Grüß euch!

Ein auch schöner Weihnachtsbrauch ist in Italien die Hexe La Befana.
Der Sage nach soll die Hexe von den Hirten (oder den 3 Königen auf der Durchreise) die Frohe Botschaft gehört haben. Sie war gerade (wie immer) beim Putzen und meinte, sie holt die 3 Könige später leicht auf um mit ihnen zum Jesuskind zu kommen. Aber als sie dann auf ihrem Besen wegflog, fand sie den Stern und die 3 Könige nicht mehr. So beschenkte sie dann die Kinder in Italien.
Im Gegensatz zu dem dicken (Coca-Cola-Werbung-amerikanisierten) Weihnachtsmann setzt sie eher auf gesündere Ernährung und meint, dass es kein Wunder ist, dass er so dick ist, wenn er dauernd Kekse und Süßigkeiten ißt. Sind Kinder nicht so brav gewesen, können auch Kohlenstücke in den Socken statt Süßigkeiten von ihr landen. Diese sind aber meist nur Lakrize.

Das kann man ruhig auch rohköstlich betrachten, denn Lakrize wird aus dem Süßholz gemacht.
Und so hat auch Lakrize (die dann aber nicht mehr roh ist) ähnliche Wirkung: http://de.wikipedia.org/wiki/Lakritz...che_Verwendung

Süßholzwurzel wirkt aufgrund der enthaltenen Saponine, vor allem der Glycyrrhizinsäure, expektorierend (auswurffördernd), sekretolytisch (schleimverflüssigend) und sekretomotorisch (schleimlösend). Bei Süßholzextrakten wurde eine antibakterielle und antimykotische Wirkung nachgewiesen. Typische Anwendungsgebiete sind Husten, Bronchialkatarrh und andere Erkrankungen der oberen Atemwege.

Bei Gastritis und Magengeschwüren findet die Süßholzwurzel ebenfalls Anwendung. Die experimentell und klinisch belegte entzündungshemmende und krampflösende Wirkung ist noch nicht vollständig geklärt. Die nachgewiesene entzündungshemmende Wirkung der Glycyrrhizinsäure soll aber nicht durch eine Hemmung der Prostaglandinbiosynthese, sondern durch Einfluss auf die Wanderung der Leukozyten zum Entzündungsort entstehen.[2] Daneben beeinflusst Glycyrrhizinsäure selbst den Steroidstoffwechsel, indem sie das Enzym Steroid-5β-Reduktase (EC 1.3.99.6), möglicherweise auch die NAD+-abhängige 11β-Hydroxysteroid-Dehydrogenase 2 hemmt. Diese Enzyme bauen Cortison und Aldosteron ab, ihre Hemmung führt daher zu einer Verlängerung der biologischen Halbwertszeit der Corticosteroide sowie bei hohem Aldosteronspiegel zu Bluthochdruck und Kaliumverlust.[3]
Zur Behandlung der chronischen Hepatitis und der Leberzirrhose wird im ostasiatischen Raum Glycyrrhizinsäure in Kombination mit Glycin und Cystein als Infusion eingesetzt. Für Glycyrrhizin wurde eine antivirale Wirkung bei Hepatitis A und C belegt.[4] Auch soll der Süßholzzucker die Produktion eines Virusproteins der Herpesviren blockieren, das normalerweise die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindert.[5] Ohne dieses Protein bemerken die Zellen den Eindringling und leiten ihren eigenen Tod ein. Die dafür nötige Dosis ist allerdings viel zu hoch, um durch normalen (gesundheitlich unbedenklichen) Lakritzkonsum erreicht zu werden, und wurde nicht am lebenden Menschen, sondern nur an Zellkulturen nachgewiesen.[6] Weitere Forschungen untersuchen auch die antivirale Wirkung auf das Kaposi-Sarkom-auslösende Herpesvirus.[7]

Die medizinische Wirkung der Süßholzwurzeln war schon in der Antike bekannt. Die Ägypter des Altertums schätzten Lakritze sehr und kannten ein Lakritzegetränk namens Mai sus. Theophrastos von Eresos, der um 350 v. Chr. lebte, schätzte Lakritze als Heilmittel gegen Husten und als Durstlöscher. Es soll daher zur Standardausrüstung der römischen Soldaten gezählt haben. Tim Richardson weist in seiner Geschichte der Süßigkeiten darauf hin, dass auch französische und türkische Soldaten im Ersten Weltkrieg Lakritze im Marschgepäck hatten.
In Mitteleuropa kennt man Lakritze als Heilmittel seit dem Mittelalter. In Großbritannien wurden Lakritztaler zu therapeutischen Zwecken hergestellt. Erst 1760 setzte ein Apotheker namens George Dunhill der Lakritze Zucker zu, so dass sie von da an als Süßigkeit verzehrt wurde. In der chinesischen Medizin ist die chinesische Lakritze (G. inflata, eine verwandte Süßholz-Art) nach wie vor ein Standardheilmittel. Es wird dort als Tonikum für das Herz eingesetzt sowie bei Geschwüren, Erkältungen und Hautunreinheiten verwendet.

In der Kombination mit Ammoniumchlorid und Anisöl wird Süßholzwurzelextrakt zu Salmiakpastillen verarbeitet. Als „traditionell angewendetes Arzneimittel zur Schleimlösung im Bereich der Atemwege“ bezeichnet, wurden sie bereits in Hagers Handbuch der pharmazeutischen Praxis von 1925 beschrieben.

Getrocknete Süßholzstangen werden auch zur Zahnpflege gekaut, wobei neben den enthaltenen Inhaltsstoffen auch die Eigenschaft des Holzes zum tragen kommt, beim Kauen am Ende stark auszufasern und so eine natürliche Zahnbürste zu formen.



Aber auch was die heiligen 3 Könige neben dem Gold schenken, verdient rohköstliche Betrachtung: Weihrauch und Myrrhe (letzter ist aus einem "Bruderstrauch" des ersteren, das Harz ist nur noch viel bitterer und wirkt zusätzlich schmerzstillend)

Eßbares Weihrauchharz ist durchaus im Handel bzw auf Märkten erhältlich. Ich kaue es ab und zu (siehe auch Beschreibung und ggf Kombi Minzeblatt + Weihrauchharz im Buch)

http://de.wikipedia.org/wiki/Weihrauch#Wirkmechanismen

1991 fanden der Tübinger Pharmakologe Hermann Ammon und seine Mitarbeiter in dem Harz den entzündungshemmenden Wirkstoff Acetyl-11-keto-ß-boswelliasäure (AKBA). Acetyl-11-keto-ß-boswelliasäure greift in den Entzündungsprozess ein, indem es vermutlich die Leukotrienbiosynthese reduziert.[26]

Nach einer 2012 erschienenen Studie aus dem Arbeitskreis von Oliver Werz (Universität Jena, früher Universität Tübingen) verringern Boswelliasäuren die Entzündungsreaktion, indem sie die Synthese von Prostaglandin E2 unterbinden. Prostaglandin E2 ist für die Vermittlung der Immunantwort zuständig. Boswelliasäuren hemmen das für dessen Synthese zuständige Enzym. Extrakte aus dem Harz der Art Boswellia papyrifera erwiesen sich dabei als besonders wirksam – diese kommt vorwiegend im Nordosten Afrikas (Äthiopien, Somalia, Eritrea) und auf der arabischen Halbinsel (Jemen, Oman) vor.[1] Problematisch sei, dass sich Boswelliasäuren nur schwer synthetisch herstellen ließen, zugleich Weihrauchbäume als deren einzige natürliche Ressource in ihrem Bestand aber stark bedroht seien.[1]
Ein wichtiger Strauch, den man schützen muss. Kein Wunder, dass früher Weihrauch so wertvoll wie Gold war. Später ersetzte die Entwicklung von Antibiotika weite Anwendungen von Weihrauchharz für die breite Masse.
Es wirkt auch psychisch (siehe Link) und auf das Kurzzeitgedächtnis (wird stark verbessert). Bei plötzlichem Halskratzen hat es mir auch schon mehrmals geholfen, wenn ich dennoch viel sprechen mußte (insb im Beruf).
Myrrhe ist auch interessant und duftet zudem gut: http://de.wikipedia.org/wiki/Myrrhe#Naturmedizin

Ob es Zufall ist, dass diese stark wirksamen Naturprodukte bzw Pflanzenteile gerade nach der oft ernährungstechnisch unausgewogen praktizierten Weihnachtszeit geschenkt oder zumindest erwähnt werden?

Liebe Grüße
Angelika