weil
    weitere Studien keine wesentlichen Vorteile im Zusammenhang mit Gewichtsverlust, Blutzucker,
    Cholesterin, Blutdruck oder Entzündungen festgestellt haben,
    nachdem vier Esslöffel Chiasamen täglich für drei Monate konsumiert wurden.


    Die ursprüngliche Chia-Studie, welche dann von anderen Forschern wiederholt wurde,
    zeigte eine deutliche Verbesserung des Blutdrucks, aber die Ergebnisse
    waren nie so effektiv wie es bei gemahlenen Leinsamen vorkam.

    Jedoch liegt der Hauptgrund, warum ich Leinsamen den Chiasamen vorziehe,
    liegt an ihrem Lignan-Gehalt, der durchschnittlich 15-mal größer als bei anderen Samen ausfällt.
    Einschließlich Chiasamen und Sesam;
    was auch die Anti-Krebs-Wirkung der Leinsamen erklären könnte,
    die sowohl bei der Prävention als auch beim Überleben behilflich ist.


    Chiasamen sind sicherlich aber immer noch besser als Eier und Öl.
    Indem man einen Teil Chiasamen mit neun Teilen Wasser vermischt und dies ruhen lässt,
    entsteht ein Chia-Gel das man als Ei oder Ölersatz in Backwaren verwenden kann.
    Ich habe es zitiert, weil ich diese Erklärung zu den Studien (zumindest auf die Schnelle) nicht im deutschsprachigen Web fand.

    Dem Boom von Superfoods wie Chia-Samen habe ich nie angehängt, auch in meinem Buch sind sie zwar erwähnt - allerdings bevorzugte ich aus dieser Pflanzenfamilie von den Samen her eher die Spitz- und Breitwegeriche (Blüten / grüne, reifere Samen in verschiedenen Phasen).
    2013 habe ich erwähnt, dass ich Chia-Samen ggf im Winter mit einbeziehe, wenn ich eine Malvenartigen Blätter o.ä. in der Ernährung habe:
    https://www.rohkostforum.net/threads...Pflanzen-Bezug

    Wie in dem Video oben erklärt wurde, ist der häufig proklamierte Nutzen nicht in dem Maße vorhanden, wie er eben gerne beworben wird - gerne und häufig - besonders auch in der veganen Szene - mit Partnerlinks mit Verkaufsbeteiligungen.
    Von diesen befangenen, häufig verdeckten Werbe-Tipps halte ich nicht besonders viel.
    Auch wenn man es auch mal mein einbeziehen kann, wenn es denn schon da ist.

    Zu dem eingeschränktem Nutzen ist auch zu erwähnen - was an den Studienresultaten auch offensichtlich wird - dass die Umwandlung von pflanzlichen Omega 3 Fettsäuren in EPA oder und DHA bei Menschen leider meist nicht so optimal ist wie bei einigen Tieren.
    Aber dazu gibt es soweit ich im Hinterkopf habe unzählige Texte bzw Studien.

    Viele Grüße,
    Angelika

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