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Thema: Epikur und die Regeln des Glücks

  1. #1
    Administrator Avatar von Angelika
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    Epikur und die Regeln des Glücks

    Grüß euch,

    im Zuge der letzten Feinschliffe im Roman (siehe hier: http://www.rohkostforum.net/threads/...3160#post13160 ) und einem angedachten Vorwort, das vermutlich (zusätzlich) von einer Person mit philosophischem Hintergrund geschrieben wird, bin ich auf den griechischen Philosophen Epikur gestoßen.

    Hierbei wurde mir offenbar, warum ich eine Aversion gegen die Einstellung der Stoa ( siehe auch hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Stoa ) habe - stehen die Vertreter doch fast direkt gegenüber Epikur.
    Während die Stoa - eben stoische - Gelassenheit übt und die Lust verteufelt (später auch die Kirche und andere), sieht Epikur zwei Pole in der Natur, nämlich Schmerz und Lust.

    Der Zustand dazischen ist der der Götter und der, den der Mensch für sich anstreben sollte, gerade auch in einer Welt in der es nicht immer nach Wunschvorstellungen abläuft.

    Die Philosophie dahinter ist auch: .. zu meiden, was mehr Schmerz/Leid (Angst) als Lust bringt. Also nicht nur das Leben im Lustprinzip an sich, wie er oftmals gerade früher gerne um/missgedeutet wurde sondern kluge/weise Maßhaltung.

    Aber bevor ich hier einen langen Text schreibe, verlinke ich hier ein paar deutschsprachige Videos, in denen einige Aspekte sehr gut erklärt werden. Ich kann diese wenigen kurzen Videos jeder sich roh ernährenden Person nur ans Herz legen.

    Übrigens hatte auch Wilhelm Reich Epikur zitiert. Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Epikur#Neuzeit

    Im 20. Jahrhundert beriefen sich Wilhelm Reich, Erich Fromm und vor allem Herbert Marcuse in ihren Darlegungen zum Lustprinzip auf Epikur. Sie kritisierten aber seine negative Einstellung zur politischen Aktivität und seinen Verzicht auf Veränderung der gesellschaftlichen Bedingungen.
    Von der Lehre her verstehe ich gut, dass Epikur die Zurückgezogenheit als Göttlichkeit sah - sich nicht von außen aus der Ruhe bringen zu lassen. Andererseits verstehe ich auch Wilhelm Reich, Erich Fromm und Herbert Marcuse dass sie sagen, wenn alle so gedacht hätte, wäre nie eine Verbesserung als Reaktion von Aggressoren eingetreten.

    Doch Epikur geht von der Beobachtung in der Natur aus und diese geht von einem Gleichgewicht aus und nicht, dass ein paar Menschen sich unmässig durch Waffen und Terror oder Krieg oder sonstige heftige Manipulation Macht aneignen. Zudem waren früher weit weniger Menschen auf der Erde.
    Insofern kann ich das sehr gut verstehen und ich denke man kann beides philosophisch annehmen: Im Falle des Falles ist eben auch Einsatz erforderlich.

    Einige Aspekte von Epikur finde ich wirklich sehr gut.

    Hier wird einmal sehr gut allgemein erklärt (Einbetten geht gerade nicht, also Links):

    https://youtu.be/g08RyIKHC2s

    Und das hier finde ich wirklich auch amüsant ergänzend und erklärt auch weitere Zusammenhänge zu den oben genannten anderen Strömungen. Sie sagt gleich am Anfang, Epikur von einer Nutte erklärt. Und das Ende ist auch gut ala "Ist erst einmal der Ruf ruhiniert, lebt es sich ungeniert" (Küniker).

    http://www.youtube.com/watch?v=HGWvGElu008&sns=em

    Die 5 Regeln des Glücks, gut und knackig:

    http://www.youtube.com/watch?v=zniDizdqiyk&sns=em

    Es gibt noch ein paar weitere erleuchtende Videos zum Thema Epikur auf Youtube, von mir nun ein Link mit entspannender Musik. Denn Musik ist eine Lust, die auch für Epikur eine wunderbare Sache war.

    http://www.youtube.com/watch?v=2JnbwJwgJGg&sns=em
    Geändert von Angelika (11.06.15 um 18:13 Uhr)

  2. Die folgenden 4 Benutzer sagen Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Bina (13.06.15), Denise (14.06.15), Mela (13.06.15), Tom Ate (13.06.15)

  3. #2
    Samenkorn
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    Liebe Angelika,

    das was Du da schreibts, ist der Hammer... alles sehr interessant. Ich habe mich heute zum ersten Mal näher mit Epikur befasst, der damals schon sehr genau wusste, auf was es im Leben ankommt. Ein guter Philosoph eben. :-) Die 5 Regeln des Glücks sind eigentlich so einfach und genial. Danke!

  4. #3
    Urwaldriese Avatar von Mela
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    Die 5 Regeln des Glücks, gut und knackig:

    http://www.youtube.com/watch?v=zniDizdqiyk&sns=em
    So wahr, treffend, punktgenau!
    Und obwohl ich das alles WEIß, happert es in manchen Bereichen enorm an der Umsetzung.
    Wissen ist eben nur das eine...

  5. #4
    Administrator Avatar von Angelika
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    Ja, das steht auch in meinem Buch bei einer Überschrift, dass Wissen auch umgesetzt werden will ;-)
    Aber so ist eben das Leben und manches will man eben auch erfahren und wirklich spüren, bevor man es umstellt, vermute ich.

    Ich habe mir heute ein paar Zitate von Epikur herausgesucht, diese hier fand ich unter anderem besonders passend.

    Der hier für jene, die nicht gleich alles wirklich umsetzen - die es spüren wollen, wofür sie es machen:

    „Kann wohl den Wert des Menschen jemand kennen, der nicht in der Welt Kälte und Hitze erlitten hat?“

    Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

    Der hier zum Beispiel: Da wurde ich mal kritisiert, es sei nutzlos, einzelne Substanzen wie sekundäre Pflanzenstoffe wie Oxalsäure oder klassische Zuckerarten der Zuchtsorten wie Fruchtzucker (Fruktose versus Glukose etc) herausschmecken und beschreiben, damit auch gleichzeitig für sich quantifizieren und auf die eigene Grenze wo diese nicht mehr zuträglich für einen ist - und darüber mit anderen austauschen zu können, festzustellen.

    „Wenn du alle Sinneswahrnehmungen bestreitest, so besitzt du nichts, worauf du dich beziehen kannst, um jene zu beurteilen, die du für falsch erklärst.“

    Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

    Auch schön, weil es einerseits um Überfluss geht und andererseits um entstandenen Mangel - Überernährung in der Zivilisation ist für mich ein zeitgenössisches Beispiel dazu:

    „Viele gerieten zu Reichtum und haben damit nicht eine Befreiung von den Übeln gewonnen, sondern vielmehr eine Umwandlung in noch größere.“

    Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

    Und die Fragen aller Fragen bei einer Entscheidung:

    „An alle Begierden soll man die Frage stellen: Was wird mir geschehen, wenn erfüllt wird, was die Begierde sucht, und was, wenn es nicht erfüllt wird?“
    Epikur von Samos (341 - 271 v. Chr.), griechischer Philosoph

    Aus dem Jahre 1993 - lange ist es her als ich das Buch im Buchhandel kaufte - habe ich noch das Buch "Sofies Welt,Roman über die Geschichte der Philosophie" von Jostein Gaarder bei mir. Darin sind die Philosophen sehr anschaulich erklärt.
    Da es hier gut passt, zitiere ich:

    [...]
    Die Epikureer

    Wie wir gesehen haben, wollte Sokrates herausfinden, wie der Mensch ein gutes Leben leben kann. Kyniker und Stoiker interpretieren ihn dahingehen, dass der Mensch sich vom materiellen Luxus befreien muss. Aber Sokrates hatte auch einen Schüler names Aristippos. Aristippos hielt es für das Ziel des Lebens, soviel sinnlichen Genuss wie möglich zu erlangen. Das höchste Gut sei die Lust, sagte er, das größte Übel der Schmerz. Deshalb wollte er eine Lebenskunst entwickeln, die jeder Form von Schmerzen auswich. (Das Ziel von Kynikern und Stoikern war es, alle Formen von Schmerzen auszuhalten. Es ist etwas anderes, alles daranzusetzen, um Schmerzen aus dem Weg zu gehen.)

    Um das Jahr 300. Chr. begründete Epikur (341 - 270) in Athen eine philosophische Schule (die Epikureer). Er entwickelte Aristippos Lustethik weiter und kombinierte sie mit Demokrits Atomlehre.

    Angeblich trafen sich die Epikureer in einem Garten. Deshalb wurden sie auch als "Gartenphilosophen" bezeichnet. Über dem Gartentor soll gestanden haben: "Fremder, hier wirst du es gut haben. Hier ist die Lust das höchste Gut."

    Epikur stellte klar, dass das lustvolle Ergebnis einer Handlung immer mit ihren eventuellen Nebenwirkungen verglichen werden muss. Wenn du je zuviel Schokolade gegessen hast, verstehst Du, was ich meine. Wenn nicht, dann gebe ich Dir folgende Hausaufgabe auf: Nimm Deine Sparbüchse und kauf Dir für hundert Kronen Schokolade. (Ich gehe davon aus, dass Du gern Schokolade ißt.) Bei dieser Aufgabe kommt es darauf an, dass du die ganze Schokolade auf einmal isst. Etwa eine halbe Stunde nach Verzehr dieser vielen köstlichen Schokolade wirst du begreifen, was Epikur mit "Nebenwirkungen" gemeint hat.

    Epikur wollte ebenfalls ein kurzfristiges lustfolles Resultat mit einer größeren, dauerhafteren oder intensiveren Lust auf längere Sicht vergleichen. (Es ist zum Beispiel denkbar, dass Du beschließt, ein Jahr lang keine Schokolade zu essen, weil Du lieber Dein ganzes Taschengeld für ein neues Farrad oder eine Auslandsreise sparst.) Im Gegensatz zu Tieren hat der Mensch nämlich die Möglichkeit, sein Leben zu planen. Er hat die Fähigkeit, eine "Lustberechnung" anzustellen. Leckere Schokolade ist natürlich ein Wert, aber das sind auch das Fahrrad und die Reise nach England.

    Epikur betonte aber auch, dass "Lust" nicht unbedingt dasselbe ist wie sinnlicher Genuß - zum Beispiel Schokolade. Auch die Freundschaft und das Erlebnis eines Kunstwerks können lustvoll sein. Eine Voraussetzung für den Genuss des Lebens sind außerdem alte griechische Ideale wie Selbstbeherrschung, Mäßigkeit und Gemütsruhe. [...]
    Geändert von Angelika (14.06.15 um 16:58 Uhr)

  6. Die folgenden 2 Benutzer sagen Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    Bina (16.06.15), Mela (14.06.15)

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