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Thema: Zu viele Hülsenfrucht-Sprossen?

  1. #1
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    Zu viele Hülsenfrucht-Sprossen?

    Ich esse zur Zeit große Mengen an Linsen und Kichererbsenkeimlingen und Ähnlichem.
    Hab' jetzt gehört, das könne den Säuren - Basen Haushalt durcheinander-
    bringen, und der Abbau von überschüssigen Proteinen würde Mineralien abziehen.
    Weiß jemand näheres darüber?
    Ansonsten fühle ich mich aber nach dem Verzehr gut, ein schöner Effekt ist
    auch, daß es satt macht und es ist weitaus günstiger ist, wie Kiloweise
    Gemüse in Bioqualität.
    Würde mich auch Interssieren, was ihr sonst noch zu Eiweißen in der Rohkost sagen könnt.

  2. #2
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    Das Problem kann wohl Phosphor sein, in Hülsenfrüchten in Form von Phytinsäure.
    Lebensmittel mit hohem Eiweißanteil haben häufig auch hohe Werte an Phosphor.

  3. #3
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    Vielleicht hat ja jemand die WA Aktuell mit dem Titelthema Eiweiße und kann mich
    mal kontaktieren (hatte das Heft nur kurz gesehen). Oder hier was posten.

  4. #4
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    Hallo Champignon,

    sorry dass ich erst jetzt etwas schreibe, derzeit hat mich die Bürokratie im Würgegriff (neben meinem Vollberuf und Familie ..).

    Ich will dir dennoch mal kurz antworten, weil sonst noch keiner eine Idee für dich hatte.

    Bei dem Titel "zu viele Hülsenfrüchte Sprossen" setze ich einmal voraus, dass du hier quasi gegen die Natur im Sinne dessen, was du ohne Zucht- und moderne Anbaumöglichkeiten in der Natur finden und verdauen würdest, handeln möchtest. Das ist nicht Böse gemeint, sondern ich möchte hier auf einen Umstand sensibilisieren.

    Bei den Hülsenfrüchten sehe ich bei Rohkost-Ernährung eher das Thema dass diese Pflanzen gerade in den Samen - und seien sie auch gekeimt - prinzipiell viele weitere Stoffe enthalten, die sie gegen den zu hohen Frass von tierischen Lebewesen (die wir auch sind) schützen.
    Irgendwie wollen sie ja dass einige der Samen dann doch noch in der Erde überleben. Und Tiere, die Samen fressen - und das recht frisch - gibt es ja viele.

    Gerade Hülsenfrüchte sind - aufgrund der Symbiose mit Mikroorganismen, die für die Eiweißbildung Stickstoff aus der Luft zur Pflanze holen - also in dem Fall recht eiweißreich, was für die Anwendung bei vegane Ausrichtung spricht. Jedoch schützt sogar die Verarbeitung durch Erhitzen nicht vor einigen - ich nenne sie mal - "trojanischen Pferden". Diese "trojanischen Pferde", soweit ich informiert bin, kann diese Pflanzengruppe gerade auch deshalb ausbilden, WEIL sie eben die Unterstützung/Symbiose der entsprechenden Mikroorganismen haben.

    Phosphor hin oder her, Basen oder Säuren oder Lektine oder Goitrogene oder wie du es auch immer nennen willst. Dazu kommen Saponine bzw Stoffe, die verhindern, dass du das eingenommene Eiweiß in der angenommenen Menge überhaupt verwerten kannst.

    Deshalb werden gerade Hülsenfrüchte traditionell meist nicht nur eingeweicht, bestenfalls gekeimt sondern auch blanchiert oder gekocht und noch besser fermentiert.
    Ja, selbst in der Kochkost sollten Hülsenfrüchte wie Linsen zuerst einmal eingeweicht werden - nicht nur, um die Kochzeit zu verringern.

    D.h. der Mensch nützt traditionell diese Methoden, wenn anteilsmässig VIEL davon in der Ernährungspraxis (d.h. ein maßgebender Teil insb. der Eiweißabdeckung) gegessen werden soll.

    Natürlich machen Hülsenfrüchte satt. Sie enthalten ja auch viele Kohlenhydrate und nicht zuletzt Ballaststoffe.
    Und anteilsmässig selbstverständlich viel mehr Eiweiß als Gemüse.

    Aspekt Eiweiß: Je länger du keimst, also die Samen zu Sprossen wachsen, desto mehr sind sie in Gemüse umgewandelt.

    Da auch ich Wert auf eine pflanzen-betonte Ernährung lege, habe ich in den vielen zurückliegenden Jahren natürlich auch mit vielen Varianten experimentiert.

    Welche der Varianten interessant ist, hängt natürlich von deiner Lebensweise (sonstige Ernährung, Beruf, körperliche Tätigkeit, Intensität von all dem) ab.
    Bei mir ist es so, dass ich Rohkost Erbsen- und Hanfprotein durchaus schätze.
    Ich weiß, dass es ein Kompromiss ist in manchen Aspekten, doch unter dem Strich fahre ich damit am besten in den letzten Jahren.

    Auch habe ich Versuche mit selbst fermentierten Hülsenfrüchten gemacht. Aber das ist auch nur mit erhitztem Material wirklich möglich.

    Viele Grüße
    Angelika

  5. #5
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    Kompliziert aber besser, wie alles andere

    Vielen Dank für die Antwort und die guten Tips. Ich glaube, ich werde meinen Hülsenfrüchte - Verbrauch etwas reduzieren. Ich denke, nicht nur mein Problem ist, zu einer instinktiv passenden Ernährung zu gelangen. Wir müssen kalkulieren, auf Vorrat kaufen und alte Geschmacksmuster/ Gelüste führen uns in die Irre, das macht es schwierig; etwas einfacher wäre es, wenn wir selber anbauen.

    Ich bin mir gar nicht so im Klaren, wie viel Nahrung ich überhaupt brauche und auch nicht was im Einzelnen; und wann ein Hungergefühl einsetzt, hängt ja auch von den Ernährungsgewohnheiten der letzten Tage und Wochen ab. Vielleicht hängt die Tatsache, daß ich mich relativ viel mit solchen Fragen beschäftige, damit zusammen, daß ich ansonsten kein wirklich erfüllendes Projekt habe, bzw. ein sinnvolle Bestimmung, die ich auch leben kann, vorzugsweise mit anderen Leuten zusammen.
    Eigentlich ernähren wir uns im Vergleich zu fast allen anderen schon optimal und so gesehen, brauchten wir uns eigentlich weniger Gedanken über unsere Ernährung machen - nur, daß bei Anfängern der Körper, Darm usw. sich häufig erst einmal dran gewöhnen müssen. Trotz der Unsicherheit und Kompliziertheit, werde ich aber dabeibleiben, weil ich mich seit der Ernährungsumstellung viel besser fühle, und auch jetzt nach fast ein Jahr Rohkost.
    Geändert von Champignon (21.05.18 um 15:04 Uhr)

  6. #6
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    Und ich denke, wir müssen auch noch die individuellen Unterschiede in Betracht
    ziehen. Manch einer verträgt Hülsensprossen vielleicht gar nicht, jemand anderes relativ
    gut - und das kann auch noch von Tag zu Tag oder im Laufe eines Lebens stark schwanken -
    und vielleicht gibt es auch Menschen, die gelernt haben, die Schutzstoffe der Samen
    zu neutralisieren oder ähnliches. Und die positive Wirkung der hochwertigen Aminosäuren, Mineralien und
    Vitamine sollten wir auch nicht vergessen.
    Geändert von Champignon (21.05.18 um 15:32 Uhr)

  7. #7
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    Hallo Champignon,

    naja so arg individuell sind wir nicht.
    Jedenfalls NICHT so, dass wir davon ausgehen können, dass Hülsenfrüchte mit den erwähnten naturgegebenen Inhaltsstoffen generell roh gegessen unproblematisch wären.
    Meiner Erfahrung nach kommt es zudem auf die Wachstumsbedingungen an, so konnte ich manche Kichererbsen mehr vertragen, jene anderer Quellen dann wieder nicht.

    Mindestens zwei weitere Fälle von Personen, die ernste gesundheitliche Probleme mit dem Genuss von z.B. gekeimten Kichererbsen hatten, sind mir persönlich bekannt. Mehr noch habe ich Berichte dazu in Erinnerungen aus den letzten Jahren, wo ich nicht mehr weiß wer was berichtete.
    Und da reden wir noch gar nicht von Scherzkeksen, die sich sogar an rohe gekeimte Bohnen wagen, wenn sie nicht für den Rohgenuss ausgezeichnet sind (hier gibt es auch sehr große Unterschiede alleine von der Sorte aus).

    Jedenfalls glaube ich nicht, dass "manch einer" soviel mehr verträgt, jedenfalls nicht auf Dauer. Dass Youtube und andere Arten der (Werbe-) Kommunikation anderes glauben lassen, habe ich schon mitbekommen. Viele davon leben von den Begleiteinnahmen - am besten noch mit extremen Aussagen wegen der Verlinkungen (gut oder schlecht ist da egal für den Umsatz).

    Zurück zum Thema:
    Die Wachstumsbedingungen können wir nur im eigenen Garten beeinflussen, die Zuchtsorten können wir ggf gezielt kaufen.

    Aber sogar erhitzt sind wie schon geschrieben nicht alle (in zu hohem Maße) unerwünschten Stoffe instabil zu machen.

    Hier habe ich einen Artikel (?) von 1993 gefunden, der passt ganz gut: Springer Seite https://doi.org/10.1007/BF01088314
    Ich habe den englischen Text in das Google Übersetzungstool kopiert und zitiere hier diese Übersetzung der dort gezeigten Zusammenfassung (Hervorhebung von mir):

    Plant Foods for Human Nutrition
    , Volume 44, Issue 3, pp 195–211
    Phillips, R.D. Plant Food Hum Nutr (1993) 44: 195. https://doi.org/10.1007/BF01088314

    Starchy legumes in human nutrition, health and culture


    [...]

    Stärkehaltige Leguminosen werden seit der frühesten Praxis der Landwirtschaft von Menschen konsumiert und sind sowohl medizinischen als auch kulturellen und ernährungsphysiologischen Funktionen zugeschrieben worden.

    Sie sind ein wichtiger Bestandteil der Ernährung in den Entwicklungsländern in Afrika, Lateinamerika und Asien, wo sie als Quelle für diätetisches Protein zur Ergänzung von Getreide, stärkehaltigen Wurzeln und Knollen besonders wertvoll sind. Hülsenfrüchte enthalten 20-30% Protein, das im Allgemeinen reich an Lysin ist und die Schwefelaminosäuren begrenzt.

    Die ernährungsphysiologische Qualität von Hülsenfruchtprotein ist durch die Anwesenheit von sowohl hitzelabilen als auch hitzestabilen Antinährstoffen sowie einer inhärenten Resistenz gegen die Verdauung der Hauptglobuline begrenzt.

    Zusätzlich zu seiner ernährungsphysiologischen Wirkung hat sich gezeigt, dass Hülsenfruchtprotein das Plasma-Lipoprotein mit niedriger Dichte reduziert, wenn es konsumiert wird. Hülsenfruchtstärke wird langsamer verdaut als Stärke aus Getreide und Knollen und erzeugt weniger abrupte Veränderungen der Plasmaglukose und des Insulins bei der Aufnahme.

    Stärkehaltige Hülsenfrüchte sind auch wertvolle Ballaststoffquellen sowie Thiamin und Riboflavin. Stärkehaltige Hülsenfrüchte sind ein wertvoller Bestandteil einer vorsichtigen Diät, aber ihr Verbrauch wird durch niedrige Erträge, das Fehlen geeigneter Nahrungsmittelanwendungen und Blähungen eingeschränkt.
    [...]
    Das heißt jetzt nicht dass diese nun der Teufel sind .. aber Bewusstsein ist jedenfalls angebracht.

    Es mag etwas aufwändig klingen, sich bei einer Ernährungsumstellung eine Zeit lang näher mit der Materie zu Ernährungsphysiologie & Co auseinanderzusetzen.
    Aber es zahlt sich sicherlich aus .. für den Rest des Lebens.
    Und Wachsam würde ich jedenfalls sein.
    Es ist nicht nützlich gleich ganz den Hut darauf zu hauen, nur weil je tiefer man gräbt klar wird, dass die Zusammenhänge sehr komplex sind.

    Aber genau das lässt mich besonders an die möglichst einfache, frische Rohkost glauben, bei der die Sinne üblicherweise einen sehr guten Rat geben können.
    Die Methoden des Blanchierens, Kochens bewirken leider, dass wir uns nicht mehr ganz so auf die Sinne verlassen können.
    Hier ist erhalten die Erfahrungswerte anderer und auch die eigenen einen höheren Stellenwert in der Bewertung.

    Für viele ist eine sinnvolle Kombination als diesen Aspekten der goldene Mittelweg - je nach vorhandener Resourcen bzw. Lebensumstände.

  8. Der folgende Benutzer sagt Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Mela (22.06.18)

  9. #8
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    Danke, sehr spannende Info's. Es gibt so viele verschiedene Rohkostlebensmittel und Kombinationen. Ich habe im Laufe eines Jahres schon einges ausprobiert. Stimmt, es ist absolut in Ordnung fehler zu machen, und manchmal gehe ich auch ins extrem, um dann was zu lernen.
    Selber zu experimentieren, das finde ich gut. Ich kann noch so viel lesen und youtube videos schauen (soziale Medien waren wirklich einer der Hauptgründe, warum ich so mit Hülsenfrüchte übertrieben habe) schauen, ich will es selber spüren. Eine Zeit lang habe ich mich auch mit dem Schwerpunkt Salat/ Gemüse ernährt, das fühlte sich besser an. So, Hülsenfrüchte in Zukunft besser als Beilage. Wohl kein Wunder, daß ich bei gekeimten Sonnenblumenkernen, Sesamsamen (keimen aber nur bei deutlich über 20 Grad), oder Hanfsamen ein besseres Gefühl habe.
    Geändert von Champignon (22.05.18 um 22:13 Uhr)

  10. #9
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    Was hältst du denn von reinen Kräuter/ Salat/ Gemüse Smoothis? Hab ich grad damit angefangen. Schmeckt gut und
    ist eine gute Alternative, wenn ich grad mal keine eine Stunde oder mehr für eine Mahlzeit übrig habe.

  11. #10
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    Gute Sache.
    Wobei ich persönlich zum Trinken lieber wirklich Kalorienloses "trinke" und Kräuter, Wildpflanzenblätter, Salat und Gemüse lieber kaue als flüssig zu mir nehme.
    Die von dir genannte Kombi könnte ich mir allerdings mit dem Zusatz eines Rohkost Proteinpulvers gut z.B. für den Berufsalltag zum Mitnehmen vorstellen.
    Vorausgesetzt, dass jede Zutat davor vorgekostet wurde und klar ist, dass jegliche enthaltene Menge auch Pur (oder nur mit Wasser) gegessen werden würde.
    Also nicht zum bloßen Kaschieren "minderwertigerer" Ware.

  12. #11
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    Danke für deine Antwort, hab jetzt mal Hanfproteinpulver bestellt. Brauch ich das Pulver eher aus
    praktischen Gründen, oder ist darin das Protein besser verwertbar wie in Hanfsamen? Hab mir jetzt
    dein großes Rohkost Buch angeschafft, schon einige gute Tips daraus angewendet, z.B. Nackthafer zu essen. Esse auch
    wieder Bananen jeden morgen. Es geht mir wieder besser, fühle mich jeden Tag stärker. Mit den Zähnen
    geht es auch.

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