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Thema: Glyphosat

  1. #1
    Administrator Avatar von Angelika
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    Glyphosat

    Grüß euch,

    nach dem Motto "Die gute Nachricht ist die bessere", ich glaube ich habe noch nicht erzählt, dass ich vor einigen Wochen bei uns im Bezirk in einem Gartenfachgeschäft war und dort nach dem Anblick versperrter "Roundup" und ähnlicher glypohosathältiger Unkrautvernichtungsmittel (Stichwort auch Monsanto) die Verkäufer fragte, ob die denn wissen, das das krebserregend sei, erfuhr: Nämlich dass die Gemeinde dort ihr "Abo" darauf gestoppt hat und es aufgrund der Berichte nicht mehr verwendet.
    Man sei darüber sehr froh.

    Auch hier habe ich eben darüber gelesen, als ich einen Link dazu suchte: http://mobil.bvz.at/nachrichten/loka...art5638,649309

    Und hier eine Info für Hobbygärtner: https://www.global2000.at/en/node/3770
    Da steht auch gleich die Wichtige Info wegen der WHO, ich habe sie rot markiert:

    Insgesamt wurden in 13 Gartencentern, Baumärkten, Gärtnereien und Lagerhäusern im Großraum Wien Testkäufe absolviert. Das erschreckende Ergebnis: In 9 von 13 Fällen wurden glyphosathältige Präparate als erste Wahl zur Unkrautvernichtung nahe gelegt. Darüber, dass der Wirkstoff Glyphosat nun als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft ist, wurden die TesteinkäuferInnen in keinem einzigen Fall – auch nicht auf Nachfrage – informiert. Zwischen der Einstufung von Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend" und unserem Einkaufstest lagen rund zwei Wochen. Trotzdem schienen die VerkaufsberaterInnen keine Informationen über die Einstufung des meistverkauften Pestizids als krebserregend zu haben. Die Einstufung von Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ durch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde am 20. März publiziert, nachdem ein internationales Gremium aus 17 unabhängigen Wissenschaftern und Experten sich zuvor rund ein Jahr eingehend mit den zur Verfügung stehenden wissenschaftlichen Publikationen zu Glyphosat auseinander gesetzt hatte.Glyphosat Testeinkäufe 2015.pdf
    EU muss rasch reagieren

    In Europa ist Glyphosat offiziell leider derzeit noch immer als gesundheitlich weitgehend unbedenklich eingestuft. So fand das für die EU-weite Bewertung von Glyphosat zuständige deutsche „Bundesinstitut für Risikobewertung“ (BfR) – nach eigener Aussage – trotz Prüfung von über tausend wissenschaftlichen Studien „keinerlei Hinweise auf eine krebserzeugende, reproduktionsschädigende oder fruchtschädigende Wirkung“ durch Glyphosat.
    Wir fordern daher vom Handel:


    1. den freiwilligen Verzicht auf Glyphosat-hältige Unkrautvernichtungsmittel durch Baumärkte, Gartencenter, Gärtnereien und Lagerhäuser
    2. dass Österreich innerhalb der EU mit gutem Beispiel voraus geht: Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter kann über ein “Verbot des Inverkehrbringens“ handeln, aber auch die Bundesländer oder Gemeinden können ein “Anwendungsverbot“ aussprechen bzw. Gemeinden auf das Ausbringen im öffentlichen Raum verzichten.
    3. ein generelles EU-weites Verbot des Wirkstoffs Glyphosat zum Schutz von HobbygärtnerInnen, KonsumentInnen und LandwirtInnen.

    Alternativen für KonsumentInnen: Biologische Unkrautvernichter oder Jäten

    Empfohlen wird für KonsumentInnen inzwischen der Umstieg auf natürliche Unkrautvernichtungsmittel wie z.B. auf Produkte auf Essigsäurebasis – oder ganz einfach mechanisch das Jäten des Unkrauts. Bereits alle glyphosathältigen Präparate aus all seinen 26 Filialen verbannt hat Österreichs größtes Gartencenter für den privaten Bereich, bellaflora. Dieses wagte 2013 den Ausstieg aus sämtlichen chemisch-synthetischen Pestiziden und setzt seither ausschließlich auf biologischen Pflanzenschutz.
    Da freue ich mich natürlich, dass Gemeinden, von denen ich es mitbekomme nun doch schon spontan reagiert haben und den Gebrauch von sich aus verboten haben.
    Wem nicht klar ist, worum es da geht: Die Stadtgärtner griffen/greifen da natürlich auch gerne zu, weil dann nicht händisch gesäubert werden muss, wo hübsche Zierpflanzen und Co gesetzt und gegossen werden.

    Auch Bellaflora hat es nicht mehr im Programm wie im Zitat zu lesen ist.
    In unserem Garten wird natürlich ohnehin sowas nicht verwendet. Allerdings ist unser "Rasen", soweit man unsere relativ kurze Wiese, die derzeit zur Steppe mutiert noch so nennen kann ohnehin ziemlich wild. Da wachsen Flecken voller Oregano, Scheinerdbeeren, Gundermann und so weiter. Gras ist irgendwo dazwischen auch einmal.
    Gegossen werden jene Flächen, auf denen Pflanzen wachsen, die wir essen und speziell Wasser benötigen.

    Aber ich gebe zu, als der "Rasen" angelegt wurde, steckte mich der Gärtner damals schon auch an mit seinem Rasen-Denken und dem Stolz wie toll es sei einen Rasen wie einen grünen Teppich zu haben. An einem Sommer vor geschätzten 15 Jahren stach ich glatt die aufkommenden Löwenzähne aus. Inzwischen ist es mir egal und ich esse den Löwenzahn. Und genieße das lustige Gefühl auf den Sohlen wenn ich im Garten barfuß gehe.
    Vor Bienen habe ich hier keine Angst - ich gehe ja nicht mit geschlossenen Augen und genieße bei blühenden Phasen den auch teilweise stark aufkommenden Blütenduft (besonders bei Lippenblütlern).

    Wer sich nicht sicher ist, ob seine Gemeinde auch schon informiert ist, kann ja selbst mal nachfragen. Manchmal hilft auch ein kleiner Informationsanstoß - denn dieses Gift betrifft ja auch die Gemeindearbeiter selbst, nicht nur jene, die dort wohnen.

    Liebe Grüße
    Angelika

  2. Der folgende Benutzer sagt Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Mela (13.07.15)

  3. #2
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Im TV habe ich vor 3 Monaten einen Bericht darüber gesehen:
    http://www.ardmediathek.de/tv/UNKRAU...astId=14913036
    So eine Ärztin hat Leute gesucht die ihren Urin auf Glyphosat untersuchen lassen wollen. Daraufhin hat sie 11 Proben bekommen. Neun davon waren mit Glyphosat belastet. (Minute 1 )
    Ökotest hat Brot und Mehle, etc. getestet und in 75% der Produkte haben sie Glyphosat nachweisen können obwohl die Hersteller sagen dass durch den Backvorgang der Stoff sich auflöst.


    September 2013 - Glyphosat - Wundermittel oder Teufelszeug:
    http://www.ardmediathek.de/tv/odysso...bcastId=246888
    5000 t Glyphosat werden jedes Jahr auf Deutschlands Äcker ausgebracht. 39% der Ackerflächen werden damit behandelt. Tendenz steigend.


    März 2015 - Unkrautvernichter Glyphosat
    http://www.ardmediathek.de/tv/Servic...castId=7582764
    Weltweit werden 1 Million Tonnen in der Landwirtschaft eingesetzt.
    Minute 2 machen sie einen Test im Baumarkt. Der Verkäufer kennt sich mit den Bestimmungen gut aus.
    Im nächsten Baumarkt sagt der Verkäufer zum Kunde dass wenn er jetzt klar sagt dass er das Mittel auf der Garagenausfahrt verspritzt , dann verkauft er ihm das Mittel nicht.
    Geändert von Tom Ate (13.07.15 um 22:23 Uhr)

  4. #3

  5. #4
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Glyphosat bleibt ein Dauerthema. Vor 3 Tagen haben sie schon wieder einen Bericht gebracht.

    "Tote Tiere - kranke Menschen" - Ist das Pestizid Glyphosat Schuld?

    Seit Mitte der 90er Jahre werden Teile Europas von einem geheimnisvollen Tiersterben heimgesucht. Und: Auch Landwirte erkranken. Wissenschaftler stehen lange vor einem Rätsel, bis man in den Tieren hohe Mengen des Pestizids Glyphosat findet. Allein in der europäischen Landwirtschaft Europas werden jährlich Millionen Liter solcher Pestizide eingesetzt."

    Der Filmbericht ist aber scheinbar nur bis zum 17.8 verfügbar.
    http://www.ardmediathek.de/tv/Dokume...page.moreclips


    Habe mir das gerade angesehen mit den Missbildungen bei den Ferkeln (Minute 00:18:20) -- Krass.

    Minute 00:22:00 - Da zeigen sie Argentinien - überall wird GMO-Soya angebaut. Und natürlich Glyphosat gespritzt. (Die Pflanzen wurden resistent gegen Glyphosat gemacht)
    Der Wind trägt den Sprühnebel der Giftflugzeuge in die Dörfer.

    Im Land wächst die Kritik dass es in den gewaltigen Soya-Monokulturen durch Resistenzen und Pflanzenkrankheiten keine natürliche Regulation mehr gäbe, so dass die eingesetzten Chemiecoctails immer aggressiver werden und die Giftspirale hemmungslos nach oben schraubt.

    Das sind so die Schattenseiten der Kochkost-Kultur. Schöne neue Welt.
    Man hat das Gefühl da spitzt sich was zu, aber trotzdem scheint es noch lange nicht ganz ausgereizt zu sein.

    Man könnte ja jetzt sagen die Kochköstler könnten auch ihre Nahrung biologisch-dynamisch anbauen.
    Aber die denken sich wahrscheinlich - wenn schon denn schon - , die ziehen das total durch , ohne Kompromisse,
    Das hat auf der anderen Seite auch wieder was.
    Geändert von Tom Ate (13.08.15 um 08:30 Uhr)

  6. #5
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    Roundup gibt es auch in Drogeriemaerkten

  7. #6
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    Einen aehnlichen Artikel sollte man zu Bisphenol A machen. Ein hormonell wirksamer Stoff - aber die Political Correctness und Genderforschung verbietet ueber die Folgen zu schreiben!
    Wer sich uebroigens fuer solche und viele andere Konsumentenschutzthemen interessiert, dem sei www.diemucha.at, das Konsumentenfrustmagazin, empfohlen.

  8. #7
    Samenkorn Avatar von Dust
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    Ist das jetzt Mainstream, oder ist da was dran, ist Glyphosat vielleicht doch weniger bedenklich als angenommen? Ich finde Mai stellt das ganz nett dar, jedoch bleibt das Ergebnis offen...

  9. #8
    Administrator Avatar von Angelika
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    Klar ist das Mainstream.
    Die Ernährungsproduktion für die Masse ist allerdings auch "Main".

    Ich würde meine Bildung nicht unbedingt von Youtube-Sendungen holen. Es ist inzwischen ein klassisches Vorgehen, diverse Studien durch den Kakao zu ziehen.

    Oft wird das Studiendesign angesprochen und vieles mehr. Was zumindest in Videos die ich gesehen habe noch nie so rauskam sondern eher ausgenutzt wird ist, dass Studien aus Prinzip damit schließen, dass noch weiter geforscht werden muss. Wenn ich z.B. eine Masterarbeit o.ä. schreibe, so MUSS das Thema eines sein, dessen Fragestellung zu bewerten ist.
    Wäre die Fragestellung ohnehin (schon) klar, bräuchte es keine weitere Forschung und die Forschung wäre am Ende. Das ist aber - so auch der Grundsatz - nicht das Ziel.

    Ich führe hier noch an, dass auch zwischen den Erkenntnis orientierten Ansätzen zu unterscheiden ist.
    Realismus (Anwendungsfall z.B. Abbilden von Firmenstrukturen),
    (kritischer) Rationalismus (Vorgangsweise deduktiv, d.h. von einem allgemein Theoretischen auf einen speziellen Fall),
    Konstruktivismus (Realität als Konstrukt unserer Sinnesorgane),
    Empirismus (sinnliche Wahrnehmung als Ausgangspunkt für Erkenntnis)

    Auch Struktur, Kultur und intellektueller Stil unterscheidet sich, hier besonders auch aus welcher Region/Kultur eine Studie kommt.
    - Sachsonischer Stil (Empirie)
    - Gallischer Stil (Ästhetik)
    - Nipponischer Stil (Kollektiv)
    - Teutonischer Stil (Theorie)

    Wir hier im deutschsprachigen Kulturbereich gehören dem Teutonischem Stil an. Was bei manchen "Aufklärungen" zu Studien auffällt - bzw. mir aufgefallen ist - , ist das hier nicht unterschieden wird, sondern diese Unterschiede zum Teil als Bewertung miss angewendet werden.

    Wie kann ich also Phänomene beschreiben und daraus Erkenntnisse ziehen, sind also auch Philosophie Varianten.
    Und als "Drüberstreuer" sind jene Studien, die von Herstellern mehr oder weniger im Hintergrund finanziert werden.

    Ich habe leider keine Zeit das Video von der öffentlichen Produktion durchgehend anzusehen. Die Art der Herstellung kenne ich, manche Video gehen auch darauf ein, was davon zu halten ist.
    Manches wird wohl dem einen mehr "passen" das andere nicht so und etwas neue Info ist für fast jeden in solchen Unterhaltungs-Wissens-Filmchen drin.

    Trotzdem:
    Ich habe es dennoch etwas angesehen (immer wieder vorgespult) und auch das Ende, wo sie meint so in der Art abwarten und Tee trinken.

    Meine Ansicht zum Thema:
    Es muss ja doch der Hausverstand sagen, dass es nicht sehr toll ist, wenn chemische Mittel z.B. zur Erleichterung der Ernte angewendet werden (und nicht lange vor der Ernte) und somit im Erntegut drauf sind.
    Auf der anderen Seite soll alles "billig" sein, der Druck auf die Bauern ist so groß, das sie nur durch Vergrößerung überleben (oder eben aufgeben).
    Tiefgreifende gesellschaftliche Themen sind aber nicht das Mittel der Wahl zur Unterhaltung. Eher das Betrachten eines kleinen (aber gut aufbereiteten) Bereiches, eben aber abgegrenzt.

    Zur Unterhaltung nett.
    Wer aber wissen will, was gut ist oder nicht, sollte den Kopf selbst einschalten.
    Glyphosat wurde gerade dafür "erschaffen" um auf möglichst kleinem Gebiet mit geringsten Zeitresourcen nutzbare organische Masse zu generieren.
    Dass es in der Folge auch auf Bahngleisen angewendet wird, mag sein.

    Ohne dass ich im geringsten Sinne Anhängerin oder gar Promoterin von "Lichtkost" bin - auf keinen Fall, kann ich hier dem Sinn des Titels "Wir fressen uns noch zu Tode" doch einiges abgewinnen.

    Bitte wer braucht Massenware-Chips und solches Zeug? Ernährung als Spaß?
    Wer braucht mitten am Tag frisches weiches Brot? Ich habe gut reden, da ich das ohnehin nicht esse, aber als Kind gab es frische Semmeln/Brötchen genau einmal am Tag: In der Früh vom Bäcker.

    Und doch werden die in "Bäckerei-Imitat-Boxen" aufgetauten, mit Spezialstoffen angerührten Teige für laufende Frische in einem großen Anteil von Supermärkten, Tankstellen usw angeboten.
    Mitteln, wo sich dann wieder Kunden beschweren, dass sie Unverträglichkeiten wegen Fodmaps usw haben (Hier wird u.a. gesagt, dass manche Stoffe nur durch zeitlich/richtige Fermentation abgebaut wird und nicht bei Fake-Zugabe von Hilfsmitteln. Hilfmittel, die bei Kochware eben überspielen weil es technisch funktioniert.

    Dabei will ich auch gar nicht behaupten, dass es nicht auch Bäckerbetriebe gibt, die mit Fertigteigmischungen arbeiten.
    Wer nicht den ganzen Tag über "frisch gebacken, weich und kross" anbietet, dort wird nicht gekauft.

    Mein Fazit: "Abwarten und Tee-Trinken" finde ich in diesem Hinblick schon sehr Mainstream, ja.
    Da die Konsumenten wohl nicht eingreifen (können), ist hier wohl politische Tätigkeit erforderlich. Wozu Massen an Nahrungsmittel erschaffen unter größtem Preisdruck, wenn Händler dann ohne Problem Überangebot das nicht verkauft wurde, einfach entsorgen können?


    Wer soll also PoitikerInnen deuten, wohin es geht? Werbekunden der öffentlichen oder privaten Sender oder Youtube-Werbezahler? Die Verbände der Firmen? Oder vielleicht doch der Druck der Bevölkerung, welche Prioritäten in der Masse zum gewünschten Wahlergebnis führen?

  10. #9
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    Hier eine Doku zu RoundUp / Glyphosat, die u.a. auf Youtube zu sehen ist (u.a.)

    Verlinktes Video von Youtube:Monsanto-Tribunal erkennt Ökozid durch Glyphosat | Roundup, der Prozess - arte Doku HD 2017


  11. #10
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    Ich habe mir das Video von dir, Dust, nun doch nebenbei ganz anhören und ansehen können.

    Das, was hier ausgeführt wird, ist die akademische Diskussion der statistischen Auswertung der Ergebnisse.
    Statistische Auswertung von Ergebnissen kann unterteilt werden in beschreibende (deskriptive) und schließende (analytische) Statistik:

    Beschreibende Statistik -> Stichworte: Diagramme, Häufigkeitsverteilung, Mittelwert, häufigster Wert, arithmetisches Mittel ..
    schließende analytische Statistik -> Frage der Zufälligkeit statistisch gemessener Phänomene (siehe auch: https://www.univie.ac.at/ksa/elearni...itative-5.html)

    Und das Video schließt wie erwartet, es muss noch weiter geforscht werden - wie immer.

    Jedenfalls sind diese Art von Video für viele ein gefundenes Fressen, sei es als Ersteller und als Konsument.

    Soweit ich gelernt habe, gehört es auch grundsätzlich zum guten Ton vieler Studien (siehe auch intelligente Stile/Prototypen/Philosophien), dass nichts endgültig gesagt werden kann.
    Ganz besonders beim nipponischen Stil: Wer sind wir zu glauben, wir können abschließend sagen, dass xxx ...

    Anders gesagt, die Aussage, dass man noch in der Wissenschaft forscht ist normal - sonst wäre es keine Wissenschaft ...

  12. #11
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    Oha, diese Info ist für Menschen mit hohem Rohkostanteil, die insbesondere gerne bzw viel Leinsamen, Linsen essen interessant.
    Zitat von: https://www.ages.at/service/service-.../lebensmittel/

    Hervorhebung von mir:

    Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln

    In den Jahren 2013 bis 2018 untersuchte die AGES insgesamt 1.714 amtliche Lebensmittelproben (Getreide, Hülsenfrüchte, Ölsaaten, Honig, Obst, Gemüse und sonstige Produkte) auf Glyphosat. Davon stammten 589 Proben (34 %) aus ökologischem Anbau. 594 Proben (35 %) stammten aus Österreich.

    • Insgesamt waren 94 % (1.616 von 1.714) der untersuchten Proben frei von bestimmbaren Glyphosat-Rückständen. Die Bestimmungsgrenze liegt zwischen 0,01 und 0,05 mg/kg. Sie ist abhängig vom untersuchten Lebensmittel und der verwendeten Analysenmethode.
    • Insgesamt 6 % der Proben (98 von 1.714) enthielten bestimmbare Glyphosat-Rückstände, vor allem Linsen und Leinsamen: Bei 143 Linsenproben wurden in 57 Proben bestimmbare Rückstände festgestellt; bei Leinsamen waren es 11 von 90.
    • Von den untersuchten Lebensmitteln aus ökologischem Anbau enthielten 1,4 % (8 von 589) bestimmbare Glyphosat-Rückstände. Es handelte sich um Linsen und Leinsamen. Glyphosat ist als Pflanzenschutzmittel im ökologischen Landbau nicht zulässig.Von den Proben aus konventionellem Anbau enthielten 8 % (90 von 1.125) bestimmbare Rückstände.
    • Von den Proben mit Herkunft Österreich wiesen 3 % (18 von 594) einen bestimmbaren Glyphosat-Rückstand auf.
    • Eine Probe aus dem Jahr 2017 (Honig, konventionell) überschritt den gesetzlichen Rückstandshöchstgehalt von 0,05 mg/kg.


    [...]Trinkwasser[...]
    Am Institut für Hydroanalytik der AGES wurden in den Jahren 2013-2018 1.956 Trinkwasser-Proben auf Glyphosat und auf den Metaboliten AMPA analysiert. Bei Wasserproben ist eine gleichzeitige Analyse von AMPA wichtig, weil Glyphosat in der Umwelt zu AMPA abgebaut wird. Glyphosat war in einer Trinkwasserprobe bestimmbar, AMPA in 31 Proben. Die Bestimmungsgrenzen für Glyphosat und AMPA lagen bei 0,05 µg/l. Die bestimmbaren Werte lagen unter dem Grenzwert für Glyphosat (0,1 µg/l), bzw. unter dem "Aktionswert" für AMPA (3 µg/l).

    Derzeit wurde in Europa "zurückgerudert" in der Bewertung, dieses Zitat hier ist aber auch interessant:
    https://www.ages.at/service/service-...sat/bewertung/

    In einer am 15. März 2016 veröffentlichten Pressemitteilung bestätigt das Komittee für Risikobewertung (RAC) der ECHA die bestehende Einstufung von Glyphosat als augenschädigend und chronisch gewässergefährdend (Eye dam 1, H318; aquatic chronic 2, H411). Eine Einstufung für mutagene, kanzerogene oder reproduktionstoxische Eigenschaften oder spezifische Zielorgantoxizität ist laut Verordnung (EU) 1272/2008 nicht gerechtfertigt.
    Österreich: Falls es jemand interessiert bzw nicht mitbekommen hat, aufgrund eines Formalfehlers wurde das Verbot nicht umgesetzt.
    Quelle: https://www.diepresse.com/5735688/gl...nicht-in-kraft

    Das Gesetz wird von der Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein nicht kundgemacht. Es hätte im Voraus der EU übermittelt werden müssen.
    Das im Juli vom Nationalrat beschlossene Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat wird von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein nicht kundgemacht und wird somit nicht in Kraft treten. Grund dafür ist ein reiner Formalfehler: Das Gesetz hätte der EU im Voraus zur Notifizierung übermittelt werden müssen, was aber nicht geschehen ist.

    Der österreichische Nationalrat hatte am 2. Juli ein Totalverbot von Glyphosat mit den Stimmen von SPÖ, FPÖ und NEOS beschlossen. Die Europäische Kommission hatte daraufhin das Verbot bis zum Ablaufen der Frist am 29. September nicht untersagt, weshalb mit einem Inkrafttreten zum 1. Jänner 2020 gerechnet worden war. Dazu kommt es nun nicht.

    [...]

    Auch Umwelt-NGOs haben das Vorgehen von Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein kritisiert. Es käme "einem Verrat an der Demokratie gleich, ein demokratisch zustande gekommenes Gesetz, das die ÖsterreicherInnen wollen und die EU akzeptiert nun mit 'formaljuristischen' Winkelzügen zu stoppen", so Greenpeace. Es laufe etwas falsch in Europa, wenn ein souveräner EU-Mitgliedstaat „ein wahrscheinlich krebserregendes Pestizid nicht verbieten kann“, sagte auch Helmut Burtscher-Schaden, Biochemiker bei Global 2000.

  13. #12
    Samenkorn Avatar von Dust
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    Ok. Danke. Erschreckend. Da habe ich ja ganz schön was losgestoßen. Und ich habe mich schon darauf gefreut bedenkenlos Obst und Gemüse während meiner Ungarn-Zeit kaufen zu können. Jetzt habe ich ja erstmal einiges zu recherchieren. Aber vielleicht sollte ich mich auch nicht allzu verrückt machen. Letztendlich kann das Streben nach gesündestem Essen wohl genauso schädlich sein, wie die Angst vor Glyphosat-Rückständen. Mein erster Gedanke war, na dann doch mehr Chiasamen statt Leinsamen oder generell weniger... Ach diese Angst von irgendwas zu viel oder zu wenig in seinen Körper zu tun, kann schon lähmend sein.

  14. #13
    Administrator Avatar von Angelika
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    Ich denke nicht dass du Angst haben musst, aber geh.
    Auf die Dauer sollte allerdings nachhaltiger gedacht und getan werden.
    Da finde ich nicht - also im Allgemeinen - das es reicht, die Hände in den Schoß zu legen.
    Eben habe ich einen Teil einer Neuverfilmung des rosaroten Panthers angeschaut. Aus einer Zeit, wo noch in Büros, Hotelzimmern und Autos wie selbstverständlich geraucht wurde. Sehr lustige Szenen, noch mehr weil so retro ...

    Mal sehen, was sich alles in den nächsten Jahren ändert.

  15. #14
    Samenkorn Avatar von Dust
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    Es entfernt sich zwar etwas vom Thema- aber vielleicht ist das r o s a r o t e im Panther der Nenner zu einem tollen neuen Film wo auch ganz selbstverständlich geraucht wurde- jedoch gleichermaßen wegen der 1933 beginnenden Episode politischer und menschlicher Tragödie. https://de.m.wikipedia.org/wiki/Als_...n_stahl_(2019)

    Sehr berührend und zeigt, wie äußere Umstände unsere Bedürfnisse relativieren und es Zeiten gibt, in den wir nicht groß wählen können, da wir uns nichts anderes leisten können oder wir irgendwie in einem geschlossenen System sind. Gut wenn wir Zeit und Muße haben Wildkräuter pflücken zu gehen- natürlich nicht direkt neben einem Monsanto- Acker oder in Industrie- Nähe. Oder wilden Müllhaufen...vermutlich.

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    Angelika (19.01.20)

  17. #15
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    Stimmt. Und manche sammeln Wildpflanzen, weil Hungersnot ist.

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