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Thema: Kochkost News

  1. #61
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Im Vorwort zu seinem Buch "Outliers" erzählt Malcolm Gladwell eine interessante Geschichte über ein italienisches Dorf das damals fast komplett nach Amerika auswanderte.

    Allein im Jahr 1894 beantragten 1.200 Bürger von Roseto einen Reisepass, um nach Amerika zu emigrieren, und ganze Straßenzüge des alten Dorfes blieben entvölkert zurück.
    In Neu-Roseto gab es unter den Bewohnern fast keine Herzkrankheiten, was ziemlich ungewöhnlich war. Wissenschaftler versuchten die Ursache dafür herauszufinden. Es waren nicht die Gene und auch nicht die Ernährung. Es war das soziale Gefüge in dem die Bewohner zusammenlebten was sich als sehr fördernd für ihre Gesundheit herausstellte.

    ...Allmählich erwachte Neu-Roseto zum Leben. In ihren Hinterhöfen hielten die Rosetani Schweine, und auf den Hängen bauten sie Wein an. Sie errichteten Schulen und ein Kloster und legten einen Friedhof und einen Park an. Entlang der Hauptstraße wurden kleine Läden, Bäckereien, Restaurants und Bars eröffnet. Es entstand ein halbes Dutzend Textilmanufakturen, in denen Hemden und Blusen hergestellt wurden. Die Einwohner des Nachbarorts Bangor waren überwiegend Einwanderer aus Wales und England, der nächste Ort war mehrheitlich deutsch, und da die Beziehungen zwischen Engländern, Deutschen und Italienern damals eher unterkühlt waren, blieb Roseto fest in italienischer Hand. Die wenigen auswärtigen Besucher, die in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts die Hauptstraße entlanggingen, hörten nur Italienisch, oder genauer gesagt den Dialekt, der in der Gegend um Foggia gesprochen wurde. Neu-Roseto in Pennsylvania war eine eigene kleine Welt und existierte in weitgehender Abgeschiedenheit vom Rest der amerikanischen Gesellschaft. Dies hätte sich auch kaum geändert, wenn da nicht ein Mann namens Stewart Wolf gewesen wäre. Wolf war Arzt mit Spezialgebiet Verdauung und unterrichtete Medizin an der University of Oklahoma. Seine Sommerferien verbrachte er auf einem Bauernhof in Pennsylvania, ganz in der Nähe von Roseto. Das hat allerdings nicht allzu viel zu sagen, denn der italienische Ort war derart isoliert vom Rest der Welt, dass man in der Nachbargemeinde leben und trotzdem nichts über Roseto wissen konnte. »In den Sommerferien – es muss Ende der Fünfzigerjahre gewesen sein – bin ich einmal von einer Ärztevereinigung aus dem Bezirk zu einem Vortrag eingeladen worden«, erinnerte sich Wolf Jahre später in einem Interview. »Nach dem Vortrag hat mich einer der Ärzte zum Essen eingeladen. Bei einem Glas Bier hat er mir erzählt, ›Ich praktiziere seit 17 Jahren in dieser Gegend. Meine Patienten kommen aus der ganzen Region, aber in Roseto habe ich kaum jemanden unter 65 mit einer Herzerkrankung.‹«

    Wolf war überrascht. Man schrieb die Fünfzigerjahre, cholesterinsenkende Mittel und Vorbeugungsmaßnahmen gegen Herzerkrankungen waren weit und breit noch nicht in Sicht. In den Vereinigten Staaten waren Herzinfarkte eine Volkskrankheit und die häufigste Todesursache für Männer unter 65 Jahren. Für einen Arzt war es damals nahezu unmöglich, nicht mit Herzkrankheiten zu tun zu haben.

    Wolf beschloss, der Sache auf den Grund zu gehen. Er fand Unterstützung bei seinen Studenten und Kollegen in Oklahoma. Sie sammelten Totenscheine der Bewohner von Roseto und gingen so weit in die Vergangenheit zurück, wie sie konnten. Sie werteten die Archive in den Arztpraxen aus und rekonstruierten mithilfe der Krankenakten Familienstammbäume. »Wir haben 1961 mit unserer Arbeit angefangen und zunächst eine grobe Voruntersuchung durchgeführt«, berichtete Wolf. »Der Bürgermeister hat uns versprochen, ›Ich schicke Ihnen meine Schwestern, die sollen Ihnen helfen.‹ Er hatte vier Schwestern. Für unsere Untersuchungen hat er uns den Sitzungsraum des Gemeinderats angeboten. Ich habe ihn gefragt, wo denn dann der Gemeinderat seine Sitzungen abhält, aber er hat nur geantwortet: ›Die verschieben wir dann eben.‹ Seine Schwestern haben uns mit Essen versorgt. Wir haben kleine Kabinen aufgebaut, um Blut abzunehmen und EKGs zu erstellen. Beim ersten Mal waren wir vier Wochen da. Danach habe ich mich mit dem Gemeinderat unterhalten. Er hat uns über den Sommer die Schule zur Verfügung gestellt, und wir haben die gesamte Bevölkerung von Roseto zu den Tests eingeladen.«

    Die Ergebnisse waren erstaunlich. In Roseto war kaum jemand unter 55 Jahren an Herzinfarkt gestorben oder wies auch nur Anzeichen einer Herzerkrankung auf. Bei Männern über 65 Jahren lag die Zahl der Todesfälle durch Herzerkrankungen um 50 Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Genauer gesagt, war die Todesrate bei sämtlichen untersuchten Krankheiten in Roseto um 30 bis 35 Prozent niedriger als im Rest der Vereinigten Staaten.

    Wolf holte sich Unterstützung bei einem Freund namens John Bruhn, einem Soziologen der University of Oklahoma. »Wir haben Medizin- und Soziologiestudenten angeheuert, die in Roseto von Tür zu Tür gegangen sind und jeden Einwohner über 21 befragt haben«, erinnert sich Bruhn. Das war vor mehr als 50 Jahren, doch Bruhn klingt noch immer erstaunt, wenn er die Ergebnisse beschreibt. »Wir haben keine Selbstmorde, keinen Alkoholismus, keine Drogenabhängigkeit und kaum Verbrechen gefunden. Niemand hat Sozialhilfe bezogen. Niemand hatte Magengeschwüre. Die Leute sind an Altersschwäche gestorben. Das war’s.«

    Mediziner wie Wolf haben einen Namen für Ortschaften wie Roseto, die aus der Alltagserfahrung herausfallen und auf die normale Regeln nicht zuzutreffen scheinen. Sie sprechen von Ausreißern.

    Wolf nahm zunächst an, die Rosetani hätten möglicherweise einige Ernährungsgewohnheiten aus der Alten Welt mitgebracht und seien deshalb gesünder als die übrigen US-Amerikaner. Doch er erkannte sehr schnell, dass dies nicht der Fall war. Die Rosetani kochten mit Schweineschmalz und nicht mit dem sehr viel gesünderen Olivenöl, das ihre Landsleute in der alten Heimat verwendeten. In Italien bestand die Pizza aus einem dünnen Teig, der mit Salz und Öl bestrichen und gelegentlich mit einigen Tomaten, Sardellen oder Zwiebeln belegt wurde. In Pennsylvania war die Grundlage der Pizza dagegen ein dicker Brotteig, der mit Wurst, Salami, Schinken und oft sogar mit hartgekochten Eiern belegt wurde. Süßes Gebäck wie biscotti und taralli, das es in der alten Heimat nur an Weihnachten und Ostern gab, wurde in Pennsylvania das ganze Jahr über gegessen. Als Wolf die Essgewohnheiten in Roseto von Ernährungsexperten analysieren ließ, stellte sich heraus, dass die Einwohner sage und schreibe 41 Prozent ihrer Kalorien in Form von Fett zu sich nahmen. Und natürlich stand in Roseto niemand vor Sonnenaufgang auf, um Yoga zu praktizieren oder zehn Kilometer zu joggen. Die Rosetani waren starke Raucher, und viele hatten mit Übergewicht zu kämpfen.

    Wenn die Ergebnisse nicht durch Ernährungsgewohnheiten und Sport zu erklären waren, stellte sich die Frage, ob die außergewöhnliche Gesundheit vielleicht auf die Gene zurückzuführen war. Die Einwohner von Roseto stammten fast durchweg aus derselben Region in Italien, und Wolf überlegte, ob sie vielleicht aus besonders zähem Holz geschnitzt und deshalb vor Krankheiten geschützt waren. Also suchte er nach Verwandten der Rosetani, die in anderen Teilen der Vereinigten Staaten lebten, um zu untersuchen, ob sie die bemerkenswerte Gesundheit ihrer Vettern in Pennsylvania teilten. Die Antwort war Nein.

    Also sah er sich die Region um Roseto an. Vielleicht gab es ja irgendetwas in den Hügeln von Pennsylvania, das sich besonders positiv auf ihre Gesundheit auswirkte. Die nächstgelegenen Ortschaften waren Bangor im Tal und Nazareth in einigen Kilometern Entfernung. Beide Ortschaften waren etwa genauso groß wie Roseto und wurden wie die italienische Enklave von fleißigen europäischen Einwanderern bewohnt. Wolf analysierte die Krankenakten in beiden Ortschaften und stellte fest, dass in Bangor und Nazareth dreimal so viele Männer über 65 an Herzerkrankungen starben wie in Roseto. Auch das war also eine Sackgasse.

    Allmählich sah Wolf ein, dass das Geheimnis von Roseto weder Sport noch Ernährung noch die Gene oder die gesunde Umwelt waren. Es musste also an Roseto selbst liegen. Bei ihren Aufenthalten im Ort erkannten Wolf und Bruhn den Grund. Sie beobachteten, wie die Rosetani sich gegenseitig Besuche abstatteten, sich auf der Straße auf Italienisch unterhielten oder sich in ihre Gärten zum Grillen einluden. Sie lernten die komplizierten Verwandtschaftsbeziehungen kennen, die den gesamten Ort durchzogen. Sie sahen, dass oft drei Generationen unter einem Dach zusammenlebten und dass die Großeltern großen Respekt genossen. Sie besuchten die Messe in der Kirche Unserer Jungfrau Maria vom Berg Karmel und erkannten die gemeinschaftsbildende und befriedende Rolle der Kirche. Sie zählten sage und schreibe 22 verschiedene Vereine, und das bei knapp 2 000 Einwohnern. Sie erkannten den besonderen egalitären Geist der Gemeinschaft, der die Reichen davon abhielt, ihren Erfolg zur Schau zu stellen, und den Gescheiterten half, ihren Misserfolg zu verbergen.

    Die Rosetani hatten die paesani-Kultur von Süditalien in den Osten von Pennsylvania mitgebracht und auf diese Weise eine robuste Sozialstruktur geschaffen, die sie vor den Belastungen der modernen Welt beschützte. Es war der Ort, aus dem sie kamen, der ihre Gesundheit ausmachte, und die Welt, die sie sich in ihrem kleinen Dorf in den Bergen geschaffen hatten. »Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch in Roseto. Ich habe gesehen, wie drei Generationen beim Essen zusammengesessen haben, die ganzen Bäckereien, die Leute, die auf der Straße spazieren gegangen sind und vor ihren Häusern gesessen und sich unterhalten haben. Ich habe die Nähereien gesehen, in denen die Frauen tagsüber gearbeitet haben, während die Männer in den Schiefersteinbrüchen waren«, beschreibt Bruhn. »Es war ein magischer Ort.«

    Sie können sich vermutlich vorstellen, auf welche Skepsis Bruhn und Wolf stießen, als sie der medizinischen Fachwelt ihre Erkenntnisse präsentierten. Sie hielten Vorträge auf Konferenzen, auf denen ihre Kollegen gewaltige Datenmengen in komplizierten Grafiken zusammenstellten und hochspezifische genetische und physiologische Prozesse beschrieben, während sie über die geheimnisvollen gesundheitlichen Auswirkungen von Unterhaltungen auf der Straße und vom Zusammenleben dreier Generationen unter einem Dach sprachen. Damals ging man davon aus, dass eine hohe Lebenserwartung vor allem damit zusammenhing, wer man war – mit anderen Worten, mit den Genen. Unsere Gesundheit hing außerdem von unseren persönlichen Entscheidungen ab – was wir essen, wie viel Sport wir treiben und welche medizinische Versorgung wir erhalten. Niemand ging davon aus, dass Gesundheit etwas mit der Gemeinschaft zu tun haben könnte, in der wir leben.

    Wolf und Bruhn mussten die Fachwelt davon überzeugen, Gesundheit und Herzinfarkte in einem völlig neuen Licht zu sehen: Sie mussten ihren Kollegen klarmachen, dass sie nicht verstehen konnten, warum jemand gesund war, wenn sie dessen persönliche Entscheidungen und Handlungen aus dem Zusammenhang herausgelöst betrachteten. Mediziner mussten lernen, über den Einzelnen hinauszublicken. Sie mussten die Kultur, die Familien, die Freunde und das soziale Umfeld der Menschen verstehen. Sie mussten erkennen, dass die Werte der Welt, in der wir leben, und die Menschen, mit denen wir uns umgeben, entscheidende Auswirkungen darauf haben, wer wir sind. Mit seiner Arbeit in Roseto hat Stewart Wolf unser Gesundheitsverständnis revolutioniert.

    https://www.amazon.de/%C3%9Cberflieg...words=outliers



    Geändert von Tom Ate (07.08.16 um 22:47 Uhr)

  2. #62
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Beim McDonald's-Restaurant im Olympischen Dorf in Rio durften die Top-Athleten bisher so viel bestellen, wie sie wollen, aber das Frei-Essen wurde jetzt auf 20 Produkte pro Bestellung beschränkt.

    Weil die Sport-Stars zu viel bestellten, die Schlange vor dem Imbiss immer länger wurde, hat der amerikanische Fast-Food-Riese das Frei-Essen auf 20 Produkte – Achtung! – pro BESTELLUNG beschränkt. Das berichtet die „Washington Post“.

    Die australische Freistil-Schwimmerin Melanie Schlanger (29) verrät „news.com“: „In den letzten Tagen kommen die Mitarbeiter kaum hinterher, wenn jeder Athlet 27 Cheeseburger, 40 Chicken McNuggets, 12 Eis und eine Cola Light bestellt.“

    Auch ein McDonald's-Mitarbeiter erzählt: „Das chinesische Basketball-Team kommt den ganzen Tag – jeden Tag. Die Chinesen essen Big Macs um 9 Uhr morgens. Es ist verrückt!“

    Mit dem Bestell-Limit soll alles besser werden.
    Bleibt die Frage: Wenn sich McDonald's von 20 Produkten pro Bestellung eine kürzere Schlange erhofft, wie viel haben die Athleten dann bitte vorher bestellt?

    http://www.bild.de/sport/olympia/oly...8946.bild.html

    In den letzten Tagen kommen die Mitarbeiter kaum hinterher, wenn jeder Athlet 27 Cheeseburger, 40 Chicken McNuggets, 12 Eis und eine Cola Light bestellt.“
    Also, das kann ich ja kaum glauben dass die Athleten soviel bestellen. Bei den Gewichthebern könnte ich es mir ja noch vorstellen.

  3. #63
    Urwaldriese Avatar von Mela
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    Zitat Zitat von Tom Ate Beitrag anzeigen
    Also, das kann ich ja kaum glauben dass die Athleten soviel bestellen. Bei den Gewichthebern könnte ich es mir ja noch vorstellen.
    Oh täusche dich nicht! Mein junger Bruder ist internationaler Top-Leistungsschwimmer und was die an Kalorien "verheizen" ist unfassbar! (Fünfstellige Bereiche!)
    McDonalds isst mein Bruder aber vernünftigerweise nicht. (also ich finde es vernünftig)

  4. #64
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    In einer Kochsendung haben sie die Vegetarier-Gruppen zusammengefasst:

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

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    Lacto-Vegetarier - sind alle die pflanzliches essen und Milchprodukte

    Ovo-Vegetarier - essen Pflanzliches, Milchprodukte und Eier

    Pescetarier
    - essen Fisch und Pflanzliches. Können natürlich auch Eier oder Milchprodukte dazu essen

    Veganer
    - der isst überhaupt nichts vom Tier, nicht einmal Honig

    Rohköstler
    - die essen nichts was über 30 ° Grad erhitzt ist

    Frutarier
    - die essen nur Früchte

    Flexitarier
    - das ist eigentlich die Masse, das heißt die essen zweimal die Woche Fleisch, dann einmal vielleicht vegan, einmal ovo-lacto-vegetarisch. Das sind die Leute die sagen sie wollen auf nichts verzichten, alles irgendwann mal essen, aber es muss nicht ständig Fleisch und nicht ständig Fisch sein.






    Rohköstler
    - die essen nichts was über 30 ° Grad erhitzt ist
    30 Grad habe ich bisher noch nicht gehört. Meistens sagt man ja 40 oder 42 Grad. Manche sagen ja sogar 49 Grad.

  5. #65
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Anderson Davis - Zesty-Dressing Werbespots


  6. #66
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Im neuen "SPIEGEL" ist die Titelstory über unsere Nahrungsmittel.

    Klicke auf die Grafik für eine größere Ansicht 

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    Der Algentrunk, der Eier-Smoothie und all die anderen Delikatessen gehören zu den "Top-Innovationen" auf der weltweit größten Messe der Ernährungsindustrie.
    Die Köstlichkeiten funkeln wie Trophäen in den Vitrinen. Eine Flasche enthält eine Flüssigkeit, die vor lauter Chlorophyll grün leuchtet. Der aus Algen hergestellte Trank soll sehr gesund sein. „Toni's Smoothei“ wiederum ist ein Smoothie, der die Inhaltsstoffe von Hühnereiern enthält und als Brain-, Power- und Beauty-Food wirken soll.

    https://magazin.spiegel.de/SP/2017/1...ign=centerpage
    In ihren Laboren versucht die Lebensmittelindustrei dass Essen immer wieder neu zu erfinden. Der gruselige Nebeneffekt: Auf der Messe sind kaum noch Produkte zu sehen, die unsere Großelten als Lebensmittel erkannt hätten.
    Industriell verabeitete Produkte machen bei vielen Menschn schon 60 Prozent der täglichen Energiezufuhr aus.
    Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit gibt es mehr fettleibige als untergewichtige Erdenbürger.
    Schon vor über hundert Jahren prophezeite der französchische Chemiker Marcelin Berthelot, die Landwirtschaft und das Kochen würden eines Tages durch Laborprodukte ersetzt. In nicht allzu ferner Zukunft werde das Essen nur noch aus Tabletten bestehen.

    Unheimlich, aber wahr: Der Trend geht tatsächlich in Richtung Astronautennahrung: Seit Jahren arbeiten die Techniker der Lebensmittelindustrie daran, die klassische Nahrung Schritt für Schritt abzuschaffen. Neuartige Techniken machen es möglich, ein gewaltiges Angebot aus billigen Zusatz- und Hilfsstoffen sowie Aromen herzustellen.

    Die Versorgung der Allgemeinbevölkerung mit diesen Produkten ist zu einem globalen Geschäft geworden.
    Die Markenvielfalt im Supermarkt täuscht darüber hinweg, dass einige wenige Firmen wie Nestlé, Coca-Cola, PepsiCo, Unilever, Danone, Mondelez International und Kraft Heinz den Markt beherrschen. Diese Firmen entscheiden darüber mit, wie sich Millirarden Menschen ernähren - und sie profitieren direkt von deren Überernährung: Wer mehr isst, muss mehr kaufen.
    Auf die Kalorienbomben der Foodindustrie ist unser Körper nicht eingestellt. Die Mitglieder der Gattung Homo sind zwar von Natur aus Allesfresser. Sie haben sich von dem ernährt, was es in ihrer jeweiligen Heimat zu beißen gab. So futterten Neandertaler im heutigen Belgien hauptsächlich Wollnashorn und Wildschaf, ihre Artgenossen im heutigen Nordspanien zumeist Pinienkerne, Pilze und Moos, berichteten Forscher Anfang des Monats im britischen Magazin "Nature": Die Wissenschaftler haben das aus fossilem Zahnstein herausgelesen.
    Eines aber enthielt die Steinzeitkost - logischerweise - nicht: energiereiche, ultraverarbeitete Nahrung. Sie war noch nicht erfunden.

    Die Bewohner von Inseln im Südpazifik beispielsweise aßen bis vor weinigen Jahrzehnten Ananas, Süßkartoffeln, Kokosnüsse oder Fisch; Herzinfarkt und Schlaganfall waren etwa auf den Eiland Kitava unbekannt.
    Inzwischen hat ultraverarbeitete Nahrung auch diese abgelegenen Inseln erobert mit der schlimmen Folge, dass die Bevölkerung von Samoa oder Tonga heute so dick und krank ist wie nur wenige Gesellschaften auf der Welt.
    Ultraverarbeitete Nahrung ist kein echtes Essen; sie wird hergestellt um echte Lebensmittel zu ersetzten.
    Geändert von Tom Ate (20.03.17 um 23:35 Uhr)

  7. Der folgende Benutzer sagt Danke an Tom Ate für diesen Beitrag:

    tatjana (21.03.17)

  8. #67
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    Irgendwie total „gruselig“...

  9. #68
    Baum Avatar von tatjana
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    Ja, ja, das Essen heutzutage ist schon längst kein Grundbedürfnis mehr....

  10. #69
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Nochmal zurück zu dem SPIEGEL-Artikel. Man müsste ihn ganz durchlesen, denn die Zitate sind so ein bisschen aus dem Zusammenhang gerissen:

    Das große Fressen führen viele auf ihre eigene persönliche Schwäche oder die falschen Gene zurück. Doch in Wahrheit sind die Dicken mehr Opfer als Täter, verführt von einer global agierenden Lebensmittelindustrie, die ungesundes Essen zu einer neuen Form von Sucht gemacht hat. Gezielt suchen Nahrungsmittelhersteller nach Rezepturen, die das Sättigungsgefühl ausschalten - und geben Studien in Auftrag, die verschleiern sollen, dass ihre Produkte dick machen.


    "Hedonische Hyperphagie" nennen Forscher den Effekt: Man frisst und frisst - obwohl man eigentlich längst satt sein müsste. Dieses ungesunde Essverhalten trägt entscheidend zum Übergewicht in der Bevölkerung bei. Und es hat unmittelbar mit ultraverarbeiteten Lebensmittel zu tun.
    Versuchstiere, die gerade eine mächtige Mahlzeit verschlungen haben, lassen sich nicht einmal von drohenden Stromschlägen davon abhalten, ihre Gier weiter zu befriedigen.
    Forscher fanden heraus dass Fett und Zucker in einem ganz bestimmten Verhältnis kombiniert sein muss um eine hedonische Hyperphagie auszulösen.
    Als es einst darum ging, die Folgen des Rauchens zu verharmlosen, folgte die Tabakindustrie einem geheimen Drehbuch, in dem vorgeschrieben war, wie sich die Mitarbeiter, Lobbyisten, PR-Leute, Hausjuristen sowie industrienahe Wissenschaftler und Politiker zu verhalten hatten. Ganz gleich, was auch passiert, stets ging es darum, folgendes Mantra zu verbreiten: Es sei nicht bewiesen, dass Rauchen Krebs verursache.

    Eine Strategie scheint auch die Nahrungsmittelindustrie zu haben:

    1. Erinnere an die Eigenverantwortung des einzelnen Menschen!
    2. Schüre Ängste davor, dass Maßnahmen von Behörden die Freiheit des Einzelnen beschneiden!
    3. Diffamiere Kritiker als Lebensmittel-Polizisten, Ernährungsfaschisten, die den Menschen vorschreiben wollen, wie diese zu leben haben!
    4. Rede Studien, die eignen Interessen schaden, klein und gib eine Studie in Auftrag, die das Gegenteil zeigt!
    5. Behaupte, dass die körperliche Aktivität für das Körpergewicht wichtiger ist als die Ernährungsweise!
    6. Sag, dass es keine guten und schlechten Lebensmittel gibt!
    7. Ersticke jegliche Kritik an der Industrie im Keim!

  11. #70
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Das Fazit der Yale-Forscher lautet:
    "Eine Ernährungsweise mit gering verarbeiteten Lebensmitteln, nahe an der Natur und vorwiegend aus Pflanzen, ist maßgeblich mit Gesundheitsförderung und Krankheitsverhütung verbunden."

    Ungesättigte Fettsäuren aus Olivenöl, Fisch, Getreide, Obst, Gemüse, Nüsse, Knoblauch und Wein (in moderaten Mengen) sind bekanntermaßen die Bestandteile der Mittelmeerkost. Aber keine dieser Komponenten ist für sich genommen nur annähernd so segensreich wie die Kost in ihrer Gesamtheit.
    Eine im Januar veröffentlichte Auswertung von Daten von mehr als 12,7 Millionen Menschen hat gezeigt: Wer sich mediterran ernährt, der erkrankt statistisch gesehen seltener an Krebs, Herzinfarkt, Demenz, Diabetes Typ 2 und lebt länger als der Durchschnitt der Bevölkerung.

    Kein Wunder das Sardinien von Hundertjährigen bevölkert wird.

    https://magazin.spiegel.de/SP/2017/1...ign=centerpage

    SPIEGEL: Frau Brombach, die Deutschen haben laut Umfragen ein wachsendes Gesundheits- und Körperbewusstsein, Diätratgeber und Kochbücher finden reißenden Absatz - beste Voraussetzungen für eine gesunde Ernährung, sollte man meinen. Trotzdem gibt es immer mehr Übergewichtige, ernährungsbedingte Krankheiten nehmen zu. Wie erklären Sie diese Diskrepanz?

    Brombach: Zwischen Wissen und tatsächlichem Verhalten besteht ein riesengroßer Unterschied. Außerdem wechseln die Moden der Ratgeber immer schneller - jedes Jahr eine andere Bikini-Diät, jedes Jahr die ultimative Ernährungsempfehlung, jedes Jahr ein neuer selbsternannter Guru oder Lebensmittelpapst.

    SPIEGEL: Also ist die Masse solcher Ratgeber eher ein Indiz für die allgemeine Ratlosigkeit.

    Brombach: Das kann man so sagen. Alle Medien beschäftigen sich mit dem Thema Essen. Wir folgen allen möglichen Diät-Tipps, sind uns aber nicht bewusst, dass Essen ein sehr komplexes, vielschichtiges Phänomen ist. Bei den alten Griechen bedeutete "diaita" die richtige Lebensweise. Dazu gehört das Essen, aber auch das Ausscheiden, das Schlafen, das Wachsein und das Sichbewegen, die Emotionen, das Soziale, das Politische. In der naturwissenschaftlich geprägten Moderne ging dieses Verständnis verloren. Erst jetzt erkennen wir wieder, dass Essen mehr ist als ein Reizreaktionsmodell.

    SPIEGEL: Wir essen, um unseren Hunger zu stillen oder weil wir Appetit auf etwas haben. Trotzdem machen wir uns ständig Gedanken, was unserem Körper guttut.

    Brombach: Wirklich? Im Laufe eines durchschnittlichen Lebens verzehrt ein Bundesbürger rund 40 Tonnen feste und 50 Tonnen flüssige Nahrung. Drei Jahre Ihres Lebens sind Sie ausschließlich mit Kauen beschäftigt. Denken Sie darüber nach, woher die Lebensmittel kommen, die auf Ihrem Teller liegen? Darüber machen wir uns im Alltag doch keine Gedanken.

    SPIEGEL: 85 Prozent der Befragten gaben in einer kürzlich veröffentlichten Studie des Lebensmittelkonzerns Nestlé an, dass sie sich eigentlich anders ernähren möchten, als sie es tun. Das heißt doch, dass sie sich mit ihrem Essverhalten kritisch auseinandersetzen.

    Brombach: Das scheint nur so. Essen ist für viele heutzutage fast eine Ersatzreligion. Zu viel und zu fettes Essen gilt als etwas Sündiges. Daraus folgt: Man muss sich davon reinigen, muss Buße tun. Ich habe gesündigt, also muss ich Diät halten. Mit Kollegen, Verwandten und Freunden reden wir so über das Essen. Diese Haltung drückt sich auch in den Antworten der Befragten aus.

    SPIEGEL: Sie misstrauen den Umfragen?

    Brombach: Nicht zwangsläufig, sondern ich hinterfrage auch, in welchem Zusammenhang die Umfrage stattfand, was genau gefragt wurde und vor allem auch, wie gefragt wurde.

    http://www.spiegel.de/spiegel/spiege...-67337609.html
    SPIEGEL: Essen Ihre Kinder Obst, weil es gesund ist oder weil es ihnen tatsächlich schmeckt?

    Brombach: Wie andere Kinder essen sie am liebsten, was ihnen schmeckt. Natürlich haben sie eine Vorliebe für Süßes, das ist den Menschen angeboren. Bei uns steht dafür immer ein Obstteller da. Kinder lernen durch Vorbilder, und sie lernen durch eigenes Experimentieren. Bei uns zu Hause herrscht am Familientisch immer die Devise: dran riechen, dran lecken, dran schmecken. Bevor die Kinder nicht kosten, können sie nicht sagen: "Es schmeckt mir nicht." Aber ich würde niemals sagen: "Wenn du das nicht isst, dann ..." Mit Verboten kommen Sie nicht weiter, nur mit Ermutigung und mit Vorbild.

    SPIEGEL: Und wenn es ihnen trotzdem nicht schmeckt?

    Brombach: Geschmack ist etwas Erlerntes. Wir wissen aus Studien, dass uns etwas schmeckt, weil wir es essen. Wir essen es nicht, weil es uns schmeckt, sondern es ist genau umgekehrt. Kinder in Indien oder Peru essen so scharf, dass es uns die Tränen in die Augen treiben würde. Ihnen schmeckt es. Warum? Weil Geschmack und Gewohnheit ganz eng miteinander zusammenhängen.
    SPIEGEL: In bildungsfernen Schichten wird mehr Fleisch gegessen, ergab die Nationale Verzehrsstudie II, die Sie geleitet haben. Ist vegetarische Ernährung gesünder?

    Brombach: Der Mensch braucht kein Fleisch zum Überleben, auch wenn es ein sehr wertvoller Bestandteil unserer Kost ist. Es gibt Millionen von Menschen, die vegetarisch leben und gesund sind. Tatsächlich hatten die Vegetarier, die an der NVS II teilnahmen, überwiegend ein höheres Bildungsniveau. Professor Ingrid Hoffmann vom Max Rubner-Institut hat in verschiedenen Studien festgestellt, dass Vegetarier und Vollwertköstler viel eher in ihrer Ernährungsweise den Empfehlungen der DGE, der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, entsprechen als Mischköstler.

    SPIEGEL: Die DGE ändert so oft ihre Empfehlungen, dass man kaum hinterherkommt. Früher hieß es, fünf Mahlzeiten am Tag seien besser als drei. Davon ist die DGE wieder abgerückt. Was soll man denn nun glauben?

    Brombach: Wissen ist immer vorläufig. Davon, dass sich Wissen stetig vermehrt - wir sprechen von einer Verdoppelung des Weltwissens alle fünf bis sieben Jahre -, ist die Ernährungswissenschaft nicht ausgenommen. Und wenn es neuere Erkenntnisse gibt, dann werden die auch publiziert.

    SPIEGEL: Der Verbraucher hört diese Thesen immer im Befehlston: Iss weniger Eier! Nimm fünfmal am Tag Gemüse oder Obst! Trink grünen Tee gegen Krebs!

    Brombach: Solche Kampagnen sind meist eine publizistische Vergewaltigung der viel komplexeren wissenschaftlichen Zusammenhänge. Ernährung ist immer auch individuell. Ich habe meinen Stoffwechsel, Sie haben Ihren. Und Sie haben Ihr Bewegungsverhalten, ich habe meines. Und deshalb haben Sie einen anderen Ernährungsbedarf als ich.
    SPIEGEL: Sie sagen, Ernährung sei etwas Individuelles. Wie finde ich heraus, was mir individuell guttut?

    Brombach: Sie haben doch selbst ein Gespür für die Bedürfnisse Ihres Körpers, oder?

    SPIEGEL: Das könnte trügerisch sein.

    Brombach: Man muss nicht 20 Jahre lang Ernährungswissenschaften studieren, bevor man überhaupt essen kann. Wenn ich merke, dass ich von bestimmten Speisen Blähungen oder Bauchschmerzen bekomme, dann werde ich die tunlichst nicht mehr verzehren. Zur Ernährung gehört auch ein großes Maß an Selbstverantwortung. Das müssen wir vielleicht wieder lernen. Mein Magen gehört mir, und was ich esse, das entscheide ich.

    SPIEGEL: Was halten Sie von der alten Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, fünfmal am Tag Obst und Gemüse zu essen?

    Brombach: Obst und Gemüse sind natürlich etwas sehr Wertvolles. Ich will nicht die Hand dafür ins Feuer legen, dass wir in zehn Jahren vielleicht herausfinden, von einer Frucht oder einem Gemüse zu viel oder zu wenig gegessen zu haben. Aber derzeit weisen alle Studien darauf hin, dass ein ausreichender Früchte- und Gemüsekonsum auf jeden Fall der Gesundheit zuträglich ist. Und dass etwa die Deutschen die von der Weltgesundheitsorganisation empfohlene Menge von 600 Gramm am Tag bei weitem nicht erreichen.

    SPIEGEL: Kann man das Defizit an natürlichem Obst und Gemüse durch Vitaminpräparate ausgleichen?

    Brombach: Wir wissen noch zu wenig, was hochdosierte synthetische Vitamine im Körper auslösen. Bei einigen wissen wir inzwischen, dass solche Vitamingaben kontraproduktiv oder sogar gefährlich sind. In Dänemark mussten bestimmte Frühstückscerealien aus Sorge vor einer Übervitaminierung vom Markt genommen werden.
    SPIEGEL: Spielt der Zeitpunkt, wann man etwas isst, eine Rolle? Wir kennen in Deutschland ja den Spruch: Frühstücke wie ein Kaiser, iss mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann. Gilt das noch?

    Brombach: Dann wären andere Kulturen schon längst gekippt. In Italien beispielsweise wird traditionell kaum gefrühstückt, und auch dort sind die Menschen gesund und leistungsfähig. Und in vielen Ländern wird die Hauptmahlzeit abends eingenommen.

    SPIEGEL: Ist Obst und Gemüse abends tabu, wie der Ernährungspapst Pape verkündet?

    Brombach: Ich wüsste nicht, was gegen abendlichen Obstverzehr spricht.

    SPIEGEL: Zumal Herr Pape durchaus Grapefruit und Zitrusfrüchte am Abend empfiehlt - gegen Bandscheibenschaden.

    Brombach: Es ist viel zu kurz gegriffen, einem Lebensmittel den Status eines Allheilmittels zuzuschreiben.

    SPIEGEL: Britische Wissenschaftler, die mehr als 3500 Analysen aus den vergangenen 50 Jahren verglichen haben, kamen kürzlich zu dem Befund, dass ökologisch und konventionell erzeugte pflanzliche Lebensmittel und tierische Produkte weitgehend vergleichbare Inhaltsstoffe haben. Kann man sich also das Geld für die teure Bioware sparen?

    Brombach: Abgesehen davon, dass die Belastung konventioneller Produkte durch Pestizide nicht berücksichtigt wurde, geht es ja bei Bio nicht nur um Inhaltsstoffe, sondern auch um den verantwortungsbewussten Umgang mit der Umwelt. Und da muss ich mich als Konsument fragen, ob ich bereit bin, etwa für naturverträglichen Anbau oder artgerechte Tierhaltung etwas mehr auszugeben.

    http://www.spiegel.de/spiegel/spiege...-67337609.html
    Geändert von Tom Ate (26.03.17 um 11:12 Uhr)

  12. #71
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Nichts gegen Schokoladentorte. Ich hatte die früher auch liebend gerne gegessen, besonders die von Starbucks. Aber diese Geschichte hier, die hat was:
    Donald Trump hat bei einem Stück köstlicher Schokoladentorte den Angriffsbefehl auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt gegeben.

    "Wir hatten das wunderschönste Stück Schokoladenkuchen": Donald Trump hat in einem Interview von dem Moment erzählt, als er den Befehl zum Angriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt gab.
    "Wir saßen am Tisch, hatten gerade das Abendessen beendet und waren nun beim Dessert. Und wir hatten das wunderschönste Stück Schokoladenkuchen, das Sie je gesehen haben, und Präsident Xi genoss es", schwärmt Trump. Dabei habe er von seinen Generälen die Information erhalten, dass die US-Kriegsschiffe im Mittelmeer auf Position und die Marschflugkörper abschussbereit waren.
    "Was macht man da? Wir haben entschieden, den Angriff zu starten, also wurden die Raketen abgeschossen", sagt Trump und schildert, wie er seinen Gast informierte: "Und ich sagte: Herr Präsident, lassen Sie mich Ihnen etwas erklären - das war beim Dessert -: Wir haben gerade 59 Raketen abgefeuert."

    "Übrigens, alle 59 Raketen haben ihre Ziele getroffen. Unglaublich, aus Hunderten Meilen Entfernung. Erstaunlich", schweift Trump kurzzeitig ab. "Es ist brillant, genial. Unsere Ausrüstung, unsere Technologie ist fünfmal besser als die von allen anderen.

    http://www.spiegel.de/politik/auslan...a-1143172.html
    Verrückte Kochkostwelt.






  13. Der folgende Benutzer sagt Danke an Tom Ate für diesen Beitrag:

    Harry (15.04.17)

  14. #72
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Personen mit dem Stoffwechsel von Hirtenvölkern bekommen von Gemüse Kopfweh und Migräne, meint Kolumnist Udo Pollner.

    Jeder Mensch ist anders. Die Menschheit hat vom Polarkreis bis zu den Tropen alle Regionen besiedelt, sie lebt auf Inseln, in Savannen, Wäldern, Wüsten und Gebirgen und ernährte sich von den Produkten, die dort und nur dort gediehen. Viele Generationen lebten als Nomaden, oder als Jäger und Sammler und wieder andere als Ackerbauern. Jede der dieser Ernährungsweisen erfordert spezielle metabolische Anpassungen.

    Personen mit dem Stoffwechsel von Hirtenvölkern nehmen mit Low-Carb ab, zumindest wenn sie sich vorher entgegen ihrem Verlangen eher fettarm und kohlenhydratreich ernährt hatten. Von ballaststoffreicher Stärkenahrung werden sie krank. Von Gemüse bekommen sie Kopfweh und Migräne. Bei einer typischen Jäger-und-Sammler-Genetik sind tierische Produkte und Gemüse optimal. Wer bereits an den Ackerbau angepasst ist, kommt dafür mit Stärke gut zurecht. Wer Brot "braucht", der profitiert meist auch davon.

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/...icle_id=386012
    Entgiftungsenzyme spielen Schlüsselrolle

    Die Biochemie dieser Stoffwechselunterschiede ist in ihren Grundzügen durchaus bekannt. Eine Schlüsselrolle spielen Entgiftungsenzyme, die sekundäre Pflanzenstoffe unschädlich machen. Fehlen sie, ist tierische Kost vorteilhaft. Für Pasta, Brot oder Kartoffeln braucht es wiederum reichlich stärkeabbauende Enzyme sowie einen präabsorptiven Insulinreflex, der überschießende Blutzuckerspiegel verhindert.

    Ohne Differenzierung nach Stoffwechseltypen, die oftmals an den jeweiligen Ernährungsvorlieben erkennbar sind, gehen viele Studien in die Binsen. Die höchst variablen Effekte einer Kostform heben sich im statistischen Mittel auf. Wer mehrere Kinder hat, kennt dies nur zu gut: Das eine futtert sich durch eine Schlachtschüssel, das nächste isst vor allem Obst und Milchprodukte und das Dritte will Brot, Kartoffeln und Butter. Sonst gibt’s Tränen.
    Wer Brötchen oder Pasta braucht, dem bringt Low-Carb eher Verdruss. Aber wem die Wurst auch ohne Brot schmeckt, fährt mit Käsefondue, Rührei mit Speck und Sahneheringen gewöhnlich besser. Doch viele Menschen sind weder mit Low-Carb noch mit High-Carb gut bedient, sondern mit einer Kost, die für sie – und nur für sie – bekömmlich ist. Mahlzeit!

    http://www.deutschlandfunkkultur.de/...icle_id=386012
    Vielleicht ist da etwas dran und eventuell kann man das auch zum Teil auf die Rohkost übertragen. Leute praktizieren sehr unterschiedliche Arten von Rohkost.

  15. #73
    Urwaldriese Avatar von Tom Ate
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    Wegen dem Fipronil-Skandals bei den Eiern suchen jetzt viele Leute Alternativprodukte für das Backen
    Es wird vorgeschlagen statt Eier Sojamehl, reife Bananen, Apfelmus oder Seidentofu zu verwenden.

    https://www.stylebook.de/food/kochen...r-alternativen

    Apfelmus passt sehr gut bei Muffins und feuchtem Teig. Der Apfelgeschmack geht beim Backen fast vollständig verloren
    .
    Eine halbe Banane entspricht einem Ei. Die Banane kommt zerdrückt unter den Kuchenteig und schmeckt nur leicht durch.
    Ein Esslöffel Sojamehl ersetzt ein Ei. Das Mehl wird mit Wasser angerührt und eignet sich für Kuchen und Gebäck. Allerdings kann man vor allem Sojamehl nach dem Backen herausschmecken.

  16. #74
    Baum Avatar von tatjana
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    Interessant, kann ich für meine Familie machen. Und Banane ist besser, als Ei, finde ich.

  17. #75
    Administrator Avatar von Angelika
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    Kirstin Knufman verkauft als Ei-Ersatz ihr Produkt "Bobei" (pureraw.de). "Goldene" Chlorella (Alge).
    Damit habe ich zwar keine persönlichen Erfahrungen, aber zum Thema passt hier ihr Produkt und ich schätze, dass es gut funktionieren wird.

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