Oxalsäure und Rohkost


Oxalsäure kommt in vielen Zuchtgemüsen wie auch Wildpflanzen vor.
Sie kann relativ gut geschmacklich wahrgenommen werden: Wenn du ein Blatt eines Sauerampfers auseinanderreißt und ein Stück davon auf der Zunge tupfst, dann evtl zerbeißt, wirst du je nach Art und Standort relativ bald einen metallisch-sauren Geschmack wahrnehmen. Der Gehalt von Oxalsäure kann stark schwanken und hängt häufig auch vom Boden/Anbau, ggf der Düngung und dem Alter bzw. Erntezeitpunkt der Pflanze ab. Für wenige Pflanzen sind diese Zusammenhänge bekannt, für die meisten Pflanzen fehlen bis heute Untersuchungsergebnisse. Gerade auch deshalb ist das Wahrnehmen durch die Sinne sehr sinnvoll.

In der Kochkost werden Gemüse die für Ihren Oxalsäuregehalt bekannt sind, blanchiert. Die Oxalsäure geht dabei in das Kochwasser über, das danach verworfen wird. Beispiel: Spinat, Rhabarber, Mangold aber auch Buchweizen, Quinoa
Die genannten Beispiele gehören zu der Pflanzenfamilie der Nelkenartigen. Bei dieser Pflanzenfamilie muss man je nach dem mit erhöhtem Oxalsäuregehalt rechnen.
Ebenso gehört hier auch die Vogelmiere dazu, die aufgrund ihres Vorkommens auf Kompost geschmacklich unterschiedlich sein kann, aber meist im Vergleich weniger Oxalsäure enthält. Auch ist Babyspinat geeigneter als ältere Spinatblätter.
Auch Löwenzahnblätter enthalten Oxalsäure , hier ist es ebenso besser, die jungen Blätter zu nehmen (ich esse davon immer nur die Löwenzahnblüten).

Folgende Nahrungs- und Genußmittel sollten Personen, die zu Oxalat-Nierensteinen neigen, meiden:
Spinat, Mangold, Rhabarber (Blätter enthalten mehr als die Stängel), Kakaoerzeugnisse, Rote Rüben, evtl Schnittbohnen (werden roh ohnehin nicht gegessen normalerweise). Bei den Früchten können Karambola (Sternfrucht) und Mango je nachdem auch einen höheren Gehalt an Oxalsäure enthalten (insb bei unreiferer Sternfrucht).

Außerdem unter anderem je nach Pflanze: Portulak, Gartenmelde, Brombeerblätter, Bambussprossen (falls roh erhältich).
Richtwerte für Oxalsäuregehalte siehe auch im Buch Giftpflanzen Pflanzengifte von Roth, Daunderer, Kormann (S. 872 ff.)

Von zuviel Oxalsäure kann man Oxalsäurevergiftung bekommen. Einer der Gründe, warum man roh nicht unbedingt die oben genannten Lebensmittel mit anderen Lebensmitteln vermischen soll um sie zu essen, wenn man sie so nicht in derselben Menge mit Genuß verzehren würde.
In Nahrungsmitteln kommt häufig die freie Oxalsäure und Oxalsäur e-di-Kaliumsalz (Kleesalz) vor. Beide sind gut wasserlöslich, können als Nahrungsmittel aufgenommen werden und entsprechend zu Oxalatsteinen führen

Außerdem hemmt Oxalsäure die Aufnahme von Mineralstoffen wie Eisen und Calcium.
Praktisches Beispiel aus "Grundfragen der Ernährung" von Schlieper (S. 319): "In 100 g Spinat sind durchschnittlich 558 mg Oxalat und 157 mg Calcium enthalten. Damit kann das Oxalat ggf nicht nur das gesamte Calcium des Spinates ausfällen sondern zusätzlich noch 100 mg Calcium. In 100 g Milch sind ca. 128 mg Calcium, diese Menge würde also noch zusätzlich durch 100 g Spinat ausgefällt. Spinat ist aus diesem Grund nur bedingt als Säuglingsnahrung geeignet."

Hier gilt im Besonderen: Nur essen, was auch wirklich pur gut schmeckt.