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Thema: Linsen, Erbsen...

  1. #1
    Sprössling
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    Linsen, Erbsen...

    Kann man eigentlich getrocknete Linsen und Erbsen roh essen?
    Gilt das nur für Bohnen, das diesen roh ungenießbar sind?

  2. #2
    Wilder Busch Avatar von Farawla
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    Klar KANN man. Ich würde sie allerdings einweichen und zum Keimen bringen.
    Von den Linsen ist allerdings in größeren Mengen eher abzuraten. Den Grund dafür weiß ich allerdings nicht mehr. Vielleicht schreibt Angelika noch was dazu.
    Bohnen niemals roh essen (giftig) außer die "Dicke Bohne" die soll wohl gehen.

  3. #3
    Administrator Avatar von Angelika
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    Grüß dich Bonnie!

    Zitat Zitat von Bonnie2000 Beitrag anzeigen
    Kann man eigentlich getrocknete Linsen und Erbsen roh essen?
    Gilt das nur für Bohnen, das diesen roh ungenießbar sind?
    Dieses Wochenende bin ich kaum dazu gekommen, etwas am PC zu machen, aber diese Frage möchte ich ganz kurz beantworten:

    Die getrockneten Linsen und Erbsen selbst musst du natürlich mindestens einweichen bzw zum Keimen bringen, damit du sie überhaupt kauen kannst.
    Und abgesehen davon, ob es ungiftig ist, solches zu essen stellt sich auch die Frage, ob es sinnvoll ist im Zuge der Rohkost.

    Grundsätzlich gehören die von die genannten Samen zu den Schmetterlingsblütlern und enthalten Lektine. Dazu habe ich einiges in meinem Buch erklärt.
    Kurz gesagt können Lektine eher "uns" aufmachen, als wir sie: Selbst Kochen kann dies nicht ganz ausschalten.
    Deshalb ißt man von diesen Samen, zu denen auch die Kichererbsen gehören, die durchaus auch manchmal lecker sind, eher ab und zu und nicht zuviel auf einmal.
    Bohnen gelten an sich als ungeeignet. Ich habe noch nie Bohnen roh bzw. eingeweicht oder gekeimt gegessen, außer die Mungobohnen. Diese kaufte ich vor meiner Rohkost-Umstellung sehr gerne und gab sie in meinen Salat bis ich informiert wurde, dass man selbst diese Keimlinge nicht roh sondern blanchiert essen sollte. Bis dahin hatten sie mir gut geschmeckt, schienen mir eher geschmacklos als einen störenden Eigengeschmack zu haben. In der Rohkost-Zeit hatte ich sie nicht wieder getestet, sodass ich hier jetzt nicht direkt etwas dazu sagen kann, außer dass ab und zu sicher nichts macht.

    Prinzipiell stellt sich allerdings auch die Frage, ob es sinnvoll ist, manches zu essen.

    Gerade in der Rohkost ist es derzeit auch üblich zu sagen, dass man alles mit einem Mixer so klein bekommen kann, dass selbst die Zellwände aufgetrennt werden würden.
    Wenn ich z.B. Tobinambur oder Sellerieknolle weich werden lasse, so ist das auch einfach dafür, damit ich diese besser verdauen kann. In frischer Form hätte ich Probleme damit.
    Was ich aber wirklich interessant finde in diesem Zusammenhang - und auch eben im Zusammenhang der Schmetterlingsblütenartigen, ist die Bioverfügbarkeit im Vergleich.

    Ich fasse mich kurz:

    1. Wenn man Mandeln mechanisch zerkleinert, kann man sie besser verstoffwechseln als wie wenn man sie einfach nur zerkaut.
    Dies habe ich auch bei reifer Kokosnuss gemerkt, weil ich diese viel besser verwerten kann wenn ich sie raspel als abbeisse. Dies erkenne ich auch am Stuhlgang
    Überhaupt trifft es in solchen Fällen vor allem auch für die Verwertung von Fett zu.
    Aber auch daran, was "hängenbleibt", also die Verwertung an sich. Nur weil man etwas schluckt, heißt da noch lange nicht, dass man es auch verwertet.
    Man ist, was man verwerten kann.
    Der Punkt ist jener: Zellaufschluss erfolgt, wenn die Adhäsionskräfte der mittleren Lamelle, welche die Zellen miteinander verbinden, stärker ist als die Zellwand. Mit Zellbruch sind die Nährstoffe bioverfügbar, weil der intrazelluläre Inhalt freigesetzt wird.
    (Siehe auch: http://m.pnas.org/content/109/17/E991.short )

    ABER

    2. Bei Leguminosen (eben Schmetterlingsblütenartigen) ist das anders: Die Zellwände sind wohl aufgrund ihres Lysingehaltes (etc., ist das genetisch typische im Bau, der in Symbiose mit Mikroorganismen entsteht) stärker als die mittlere Lamelle. Sie halten sogar meist dem Kochen stand und werden erst durch Fermentation, also Verdauung durch Mikroorganismen aufgebrochen.
    Der obere Magen/Darmtrakt schafft es weder roh noch gekocht. Deshalb wird z.B. Sojasauce so hergestellt, dass Soja+Reis gekocht und dann noch zusätzlich mit Mikroorganismen versetzt werden um eine optimale Verwertung zu erreichen.

    (Hinweis: Bei manchen Pflanzenwurzeln wie Maniok (Malphigienartige) muss noch noch weiter verfahren, um schließlich einen Brei oder ein Mehl davon essen zu können: http://de.wikipedia.org/wiki/Maniok#Inhaltsstoffe)

    Eiweiß (Proteine) bzw Kohlenhydrate (insb Stärke) kommen bei nicht-Verwertung einfach wieder mit dem Stuhlgang heraus. Im besseren Fall. Im schlechteren Fall muss man auch berücksichtigen, dass die Pflanzen nicht ganz uneigensinnig sind, was den Schutz des zu hohen Verzehres von Samen betrifft. In der Regel schützen sich Samen - und insbesondere sind hier auch die Schmetterlingsblütenartigen (Leguminosen in dem Fall) dafür bekannt, dass sie auf den Organismus einwirken. Sei es, dass die Verdauungskraft eben nicht so gut funktioniert, sie sogar zusätzlich beeinträchtigt wird, oder auch dass die Fortpflanzungsfähigkeit zurückgehen kann.
    Oder bei Gluten die in der Weizen-Familie der Süßgrasartigen enthalten sind - auch sie sind eine Form von Lektinen.

    Es gibt einen eher vegan angehauchten Film, der Name ist mir gerade entfallen (ich glaube "Der grüne Planet", "quasi von einem anderen Planeten/einer zu favorisierenden Zukunft"), da wird behauptet - gar auf die Frage danach, ob man Soja denn roh essen könne, dass man eben Soja roh essen könne. Dieser Fehler könnte ein Grund sein, warum der Film nicht mehr Bekanntheit erreicht hat. Soja hat sogar in erhitzter Form noch ungewünschte Konsequenzen bei regelmässiger Basisernährung nach Jahrzehnten.

    Rein von der Theorie her fände ich eine Kombination von erhitzten Hülsenfrüchten mit einem hohen Anteil an Rohkost im Sinne einer veganen Rohkost sehr sinnvoll. Soweit ich beobachte, praktizieren dies viele, zum Teil auch unter Einbeziehung zum Teil von pulverisiertem fermentierten Erbsenprotein (etc.)

    In meinen eigenen Versuchen dazu musste ich allerdings für mich feststellen, dass ich von Kochkost (erhitzte Gemüse wie auch Kartoffel etc) äußerst müde werde und mein Darm je nach dem sogar äußerste Probleme damit hat.
    Leider bekomme ich auch von pulverisierten fermentierten rohen Eiweißpulvern Lungenprobleme, was ich in erster Linie auf die bei der Pulverisierung bzw auch Lagerung danach zurückführe (AGE/ALE Bildung).

    Deshalb bevorzuge ich insbesondere leicht verdaulichere saisonal erhältliche frische Pflanzenteile, wo erforderlich ergänzt durch den Handel, und wechsle bei kritischeren Lebensmitteln viel ab.

    Interessant finde ich, dass Erbsenpflanzen selbst nach Erbsen schmecken (also die Blätter, Stiele etc). Immer wenn wir diese Pflanzen im Garten hatten, aß ich lieber die Blätter und hob die Samen für neuere Pflanzen auf. Ich meine damit: Warum die Erbsen essen, wenn die Pflanze an sich schon schmeckt.
    Im Sommer, insb Spätsommer bekomme ich hier häufig Erbsenschoten und auch Erbsen in der Schote. Die jüngeren schmecken hier feiner als die älteren, aber natürlich kann man sich das dann in einer Packung nicht aussuchen.

    Eingeweichte Linsen hatte ich bei einer Familie als Praxis gesehen, doch die Kinder aßen es nur, wenn sie in Salz eingeweicht waren.
    Ich hatte es in der Familie auch schon probiert, zum Teil auch als Gemisch, einmal auch erhitzt - aber egal wie wir es machten, meine beiden bekamen starke Blähungen davon.

    Blähungen sollte man eher meiden, insbesondere sollten sie nicht regemässig auftreten, da sie darauf hinweisen können, dass der Darm entzunden werden kann.
    Und abgesehen davon, dass dies an sich nicht gut ist, stört es die Aufnahmemöglichkeit durch die Schleimhäute (Bioverfügbarkeit).

    Was immer du auch aus dieser Richtung ißt: Iß es am besten ungemischt, je nach dem auch eher (zumindest leicht) fermentiert und gut gespült.

    Kinder mögen diese Gruppen auch eher pur. Es ist ein Irrglaube, dass Kinder immer gemischte Sachen vorgesetzt bekommen wollen. Gerade wenn sie es von Anfang an mitbekommen, gibt es sehr viele Kinder, die es pur und ungemischt bevorzugen. Und das ist auch eine sehr gute Grundlage für die Wahrnehmung und deren Schärfung.
    Sie lernen, Geschmäcker gut zuzuordnen und sicher(er) damit umzugehen.

    Im Wesentlichen trifft das auch für Erwachsene zu, nur sind diese häufig durch ihre Vorbildung mehr geblendet.
    Nicht selten zeigt ein Kind den Erwachsenen zuverlässiger, was gut oder gar nicht so gut ist mit der Zeit .. und es gibt sich nicht so schnell mit Kompromissen ab.

    Eventuell interessiert dich dieses Produkt: http://www.sunwarrior.com.au/
    Falls du Erfahrungen damit sammeln willst, würde mich dein Bericht dazu - einer ggf am Anfang und einer nach einiger Zeit sehr interessieren.

    Liebe Grüße
    Angelika

  4. Der folgende Benutzer sagt Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    kasigesine (07.12.13)

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