AGEs - Advanced glycation endproducts

Eine erste Erklärung, die sicher noch ergänzt wird: AGEs fördern durch Aktivierung von RAGE (Rezeptor für AGE) Entzündungen in den Zellen. Hohe Einnahme oder "Eigenproduktion" (siehe unten), fördert somit Entzündungen bzw chronische Erkrankungen die mit entzündlichen Prozessen zu tun haben.

Fortgeschrittener Glykosylierungs Endprodukte (AGEs ) sind eine mehrteilige, komplexe Gruppen von Verbindungen, die gebildet werden, wenn reduzierende Zucker in einem nicht- enzymatische Weise mit Aminosäuren in Proteinen (Eiweiß) und anderen Makromolekülen reagiert.

Dies geschieht sowohl außerhalb des Körpers (in Lebensmittel bei Lagerung oder auch bekanntermaßen bei Erhitzung) und im Körper (des Menschen).
Höhere Konzentrationen werden in den älteren Erwachsenen gefunden.

Höhere AGE Werte treten bei gesunden älteren Erwachsenen und auch Menschen mit chronischen Erkrankungen auf (auch Diabetes).

Die Forschung ist daran, quantitativ AGEs in der Nahrung und im Menschen zu messen, und die Mechanismen, die erklären, warum manche menschliche Gewebe beschädigt sind, zu identifizieren.

In den letzten zwanzig Jahren gab es immer mehr Hinweise darauf, dass erhöhte AGEs bei der Entwicklung von chronischen degenerativen Erkrankungen des Alterns, wie kardiovaskuläre Erkrankung, Alzheimer- Erkrankung und Komplikationen von Diabetes mellitus in Verbindung gebracht werden.

Ergebnisse mehrerer Studien in Tiermodellen und mit Menschen zeigen, dass die Einschränkung der AGEs in der täglichen Ernährung positive Auswirkungen auf die Wundheilung , Insulinresistenz und Herz-Kreislauf -Erkrankungen, kürzlich bei Tieren auch auf die Lebenserwartung hat.

Eine Ernährung, die einen hohen Prozentsatz an ausgewogener Frischkost, also Rohkost inkludiert ist deshalb eine der besten Möglichkeiten, eigene chronische Krankheiten in den Griff zu bekommen bzw zu vermeiden, sie zu bekommen.
Auch wenn man in jungen Jahren noch nicht oder nicht so viel davon merkt, AGEs sammeln sich bei stetig höherem Konsum besonders an und können in der Folge ab dem 60. Lebensjahr oben genannte Schwierigkeiten immer mehr forcieren.

Selbst wenn Sie nicht ganz "roh" essen, vermeiden Sie den Konsum von Lebensmitteln, die besonders viele AGEs aufweisen.
Als erste Hilfe mit einer englischsprachigen Liste diese PDF der american dietation association http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3704564/

Ein paar kleine Tipps, was besonders (!) zu meiden ist auch im Hinblick auf Anwendung von Erhitzungsprozessen aus welchen Gründen auch immer:

Vermeide insbesondere bei Kochprozessen:
Kochprozesse:
* hohe Erhitzung, insbesondere über 180 °C (wenn ich für meine Familie etwas im Backofen bereite, dann stelle ich auf max 150 °C ein und lasse es lieber etwas länger darin)
* trockene Erhitzung (ggf Wassergefäß in den Backofen dazustellen)
* Da tierische Produkte häufig in größeren Mengen im Falle des Falles verzehrt werden und diese im Erhitzungsfall eine hohe Menge an AGEs aufweisen, sollten diese besonders reduziert werden.
In zweiter Linie Mehlprodukte wie knuspriges Brot (braune Brotrinde), Vollkornbrot (noch mehr als Weißbrot) usw.

Rohkost:
* Lange Lagerung, auch von Nüssen und Trockenfrüchte

Geschmacklich erkennt man AGEs daran, weil das Lebensmittel "deftiger" schmeckt (gilt für AGEs wie auch ALEs -> L von Lipde/Fett, oxidierte/reagierte Fette)

Maßnahmen die für niedrigere AGE-Bildung sorgen bei Kochprozessen bzw zusätzliche Maßnahmen:
* Gargut evtl mit Essig vorbehandeln
* Niedrigtemperatur
* Dampfgaren oder im Wasser erhitzten bevorzugen (Nudeln bzw Reis vor Brot bevorzugen)
Rohkost:
* Frischkost bevorzugen
* Polyphenolhältige Lebensmittel steuern dagegen bzw mindern diese bei Lagerung den Prozeß (gefrorene Heidelbeeren sind eher länger haltbar als Erdbeeren oder Bananen oder Durian, die dabei auch bitter werden)
* B Vitamin reiche Lebensmittel steuern dagegen

* Sport verbraucht AGEs (soll sogar die Telomere verlängern)

Eine passive Beobachtung kann kurz nach der Einnahme von AGEs/ALEs auch bei nicht erwärmten Nahrungsmittel beobachtet werden: Es wird einem kurz darauf ziemlich warm. Dies kann auch nach länger getrockneten (älteren) Trockenfeigen wie auch getrockneten Rohfleischprodukten oder Nüssen, die älter als 6 - 8 Monate bzw. bei der Verwendung von rohen Nußmusen passieren.
Manchmal ist dieser Effekt gerade im Winter gewünscht - doch Achtung, er hängt mit AGE/ALEs zusammen. In dem Fall "heizt man dem Körper anders ein".

Rohkost bzw. AGE-arme Ernährung heißt nicht, alles kalt zu essen oder gar aus dem Kühlschrank. Verwenden Sie durchaus auch warmes Wasser. Eine Umstellung von deftig schmeckender Kost auf mild schmeckende Kost ist es fast in jedem Fall. Bei Gourmet-Rohkost wird häufig mit Tricks unter Anwendung von Trockenfrüchten mit höherem AGE-Gehalt (fruchtzuckerreiche Exotenfrüchte mit geringem Polyphenolgehalt wie getrocknete Mangos, Ananas oder Antrocknung von Äpfel etc, Verwendung von Musen wie auch extrahierten Ölen und sogar reduzierten Fruchtzuckersirupen wobei gerade insbsondere letztere eigentlich gar keine Rohkost sind, jedoch eben den (erhitzten) Karamellgeschmack liefern.

Wenn Sie neu sind: Melden Sie sich gerne im Forum an, stellen Sie Fragen. Und - wir duzen uns hier.

Ergänzung am 19.06.2017: Alina Moritz hat eine deutschsprachige Bachelorarbeit zum Thema AGEs gemacht, in diesem Forumseintrag stehen nähere Infos und der Link zum Grin-Verlag: http://www.rohkostforum.net/threads/...r-Verringerung