Willkommen

 

Seite 3 von 3 ErsteErste 123
Ergebnis 31 bis 38 von 38

Thema: Kaltgaren von Fisch ohne Hitze

  1. #31
    Administrator Avatar von Angelika
    Registriert seit
    20.04.13
    Alter
    45
    Beiträge
    4.735
    Danke
    251
    Danke erhalten: 1.089 Mal in 798 Posts
    Blog-Einträge
    303
    Zitat Zitat von Uwe Beitrag anzeigen
    Auswändige Verdauung sag ich mal,
    also Verdauung außerhalb des Magens. Und Pepsin?
    Das sind zwei paar Schuhe. Oder drei.
    Das eine ist eine unkoordinierte Entfaltung von Proteinsträngen (Entwirren eines Wollknäuels). Also ist wie die Glykation eine NICHT-enzymatische Reaktion. Unkoordiniertes Denaturieren oder Glykieren = NICHT-enzymatisch.

    Pepsin ist aber ein Enzym. D.h. hier wird das Wollknäuel an gut passenden Stellen auseinandergeschnitten.

    Später geht es u.a. um die Aufnahme der Wollstücke, damit in weiterer Folge ein anderes Wollknäuel zusammengebaut werden kann. Dazu sollten möglichst wenige glykierte Proteine dabei sein.

    Enzyme, d.h. koordiniertes Auseinanderschnippeln sind auch bei Mikroorganismen, sprich Fermentation tätig.

    Das würde dann deiner auswändigen Verdauung entsprechen.

    Denn ein bloß geschlagenes Eiklar wird deshalb nicht besser verwertbar. Das Avidin, das das essentielle B-Vitamin Biotin aggressiv bindet, ist dann noch immer nicht deaktiviert.
    BTW, ein interessantes Thema, evtl auch für MitleserInnen: http://de.wikipedia.org/wiki/Biotin#Biotinmangel

    Es gibt zwar Rohköster die aufgrund eigen-dogmatisierter Haltung auch Eiklar essen, doch wäre es kein ausreichender Tipp ihnen zu raten, es als Eischnee zu essen. Was ohnehin ihrer Haltung zu Maschinen entsprechen würde.

    Jetzt ist mir ein weiterer Versuch für das Ei eingefallen, allerdings zuerst komplett zu verarbeiten:
    Fermentiere ein Ei und rieche und schmecke, wie sich hier der Eindruck der Wahrnehmung verändert.

    Anleitung: http://www.helpster.de/1000-jaehrige...-gemacht_59383

  2. #32
    Administrator Avatar von Angelika
    Registriert seit
    20.04.13
    Alter
    45
    Beiträge
    4.735
    Danke
    251
    Danke erhalten: 1.089 Mal in 798 Posts
    Blog-Einträge
    303
    Lust auf Sauer hatte/hätte ich nur, wenn ich Erhitztes mit hohem AGE/ALE-Gehalt gegessen hatte/hätte.
    Das ist so wie die Schaukel Süß und Salzig (siehe auch in meinem Buch) - wer sehr salzig ißt, bekommt Gusto auf Süßes und umgekehrt.

    Ich hatte das früher mal gemerkt anfangs, als ich nach so hohem AGE/ALE-hältigem dann Gusto auf Essiggurkerl bekam. Einen sauer marinierten Salat hatte ich ja nicht mit gegessen oder eine Zitronenscheibe.

    Wobei diese Taktik eher wie nachgeworfen ziemt, wenn man weiß, dass die AGE/ALE Entstehung im Kochvorgang durch die Zugabe (!) von sauren Flüssigkeiten wie Zitronensäure oder Essig reduziert wird (Siehe auch verlinkte Studie unter AGEs im Lexikoneintrag).

    Vom Gefühl her scheint es allerdings zu helfen. Also muss was dran sein, das es auch nachher noch etwas hilft - die Sinne trügen hier sicher nicht.

    Umgekehrt will ich nicht durch Saures Gusto auf AGE/ALE-reiches bekommen, was auch passieren kann! Deshalb ess ich fermentiertes Gemüse, das auch in positiver Hinsicht für Haltbarkeit sauer ist, dennoch immer vorher mit warmen Wasser gespült.

    P.S. Das man fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut immer wieder spülen sollte, ist übrigens auch keine Erfindung von Rohköstlern ... Bzw. ist es in einem alt Wiener Kochbuch das ich mal von meiner Mutter bekam auch so nachzulesen (Anleitung, wie man Sauerkraut macht).

  3. #33
    Urwaldriese Avatar von Mela
    Registriert seit
    07.08.13
    Ort
    Haag, Mostviertel, Nö
    Alter
    32
    Beiträge
    1.891
    Danke
    698
    Danke erhalten: 132 Mal in 97 Posts
    Zitat Zitat von Angelika
    Wobei diese Taktik eher wie nachgeworfen ziemt, wenn man weiß, dass die AGE/ALE Entstehung im Kochvorgang durch die Zugabe (!) von sauren Flüssigkeiten wie Zitronensäure oder Essig reduziert wird (Siehe auch verlinkte Studie unter AGEs im Lexikoneintrag).

    Vom Gefühl her scheint es allerdings zu helfen. Also muss was dran sein, das es auch nachher noch etwas hilft - die Sinne trügen hier sicher nicht.
    Den Lexikoneintrag hab ich schon gelesen.
    Bei der Umsetzung des Ratschlages Vorbehandlung mit Zitronensäure/Essigsäure fragte ich mich immer, ob es einen bzw. welchen Unterschied es macht, ob ich entweder...

    ...Zitronensaft/Essig eine Zeit lang VOR dem Dünsten direkt auf den Fisch gebe

    ... oder den Fisch einfach in Zitronen-/Essigwasser dünste.

    Gemacht hab ich ersteres.
    Sofern er nicht "rohkosttauglich" war, denn roh ist Fisch unschlagbar!
    Wobei mir Fisch generell ohne Zitronensäure/Essigsäure immer besser schmeckte.

    P.S. Das man fermentiertes Gemüse wie Sauerkraut immer wieder spülen sollte, ist übrigens auch keine Erfindung von Rohköstlern ... Bzw. ist es in einem alt Wiener Kochbuch das ich mal von meiner Mutter bekam auch so nachzulesen (Anleitung, wie man Sauerkraut macht).
    Oh, das hab ich bisher nicht gemacht...
    Nur direkt vor dem Essen halt.

  4. #34
    Urwaldriese
    Registriert seit
    22.08.14
    Ort
    Döbeln, Sachsen
    Alter
    53
    Beiträge
    529
    Danke
    58
    Danke erhalten: 93 Mal in 81 Posts
    Blog-Einträge
    15
    Bei den Gedankengängen oben kommen mir alte Bilder aus der damaligen DDR hoch, fermentiertes Gemüse zu Beispiel, oder Sauerkraut.
    Die Machart gleicht dem wie wir es eben besprochen haben und ich hatte grad eben diese Aha-Effekte, dieses Staunen darüber, wie sich diese Lebensmittel mit sehr einfachen Mitteln viel besser verwerten, aufschließen und haltbarer machen lassen. Ich kann mich auch nicht entsinnen, dass man damals hier im Osten irgendwelche Konservierungsmittel verwendet hätte, ihr könnt euch an meine Sätz erinnern, als ich vom Bier sprach, welches nach spätestens 3 Wochen getrunken werden mußte...

    Das Sauerkraut... nun,es war damals allererste Sahne und ohne Zuckerzusatz. Allerdings auch hier: Alles mußte schnell verbraucht werden. Heutige Maßstäbe ob der ewigen Haltbarkeit, der Form und Farbe, dem Ideal, gab es damals die einfachste Antwort auf einfache Dinge: natürliche Konservierung und Aufschluss außerhalb des Magens. Dank der chemischen Lebensmittelindustrie muss man sich heute wieder rückbesinnen, auf Großmutters Küchenart...

  5. Der folgende Benutzer sagt Danke an Uwe für diesen Beitrag:

    Mela (20.04.15)

  6. #35
    Sprössling Avatar von Klappstuhl88
    Registriert seit
    07.03.15
    Ort
    IKEA Regal16 Fach 5
    Beiträge
    57
    Danke
    0
    Danke erhalten: 67 Mal in 13 Posts
    Susan Schenk schreibt in ihrem Buch "Beyond Broccoli":
    For years I hated fish. When I tried it fresh from the ocean, I tolerated it but I didn't love it. Once I tried raw seviche, I became hooked.

    hooked = süchtig


    ceviche - wiki

  7. #36
    Administrator Avatar von Angelika
    Registriert seit
    20.04.13
    Alter
    45
    Beiträge
    4.735
    Danke
    251
    Danke erhalten: 1.089 Mal in 798 Posts
    Blog-Einträge
    303
    Ein gutes Buch, nebenbei bemerkt. Wie schon einmal erwähnt, leider in Englisch geschrieben - aber durchaus einfach geschrieben.

    Was mir am Ceviche Wiki Eintrag nicht gefällt ist, dass auch hier auch nicht ganz korrekt steht:

    Chemisch gesehen kommt es aufgrund der in den Limetten vorhandenen Zitronensäure zu einer Denaturierung des Eiweißes, ähnlich wie beim Kochen.
    Eine Denaturierung, wie sie auch mit der Magensäure passiert, geschieht bei beiden, allerdings passiert beim Kochen auch Glykierung bzw AGEs und ALEs.
    Der obige Satz suggeriert, als wäre Zitronensäure und Vitamin C Säure das selbe wie Kochen. Dabei behindert diese Säure sogar die Entstehung von AGEs und ALEs. Das merken auch jene, die statt getrockneter Fische in Essig eingelegte Fische essen: Letztere schmecken nicht deftig.

    Umgekehrt schmeckt insbesondere in der Pfanne im Fett erhitzter Fisch deftig. Kochen in Wasser ist ein Zwischenfall, aber auch da entstehen die erwähnten Endprodukte.

    - - -

    Und sonst ist es ein Wunder, dass sie subjektiv empfand, "süchtig" auf Fisch zu werden. Hier geht es nicht darum, dass man so wie bei Kochkost an sich auf die entstandenen AGEs /ALEs, veränderten allergieträchtigen Stoffe "süchtig" wird, weil gleichzeitig das Zentrum im Gehirn angeworfen wird, das bei lauernder Gefahr mit drogenartig stimmungsaufhellenden Reaktionen reagiert (siehe auch Dr. Randolf dazu als Beispiel).

    Schließlich hatte sie davor vegan gelebt und merkte, spürte und nahm wahr, was sie nun mehr aufnahm.
    Viele haben alleine deshalb Problem mit Fisch, weil er meist einfach schon älter ist. Und auch am Fischmarkt riecht man natürlich die entstandenen Amine, ist ja nicht vom Boot direkt. Aber hier hilft oben genannte Säure diesen an der Oberfläche stattfindenden Vorgang zu binden.
    Natürlich nicht ewig.

  8. Der folgende Benutzer sagt Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Mela (23.04.15)

  9. #37
    Urwaldriese Avatar von Mela
    Registriert seit
    07.08.13
    Ort
    Haag, Mostviertel, Nö
    Alter
    32
    Beiträge
    1.891
    Danke
    698
    Danke erhalten: 132 Mal in 97 Posts
    Zitat Zitat von Angelika
    Hier geht es nicht darum, dass man so wie bei Kochkost an sich auf die entstandenen AGEs /ALEs, veränderten allergieträchtigen Stoffe "süchtig" wird, weil gleichzeitig das Zentrum im Gehirn angeworfen wird, das bei lauernder Gefahr mit drogenartig stimmungsaufhellenden Reaktionen reagiert (siehe auch Dr. Randolf dazu als Beispiel).
    Machen sozusagen AGEs /ALEs "süchtig"?

  10. #38
    Administrator Avatar von Angelika
    Registriert seit
    20.04.13
    Alter
    45
    Beiträge
    4.735
    Danke
    251
    Danke erhalten: 1.089 Mal in 798 Posts
    Blog-Einträge
    303
    So pauschal kann man das nicht sagen. Den Effekt um den es hier geht habe ich in meinem Buch auf Seite 55 erklärt. Da ist auch die Grafik dazu drin mit der Suchtwirkung.

    Die weitere Problematik ist die, dass AGEs aus Eiweißen, die potentiell für Allergien bekannt sind (wie z.B. in Erdnüssen) bei den Allergien besonders problematisch sind bzw diese sogar fördern/verstärken. Z.B.: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24506934
    Generell gibt es für diverse Zusammenhänge zu diesem Thema einige, um nicht zu sagen viele Studien.

    Und - in dem Zusammenhang nicht zu vergessen: würde man sie roh essen, würde man auch automatisch früher aufhören damit. Sogar wenn es gemischt wäre, doch häufig wird so stark mit Zucker oder Salz übertüncht, dass hier mehr gegessen wird als einem gut tut.

    Ironischerweise wird oft geraten, das auf was man allergisch ist, nur erhitzt zu essen. Ich habe meine ersten zwanzig Lebensjahre mit Tests und Kuren in der Art verbracht und kann dazu nur noch den Kopf schütteln (aber auch wenn ich die Dinge dann vermied und alles gekocht aß ... alles nicht gut gewesen und verschlimmert).

    Eine Art Sucht entsteht auch deshalb, wenn der Körper im Moment des "Genusses" gleich einmal Endorphine ausschüttet weil er weiß das da gleich Schmerz kommen wird. Dies ist ein Teil der Theorie von Dr. Randolph, dem ich als Allergikerin zum Teil aus eigener Erfahrung zustimme.

Ähnliche Themen

  1. Gewürze (mit und ohne Salz) in Rohkost-Qualität
    Von Angelika im Forum Rohkost-Markt und über hilfreiche Tools
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 24.10.13, 18:17
  2. Antworten: 11
    Letzter Beitrag: 22.08.13, 18:54
  3. Auf Rohkost umstellen ohne abzunehmen
    Von Zora im Forum Vegane Rohkost
    Antworten: 15
    Letzter Beitrag: 12.06.13, 21:19

Benutzer, die dieses Thema gelesen haben: 1

Stichworte

Lesezeichen

Lesezeichen

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •