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Thema: Papiloma Viren, Rindfleisch und Rohkost

  1. #1
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    Papiloma Viren, Rindfleisch und Rohkost

    Grüß euch ihr Lieben,

    vor einigen Wochen kam in den Medien wieder einmal - ja nicht zum ersten Mal - die Warnung der WHO betreffend Fleischverzehr.
    Wir hatten das Thema auch hier schon beleuchtet: http://www.rohkostforum.net/threads/...end-eingestuft

    Wobei es im Speziellen um die starke Verarbeitung, insbesondere auch Nitritsalz u.ä. geht.

    Nun schützt das Nitritsalz insb. bei längerer Lagerung davor, dass sich Mikroorganismen wie Clostridium botulinum in einem Nährmedium wie getrocknetem Fleisch vermehrt (zu Clostridium botulinum schreibe ich heute noch einen weiteren Beitrag).
    Hier steht, was Nitritsalz also bewirkt, warum es zugesetzt wird. Beispiel http://www.zusatzstoffe-online.de/zu...iumnitrit.html

    Zitat, es steht auch betreffend der Umrötung darin, denn getrocknetes Fleisch wird nur schwarz und bleibt nicht rot sonst. Aber hier zum Mikroorganismus, der Toxine bildet:

    Nitrite töten verschiedene Bakterienarten, unter anderem Clostridium botulinum, das das hochgiftige Botulismus-Toxin produziert.
    Soweit so gut.
    Nitrat und Nitrite werden aber auch bei veganen Themen diskutiert: http://www.bfr.bund.de/de/fragen_und...ln-187056.html

    Und .. es ist natürlich schon länger bekannt, dass Nitritsalz leider auch Darmkrebs begünstigen könnte bzw Senfölglykoside wiederum dagegen helfen sollen. Das ist wohl ein Grund, warum zu einer Wurst gerne durchaus scharfer Senf (aus Kreuzblütlern für die eben die scharfen Senfölglykoside bekannt sind) zugegeben wird.

    Dazu steht auch hier einiges, nur als Beispiellink: http://www.ernaehrung.de/tipps/MD_Erkrankungen/md14.php
    Auch hier, wobei hier auch die spezielle Situation bei Säuglingen dargestellt wird: http://www.inform24.de/nitro.html

    Dass erhitzte, gegrillte, gebratene Fleischerzeugnisse einen viel höheren Gehalt an AGEs und ALEs (EAGLEs) enthalten ist in diesem Forum auch bekannt.

    - - - - - - - - - - - - - -

    Eine Bloggerin erzählte dann wie mir erzählt wurde, dass rohes Rindfleisch ja außerdem das Papilloma-Virus haben könnte.
    Nun dachte ich mir, frage ich mal an geeigneter Stelle nach.
    Eine ausführliche Antwort habe ich schließlich schon Anfang November von AMA Gütesiegel erhalten:

    Sehr geehrte Frau Fischer,
    vielen Dank für Ihre Anfrage. Rindfleisch wird im Rahmen des AMA-Gütesiegels meines Wissens nach derzeit nicht auf Papillomaviren untersucht.

    Ich hab mit ein paar Kollegen gesprochen und versucht, etwas Expertise zusammen zu tragen. Ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen den Papillomaviren beim Rind und jenen des Menschen bestehen, bzw. ob dann auch ein Zusammenhang mit der Krebsentstehung vorliegt, ist offenbar offen bzw. nicht oder zu wenig wissenschaftlich geklärt. Fakt ist, dass Papillomaviren beim Menschen auch ohne Rindfleischverzehr vorkommen. Die meisten Formen sind jedoch nicht bösartig. Dazu finden Sie anbei eine Bewertung des deutschen Bundesinstitutes für Risikobewertung.

    Wenn man auf Nummer sicher gehen will, sollte man auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichten und nur durch gegartes Fleisch essen. Das nicht nur für Fleisch, sondern grundsätzlich für alle Lebensmittel. Auch der Verzehr von rohem Obst und Gemüse birgt ein höheres Risiko als von gekochtem.

    Ich hoffe, dass Ihnen diese Antwort weiterhilft. Sonst denke ich, dass die AGES da mehr Expertenwissen hat als wir.
    Mit besten Grüßen
    Im Anhang hänge ich die erwähnte PDF an.
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  2. #2
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    Zitat, rote Hervorhebung von mir:

    Papilloma-Viren in Rindfleisch: Krebsrisiko für den Menschen?
    Kommentar des BfR vom 22. Oktober 2008

    Der frisch gekürte deutsche Nobelpreisträger Professor Harald zur Hausen wird in der Aus-gabe 42/2008 des SPIEGEL (1 SPIEGEL 42/2008 vom 13.10.2008, S. 160) mit der Aussage zitiert, dass Krebsviren in Rindfleisch stecken. Er hält es für denkbar, dass diese Viren beim Essen vom Menschen aufgenommen werden und im Zusammenspiel mit weiteren genetischen Veränderungen menschliche Zellen in Krebszellen umwandeln können. Deswegen empfiehlt der Virologe, der für seine Arbeiten zur Aufklärung der Ursachen für die Entstehung des Gebärmutterhalskrebses ausgezeichnet wurde, Rindfleisch nur noch durchgebraten zu verzehren.
    Sollte sich seine Vermutung bewahrheiten, gibt es Rindersteak künftig nur noch „well done“. Doch die Warnung des Nobelpreisträgers vor rohem Rindfleisch beiseite zu schieben, hieße es sich zu einfach zu machen. Ist es tatsächlich so, dass virale Krankheitserreger in rohem Rindfleisch beim Menschen zu Krebs führen können?
    Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt seit 2007 auf seiner Homepage einen sorgfältigen Umgang mit Fleisch. Denn: Rohes Fleisch und Geflügel können mit Krankheitserregern belastet sein. Wer sicher gehen will, sollte Fleisch und Geflügel vor dem Verzehr auf jeden Fall ausreichend und gleichmäßig garen. Fleisch, das möglicherweise mit krankmachenden Bakterien, wie Salmonellen oder Listerien kontaminiert ist, kann dann be-denkenlos verzehrt werden. Auf und in rohem oder nicht ausreichend durcherhitztem Fleisch können sich solche bakteriellen Krankheitserreger vermehren. Diese Eigenschaft fehlt hin-gegen den Viren. Sie benötigen lebende Zellen, um sich zu teilen. Nur durch bestimmte Le-bensmittel können sie auf den Menschen übertragen werden, so zum Beispiel Muscheln o-der Gemüse, das mit Gülle gedüngt wurde. Das größte Risiko für eine lebensmittelassoziier-te virale Erkrankung sind rohe Lebensmittel wie Austern. Nicht zu unterschätzen ist auch das Vorkommen von beispielsweise Rota- oder Noroviren auf Beerenobst.
    Virale Erkrankungen des Menschen durch den Verzehr von Rindfleisch sind in Deutschland bislang noch nicht bekannt. Auch wenn Viren in Rindfleisch vorkommen können, so sind sie in der Regel auf die Spezies Rind beschränkt. Besonders deutlich wird dies am Beispiel der Blauzungenkrankheit, die sich derzeit in Deutschland ausbreitet. Sie ist eine virale Tier-krankheit und befällt Rinder, Schafe, Ziegen und Rotwild. Es handelt sich jedoch um eine Infektion, die nicht direkt von Rind zu Rind übertragen wird, sondern über Mücken der Gat-tung Culicoides. Der Übertragungsweg und die empfänglichen Tierarten werden schon seit längerem von Wissenschaftlern untersucht. Noch ist kein Fall bekannt geworden, in dem sich ein Mensch mit dem Blauzungen-Virus infiziert hat.

    Das gleiche gilt für Polyoma- und Papilloma-Viren, die das spezielle Forschungsgebiet des Nobelpreisträgers Professor Harald zur Hausen sind. Papilloma-Viren können beim Men-schen den gefürchteten Gebärmutterhalskrebs auslösen. Auch beim Rind können verwandte Viren vorkommen. Sie rufen dort nach Verletzungen der Haut und der Schleimhaut warzen- oder krebsartige Neubildungen hervor. Ein Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fleisch Papilloma-infizierter Rinder und dem Auftreten von Krebs beim Menschen wurde bislang noch nicht nachgewiesen. Nur Coggon und Mitarbeiter spekulieren in ihren statisti-schen Auswertungen von Studien aus dem Jahre 1989, dass eine mögliche Infektion mit Papilloma-Viren im Zusammenhang mit Lungenkarzinomen bei tabakrauchenden Schlach-tern gesehen werden könnte. Solche extremen Voraussetzungen lassen jedoch eine Verallgemeinerung kaum zu, zumal der Verzehr von rohem Rindfleisch weder untersucht noch als mögliche Ursache in Betracht gezogen wurde.

    Auch auf die Entstehung von Dickdarmkrebs, für die schon seit langem ernährungsbedingte Faktoren verantwortlich gemacht werden, konnte bislang kein spezifischer Einfluss von Rindfleischverzehr festgestellt werden. Zu diesem Schluss kamen Parnaud und Corpet, als sie im Jahre 1997 zahlreiche Fall-Kontroll-Studien sichteten. Nach der überwiegenden Anzahl der 29 ausgewerteten Fälle zu schließen, gilt dies offenbar auch für den Verzehr von Geflügel-fleisch und Fisch. Dagegen förderten gesättigte Fettsäuren, Protein, Eisen und heterozykli-sche Amine (wie z.B. N-Nitroso-Komponenten) die Tumorrate bei Ratten.

    Was ist also dran an zur Hausens Vermutung? Die Spekulationen über ein Krebsrisiko durch Papilloma-Viren infolge des Verzehrs von Rindfleisch sind nach heutigem Stand der Wissen-schaft nicht gerechtfertigt. Selbst wenn Papilloma-Viren im Fleisch nachgewiesen werden sollten, so stellen sie nach jetziger Kenntnis kein Risiko für den Menschen dar: Sie sind speziell an das Rind angepasst und können sich im Menschen nicht vermehren. Um eine Krank-heit beim Menschen auszulösen, müssten komplexe Mechanismen, wie Gentransfer oder die Integration von viralen Genabschnitten der Rinderviren in das menschliche Genom postuliert werden, die bisher jedoch noch nicht vorgefunden wurden.
    Was Papilloma-Viren angeht, bleibt es dabei: kurzgebraten, medium oder „well done“ ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.

    Kommentar des BfR vom 22. Oktober 2008

  3. Der folgende Benutzer sagt Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Mela (08.12.15)

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