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Dust

Tag fünf. Foodsharing und Scharbockskraut Oder: Das Leben einer Forelle

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Wikipedia sagt zum Scharbockskraut:
Toxikologie
Das Scharbockskraut ist in allen Teilen giftig, besonders aber im Wurzelstock und in den Bulbillen. Junge Blätter, die vor der Blütezeit geerntet werden, sind jedoch unbedenklich.[11][12] Hauptwirkstoffe sind Protoanemonin und andere unbekannte Stoffe. Protoanemonin wirkt schleimhautreizend.[12] Vergiftungserscheinungen sind: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Tja also, so beginnen ja meine Sätze ja gern, mit tja also:
Ich wachte auf. Schön und gut. Aber irgendwie auch nicht; relativ schnell war mir klar, Tempeh ist gestrichen und der angebliche Rohmilchkäse, Bio-Bergkäse aus dem Bioladen auch. Bei Tempeh hatte ich auch schonmal Vermutungen...
Der ganze Tag war im Gegensatz zum gestrigen ziemlich lasch und anstrengend. Gestern habe ich mir doch für 25€ Manuka-Honig geholt, war glaube ich eine gute Entscheidung, erstens lecker und zweitens wirksam.
Ich hatte heute noch keinen Kaffee, das wird denke ich auch so bleiben, stattdessen hatte ich morgens und um 17 Uhr Cassia Fistula, jeweils 15-20 Plättchen. War auch nötig. Für jedoch einen guten Stuhl. Ich kann nicht klagen.
Frühstück bestand aus 100g Feldsalat, 450 Gramm Heidelbeeren, 2-3 reife Bananen, 1 halbe Kokosnuss, 10 Macadamianüsse, 5 getrocknete Feigen, 1-2 Esslöffel Kakaonibs, Küchenkräuter. Ich denke ich hätte die Sachen nicht zu sehr abwechselnd essen sollen. 30 Minuten später etwa aß ich noch drei große Esslöffel anfermentierten Hafer inkl. der Rosinen. Ich glaube das hat ein paar Blähungen später verursacht oder es waren auch noch Sachen von gestern involviert. Na jedenfalls habe ich dann eine Forelle beim Fischhändler in der Parallelstraße gekauft, die liegt tot im kältesten Fach meines Kühlschranks, also über dem Gemüsefach.
Vorher habe ich sie einmal ausgerollt, aus dem Einpackpapier und es hat eigentlich sozusagen appetitlich gerochen, die wollte ich dann jetzt essen oder Ceviche machen, wenn es doch nicht so lecker ist, oder zur Not dünsten. Na jedenfalls kam ich nicht dazu.
Beim Scharbockskraut bin ich gelandet, nachdem ich den übrigen Käse und andere Lebensmittel in den foodsharing-Kühlschrank am Goldbekplatz gespendet hatte, also dann im Stadtpark angekommen, gleich fröhlich nach Wildkräutern Ausschau gehalten habe. Hey, das kenne ich doch, gleich mal drei kleine saubere Blättchen rein, eins nach dem anderen, ja irgendwie geschmacklich auch interessant, aber der Nachgeschmack, wow, was ist denn jetzt mit meinem Hals los, als ob ich Magensäure vom Erbrechen im Hals hätte, und bissel schwummerig, na wohl psychosomatisch, wegen der plötzlichen unerwarteten Effekte, naja, war dann ne halbe Std. unangenehm und habe das irgendwie versucht rauszurotzen, war aber zu trocken im Hals. Also: beim nächsten Mal noch vorsichtiger, oder da war ein Rostpilz drauf...Hmm- Na habe dann trotzdem noch ein paar kleine Blättchen Knoblauchsrauke, einen kleines Löwenzähnchen und noch etwas Neues probiert. War alles gut und lecker. 1 Liter Wasser im Supermarkt, den Einkauf eines Kürbisses, eines Kopfsalats und dreier Zitronen später bin ich daheim- im Atelier- nebenan laute Musiktherapie....Hmm...
Erstmal Mund mit Salzwasserspülung und Teebaumöl spülen, Zähne putzen und nebenan ist Betrieb, so richtig Hunger auf den Fisch habe ich eh noch nicht.
Also gab es jetzt einen halben Eisbergsalat, die restlichen Heidelbeeren vom Frühstück, ca. 150g , dann noch die halbe Papaya von gestern, zwei Bananen, drei getr. Feigen und 10 Macadamianüsse und n EL Kakaonibs. Bald probiere ich dann auch die fermentierten. Mal schauen ob's heute noch den Fisch gibt, aber erst wenn ich meine Ruhe hier habe und keine anderen Menschen da sind, die mich beim Filetieren und Zerteilen stören könnten. Schließlich ist es etwas Besonderes tierisches zu essen. Etwas rituelles-

21:25 Uhr, ja die Forelle ist nun als Nahrungsbestandteil in meinem Körper, schade, dass ich kein Katze habe, die hätte sich über die (wenigen) Reste gefreut. War wie ein kleiner Rausch, jetzt in die BAdewanne, vielleicht sind da ja noch mehr Forellen. Achja, es war wirklich lecker, hab kurz mit Zitrone probiert, ancevichet sozusagen, ohne war besser :-)

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Aktualisiert: In den letzten 2 Wochen um 22:28 von Dust

Kategorien
Rohkost-Umstellungs-Tagebuch

Kommentare

  1. Avatar von Angelika
    Wie schon anderswo geschrieben hier auch nochmal .. bitte kein Scharbockskraut essen.
    Falls es dich tröstet, ich bin am Anfang auch auf dieses verlockende Grün im Winter hereingefallen.
    Das war dann Grundmotivation mich alsbald mit Pflanzenordnungen und -familien zu befassen.
    Zu dem Zeitpunkt wusste ich natürlich noch nicht, dass es diese Kenntnisse und Zusammenhänge dann werden würden.

    Ich empfehle bei jeglichem unbekannten Grün nicht sofort zu schlucken! Und überhaupt, zuerst einmal riechen, das Kraut/Stengel/Blatt brechen. Tritt Saft heraus? Erstes Misstrauen, wenn es nicht schon komisch riecht. Aber nicht jeder Saft ist gleich "böse". Beim Scharbockskraut brauchst du aber nur auf die Zunge zu tupfen, wirst du andersartige Schärfe/unangenehmes Gefühl wahrnehmen. Soll bei längerer Anwendung auch Warzen wegätzen.

    Gute Wildpflanzen, von denen gute Mengen roh essbar sind, geben auch ein gutes Gefühl
    Bei der Rohkost ist man nicht auf der Suche nach "Medizin" sondern nach Nahrung um "Medizin" möglichst nicht zu brauchen.
    Vieles ist auch viel verdünnter in gut essbaren Lebensmitteln. Und in der Vermeidung von Dingen, die man nicht konsumieren soll, wirken diese viel stärker.