Die Krebsmafia: Korruption bei Chemotherapie

http://daserste.ndr.de/panorama/arch...gesetz100.html


Der Onkologe ist derjenige der entscheidet - wo landet das Rezept und wo wird der Gewinn gemacht. Man kann davon ausgehen dass ein Apotheker der einen niedergelassenen Krebsarzt versorgt im Jahr einen Umsatz von etwa 6 Millionen hat. Nur durch Chemo-Therapeutika.

Weil die Medikamente einzeln zubereitet werden müssen darf der Arzt eine fachlich geeignete Apotheke aussuchen. Ein riesiges Einfallstor für Korruption. Um sich weitere lukrative Gewinne zu sichern gibt der Apotheker ein Teil des Geldes als Bestechungsgeld zurück zu dem Arzt.

Dem Onkologe Ulrich Fritz haben sie Praxen Angeboten für die er nichts zu bezahlen hätte, Mieten, die er ein Jahr lang nicht zu zahlen bräuchte , Übernahme von Personalkosten - einzige Voraussetzung dass die Apotheke seines Vertrauens gesetzt gewesen wäre.

In der zeit als er noch als Onkologe im Krankenhaus gearbeitet hat wurde im das viermal Angeboten und in der Zeit als niedergelassener Onkologe bekam er so fünf- bis sechsmal im Jahr solche Angebote.

In der Recherche von Panorama und "Stern" geht es um Krebs-Medikamente, ein besonders sensibler wie lukrativer Markt. Drei Milliarden Euro werden hier jährlich umgesetzt. Die Krebsbranche ist besonders anfällig für Korruption. Denn weil die Zusammensetzung der Chemotherapien so komplex ist, ist die Apothekenwahl ganz offiziell Sache des Arztes. Dies erleichtert finanzielle Absprachen zwischen Arzt und Apotheker.