Die große Brennessel

gehört zu den Rosenartigen (siehe auch im Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Brennnesseln)
Anders als die Schwarznessel, von der häufig geglaubt wird, sie ist eine nicht brennende Brennessel. Die Schwarznessel oder auch Stink-Andorn gehört nämlich zu den Lippenblütenartigen: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarznessel
Letztere habe ich durchaus gerne - auch betreffend Allergien (siehe auch Pflanzenfamilien in meinem Buch)

Die Brennessel ist mir hier allerdings einen eigenen Eintrag wert.
Sie wird gerne als viel zu konsumierende Pflanze in der Rohkost geführt, doch es gibt wahrlich besser verträgliche Pflanzen. Bzw Pflanzenfamilien.

Grundsätzlich enthalten Pflanzen aus der Pflanzenfamilie der Rosenartigen, insb. die Blätter, gerne Oxalsäure . Bei Brennesseln nicht allzuviel. Und das kommt natürlich auch auf die Wachstumsbedingungen an.
Brombeerblätter sind hier besonders stark bekannt bzw man spürt gerade im Winter dann einen metallisch-säuerlichen Geschmack, wenn man die Blätter beißt.
Auch sind Blätter jener Pflanzenfamilie eher trocken und nicht so fett.

Bei der Brennessel ist das etwas anders - sie hat wohl durchaus auch etws mehr Fett, das ist auch typisch für Blätter, die eine Behaarung aufweisen (z.B. Borretsch und Lungenkraut, Vergiss-mein-nicht usw als typisches Beispiel der Pflanzenfamilie der Rauhblattartigen oder auch manche Lippenblütlerartige).

Aber - enthält auch Histamin und Nesselgiftstoff. Ich würde davon nicht allzuviel unbedingt in Smoothies mischen, wie es häufig mal empfohlen wird.
Roth - Daunderer - Kormann schreibt im Buch Giftpflanzen Pflanzengifte dazu:

Wirkstoffhaltige Pflanzenteile:
Blätter mit Brennhaaren. Bei Berührung der Brennhaare bricht das verkieselte Köpfchen ab. Es bleibt eine scharfkantige Spitze stehen, die in die Haut eindringt und durch Kapillarwirkung ihren Inhalt entleert.

Hauptwirkstoffe:
Neben Spuren von Ameisensäure findet sich im Sekret der Brennhaare Histamin, Acetylcholin, Serotonin sowie eine N-freie, amorphe, saure Substanz, als eigentlicher Nesselgiftstoff, deren Struktur noch unbekannt ist. Schon 0,1 y ist wirksam.
Hinweis: Man kann Blätter ganz gut abpflücken, wenn man "im Strich" angreift und das Blatt gefaltet in den Mund steckt. Trotzdem - wirken die abwehrenden Inhaltsstoffe in diesem Fall im rohen Zustand auch IM KÖRPER:
Weiter steht:

Wirkungen auf die Haut/Schleimhaut:
Nach Berührung mit der Haut Erythembildung mit Urticaria und unter Umständen Blasenerzeugung. Es ist ein Fall bekannt, bei dem ein Kind durch Mißhandlung mit Brennesseln starb.
Bei Einnahme der frischen Pflanze wie auch der Extrakte kann Reizung des Magens, Brennen an der Haut, Dermatitis und Nierenschädigung die Folge sein.
Junge Pflanzen im gekochten Zustand können unbedenklich genossen werden.
Allergien wurden nur selten beobachtet.
Die Pollen der Brennessel gehören aber zu den Erregern des im Sommer auftretenden Heuschnupfens. [...]
Das mit der Allergie ist auch interessant zu erwähnen, da Rosenartige auch dafür durchaus bekannt sind - man denke nur an die häufigen Allergien auf Gummibaum oder Apfel.

Deshalb: Es gibt wahrlich besser geeignete Wildpflanzen. Gerade Brennesseln wachsen dort, wo fruchtbare Erde ist. Diese kann man auch anders nützen, ggf mit Malven sähen etc ...