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Thema: Maniok

  1. #1
    Samenkorn
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    Maniok

    Hallo
    Essen Rohköstler Maniok roh? Eine Frau im Laden sagte mir, das sei möglich und im Internet steht etwas anderes.
    LG

  2. #2
    Administrator Avatar von Angelika
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    Hallo Jusmeistar,

    üblicherweise nein. Wobei es wie immer ggf. auf die Sorte ankommt, denn es gibt inzwischen viele Züchtungen von Pflanzenarten, die in der früheren Form nicht essbar waren/wären (Kürbis ist auch so ein Fall ..)

    Maniok gehört zu der vielfältigsten Ordnung der Pflanzen, den Malphigienartigen und dort zur Pflanzenfamilie der Wolfsmilchgewächse.

    Ich weiß nicht, ob du mein Buch kennst, darin schreibe ich dass Pflanzenfamilien (und manches auch übergeordnet in der Pflanzenordnung) häufig sehr ähnliche Eigenschaften haben. Das liegt an der genetischen Verwandtschaft, ähnlich Brüder/Schwestern und Cousins. Bei den Wolfsmilchgewächsen ist das leider der Milchsaft, beim Kautschukbaum auch als Latex bekannt. Aber auch Weihnachtsstern oder der Rizinusbaum (Wunderbaum) wird dir vermutlich bekannt sein, dass er nicht bekömmlich ist.

    Vermutlich hast du dir die Information auf Wikipedia schon angesehen, die hier eine gute Erklärung zur Nutzung von Maniok liefert: https://de.wikipedia.org/wiki/Maniok#Verwendung

    Hier zitiere ich den Teil, in dem erklärt wird, wie du die Wurzel sicherer aufbereiten kannst (ausgasen betr. Blausäure)

    Im rohen Zustand sind die Wurzelknollen giftig, da sie Glucoside, hauptsächlich Linamarin, enthalten. Dieses cyanogene Glykosid wird in der Vakuole der Pflanzenzelle gespeichert und hat keine toxische Wirkung. Wird die Pflanze jedoch verletzt (z. B. durch Fraßfeinde), gelangt die Substanz in Kontakt mit dem Enzym Linamarase, und D-Glucose wird abgespalten. Das nun entstandene Acetoncyanhydrin kann spontan oder katalysiert durch das Enzym Hydroxynitril-Lyase zu Aceton und Blausäure zerfallen.[13]Der Gehalt an giftigen Stoffen ist stark sortenabhängig, sogenannte „süße“ Sorten enthalten nur wenig Glucosid.
    Vergiftungserscheinungen sind zum Beispiel eine Ataxie oder Optikusatrophie.[14] Blausäure verflüchtigt sich zwar bei Zimmertemperatur, um jedoch ein vollständiges Ausgasen zu bewirken, muss die Knolle gründlich zerkleinert werden. Methoden, die Pflanzen zu entgiften, bestehen darin, die Pflanze zu Mehl zu mahlen und dann mit kochendem Wasser auszuwaschen, im Fermentieren und im Erhitzen.[5] Eine andere Methode wurde von Howard Bradbury und Kollegen entwickelt. Die Pflanze wird zu Mehl gemahlen und mit Wasser vermischt. Anschließend wird das Gemisch im Schatten dünn (ca. 1 cm) ausgebreitet. Dort lässt man es für fünf bis sechs Stunden ruhen. So kann fast die gesamte Blausäure ausgasen.[15]
    Ich würde nicht sagen, dass Maniok eine typische Pflanze ist, die Rohköstler hier in Europa viel essen - möglicherweise in den Ländern wo er angebaut wird.
    Wenn ich exotische Wurzeln roh teste, wie auch solch eine Wurzeln, verlasse ich mich sehr auf meine Sinne. In so einem Fall meint meine Zunge eher, dass ich nicht so viel davon essen sollte.

    Und keinesfalls würde ich sie in einen Smoothie geben.
    Wenn, würde ich es "ausgasen" lassen, so wie auch bei einigen anderen Rohkost-Brot Rezepten mit potentiell ähnlichen Inhaltsstoffen wie z.B. Leinsamen wenn sie zerkleinert enthalten sind.
    Und was für ein Zufall, vielleicht findest du es genauso spannend betreffend ähnlicher Themen zur Ernährung mancher Inhaltsstoffe: Leinsamen gehört auch zur Pflanzenordnung der Malphigienartigen, aber zur Pflanzenfamilie der Leingewächse. Betreffend Eigenschutz mit Stoffen die zu Blausäuren werden, sind sie sich aufgrund ihrer Genetik ähnlich.

    Viele Grüße
    Angelika

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