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Thema: Zuckermais

  1. #1
    Bonnie2000
    Gast

    Zuckermais

    Gehört Zuckermais zu Getreide oder zum Gemüse?

    Was sollte man darüber wissen? Sollte man ihn eher nicht verzehren?

  2. #2
    Administrator Avatar von Angelika
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    Hallo Bonnie,

    Mais gehört zu den Süßgräsern bei den Süßgrasartigen: http://de.wikipedia.org/wiki/Mais
    ... Was in dem Fall unschwer zu erschmecken ist.
    Es gibt übrigens nicht nur den ziemlich süßen Zuckermais, der dafür zart ist, sondern auch den Gemüsemais, der nicht gar so süß ist und nicht ganz so zart.
    Ich bevorzuge wenn, letzteren.

    Mais esse ich ab und zu gerne, allerdings kann ich nie große Mengen pur davon essen, also mixe ich ihn für gewöhlich auch nicht in größeren Mengen einfach wo rein.
    In der Folge nage ich eher die Kolben als das ich die Körner absäge/vom Kolben schneide und in einen Salat vorkommt (eher was fürs Auge, wenn ich das mache).

    In welcher Art möchtest du ihn in deiner Ernährung einbeziehen?

    Ab und zu ist ok.

    Folgende zwei Tatsachen finde ich erwähnenswert:

    Der Mais war früher nicht in Europa heimisch sondern wurde sozusagen von Kolumbus in die alte Welt gebracht. Dort nahmen ihn die Europäer zuerst nicht an, erst als er dann wieder "vom Osten" (also über diesen Umweg) herüberkam.
    Dann waren alle voll begeistert, weil er ja super sättigt und fett ist. Das Blöde, das man am Anfang nicht wußte - und das für die Zusammenstellung einer veganen/pflanzenbetonten/rohen Ernährung interessant ist, ist dass dem Ding leider was fehlt für Ausgeglichenheit. Ein Problem, das wir mit Weizen nicht hatten und nicht haben. Ein anderes.

    Die Völker, die dieses Lebensmittel vor tausenden Jahren nutzten, vollzogen eine Prozedur, um Pellagra - eine Mangelkrankeit - zu vermeiden: http://de.wikipedia.org/wiki/Mais#Nixtamalisation

    Nixtamalisation
    In Ländern, in denen eher selten Mais gegessen wird, wird der Mais einfach zermahlen. Dort, wo Mais ein tägliches Grundnahrungsmittel ist, werden die Körner viele Stunden mit alkalischen Stoffen (wie gelöschtem Kalk oder Holzasche) gekocht, enthülst, nass zu einem Teig vermahlen, dann entweder unmittelbar zum Endprodukt weiterverarbeitet oder wieder getrocknet und als Mehl gehandelt; durch diesen Herstellungsprozess wird Niacin freigesetzt, zudem verbessern sich Geschmack und Backeigenschaften.[41] Diese Verarbeitungstechnik, die als Nixtamalisierung bezeichnet wird, wurde in Oaxaca nachweislich bereits um 1500 v. Chr. verwendet und ist möglicherweise erheblich älter. Das so gewonnene Mehl wird in den Südstaaten der USA hominy grits und in Mexiko masa harina genannt. Bei der Einführung des Maises in Europa durch die Spanier im 15. Jahrhundert wurde die Nixtamalisation nicht angewendet, sodass Pellagra eine in Europa weitverbreitete Krankheit war, auch weil der Zusammenhang zwischen Mais und der Erkrankung lange nicht erkannt wurde. Zudem traten in Westafrika, wo Mais erst in den letzten Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel populär wurde, wegen der Unkenntnis dieser Methode häufig Mangelerscheinungen (Pellagra) auf. Die niedrige biologische Wertigkeit des Maisproteins führt zudem zu Mangelerscheinungen, wenn kaum andere Eiweißquellen zur Verfügung stehen, wie es in vielen Ländern Afrikas der Fall ist.
    Warum das erforderlich war/wäre/ist, habe ich rot markiert. Wird Mais als alleiniges Grundnahrungsmittel sonst verzehrt, wird zuwenig Niacin aufgenommen. Niacin wird auch Nikotinsäure genannt oder besser gesagt: Vitamin B3. Also ein essentielles Vitamin das bei fehlen zu Pellagra führt: http://de.wikipedia.org/wiki/Nicotins%C3%A4ure

    Fazit: Ist gut, reicht aber nicht als Mono-Nahrung.

    Und das zweite was ich interessant finde zu dieser Thematik ist, das es genetisch veränderten Mais gibt, der in die Gene das Avidin des Eiklars eingespielt bekommen hat. Als Frassschutzmittel, gegen Tiere.
    Avidin aus dem Eiklar wird unschädlich beim Erhitzen, weshalb auch von Natur aus die meisten gerne Dotter durchaus mögen, aber das Eiklar nicht wo es drin ist.
    Deshalb MUSS dann solcher Mais erhitzt werden, wenn man nicht auch noch das Biotin weggebunden haben will - Biotin = Vitamin B7 oder Vitamin H
    http://de.wikipedia.org/wiki/Avidin#...Biotechnologie

    Mit dem Avidin-Mais wurde über die Grüne Gentechnik ein Transgener Mais entwickelt, der in der Lage ist, Avidin in Konzentrationen über 100 ppm zu exprimieren. Dieses schützt den Mais aufgrund der Biotin-Bindung vor allem bei der Lagerung gegen Schädlingsbefall, da es verhindert, dass die Schadinsekten dieses aufnehmen können.[5] Auf diese Weise sollen Ernteausfälle durch Insektenbefall während der Lagerung vor allem in tropischen Ländern reduziert werden. Zudem wurden Experimente durchgeführt, wie Synergieeffekte von Bt- und Avin-Mais als Insektenschutz genutzt werden können.[6]
    Transgener Mais muss für die Nutzung als Nahrungs- und Futtermittel gekocht werden, da er ungekocht auch für den Menschen und andere Tiere nicht nutzbar ist.[7]
    Das passiert bei Biotinmangel: http://de.wikipedia.org/wiki/Biotin#Biotinmangel

    Bisher habe ich keine Deklaration eines genmaipulierten Mais gesehen und ich weiß auch nicht, ob der Mais dann ähnlich abstoßend schmeckt wie im Vergleich Eiklar zu Eidotter. Ich kann es nur hoffen. Ebenso, dass es gesetzliche Vorschreibungen gibt, dass solcher Mais gekennzeichnet werden müßte, wenn er im Umlauf ist.
    Ob sich die Natur auch damit kreuzt ist für mich nicht klar ...

    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Mais eine Art "Göttergabe" war. Denn "plötzlich" war er da und ist irgendwie botanisch schon sehr eigen/seltsam. Vielleicht war er immer schon etwas .. speziell ..

  3. #3
    Urwaldriese
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    Füher,
    auf den Feldern gab es eine Art "halbsüßen" Mais, in der damaligen DDR.
    Der schmeckte "halbsüß", etwas erdig und machte schnell satt.

    Die Sorten, die heute angebaut werden, werden meist für Biogasanlagen produziert.
    Die Pflanzen vergilben auf dem Halm und essen kann man diese Kolben nicht.

    Noch schlimmer ist das eingekochte Mais-Gemüse, welches einen äußerst aggressiven Zucker enthält, der Zähne schnell kaputt macht und sicher auch die Gesundheit...

  4. #4
    Samenkorn
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    Ich gönne mir ein bis zwei mal im Jahr Mais - allerdings am Kolben und Dampfgegart.
    Kann man Mais überhaupt als Rohkost essen?

  5. #5
    Urwaldriese
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    Also ich essen keinen Mais auch nicht roh. Die Sorten sind extrem überzüchtet und hier in Mitteleuropa ohnehin nur für die Energetisierung gedacht. Der Maiszucker gilt als sehr bedenklich...

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