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Thema: Rohkost in der Geschichte

  1. #1
    Administrator Avatar von Angelika
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    Rohkost in der Geschichte

    Gruess euch ihr Lieben!

    Im Zuge meines Rohmanes frische ich meine frueheren Recherchen wieder auf und fand kuerzlich einen Spiegel Artikel aus dem Jahr 1985, der darauf hinweist, dass schon in den zwanziger Jahren Freikoerperkultur und Rohkost miteinander verbunden wurden. Darueber schrieb ich ja auch schon betreffend der Entstehungsgeschichte der sogenannten Essener Briefe in dieser Rubrik.
    Hier ein Zitat aus dem Spiegel Artikel: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13514196.html

    [...]Daß ein von der Sonne kolorierter Mensch als Liebespartner begehrenswert sei und, wenn''s klappt, durch ehrliche Leistung überzeugen wird, ist die nahezu einmütige Ansicht aller Volksschichten. Differenzen gibt es nur bei der Frage, welche Intensität der Farbton idealerweise haben sollte.
    "Nach langem Sonnenbaden kommt Sex viel intensiver", hat Klaus als seinen "Erfahrungswert" erkannt und deshalb in dem Berliner Stadtmagazin "Tip" dieses Bekenntnis sowie ein Begehr inseriert: "M, 27, sucht gleichgesinnte Gespielin". Gemeldet haben sich drei Damen, zwei davon deutlich älter. Klaus nimmt die "Gesinnungsgenossinnen" umschichtig mit, mal zum Flughafensee nach Tegel, mal an den Halensee (nur einen Steinwurf vom Kudamm entfernt), mal auf die Südwest-Wiese der Krummen Lanke. An diesen Plätzen trifft sich, wer wie Klaus überzeugt ist, daß die Sonne eine Liebesgöttin sei, den Nackedeis besonders zugetan.

    Spielwiesen solcher Art überziehen mittlerweile die ganze Republik. Für viele sind es die Knoten im sozialen Netz - Treffpunkte einer Nacktbewegung, die gnadenlos von öffentlichen Parks und Badeanstalten Besitz ergriffen hat (siehe Seite 148). Dabei hat alles ganz klein angefangen.
    Euch grüße ich, die Ihr die Sonne liebt! Ihr tragt glutvolle Sehnsucht im Herzen! Sehnsucht nach warmer Sonne, blauem Himmel, Licht und Natur, Sehnsucht nach siegender Kraft, geistiger Höhe und kindhaftem Glauben.

    Schmerzvoll leidet Ihr unter der Geißel des Frontags und der Mißgunst der Zeit. Froh jubelt Ihr beim kleinsten Lichtstrahl, der den Altar Eurer Sehnsucht umgoldet. Aus Sonnensehnsucht erwächst herrliches Heiligtum höchster Ideale! Heil Euch, die Ihr die Sonne liebt und das Licht - sehnsuchtsvoll - hüllenlos - inbrünstig!
    So viele große Worte mußte Hans Suren, Leiter a.D. der Heeresschule für Leibesübungen der Reichswehr, noch 1924 machen, um der "Freikörperkultur" samt "Nackttraining", nach Geschlechtern getrennt, ein bißchen Raum zu schaffen. Der körperfrohe Soldat galt als Ideologe der Nudisten. Die durften sich nur hinter dichten Hecken treffen. Suren paßte auf, daß aus der "Lichtzucht" kein Ringelpiez mit Anfassen wurde.

    Jenseits der Grenzen trieben es die Deutschen schon damals toller, vor allem die Künstler. Ihr heiliger Berg lag im Tessin. Auf dem "Monte Verita" entbot man sich im Lichtkleid den Lichtgruß, trug um die Stirn ein Lederband, nur dort, und nannte die Mädchen "Nixen". Die Sehnsucht nach "Leibesschönheit" und "freier Liebe" zog Anarchisten, Adlige, Hypochonder und Drogenpriester zuhauf über die Alpen an den blauen Lago Maggiore. Gemeinsam sangen sie, nach der Melodie "Immer langsam voran": "Wir sonnen den Leib, und wir baden den Leib. Das ist unser einziger Zeitvertreib."
    Die Spießer schauderte es. Gegen Eintrittsgeld durften sie auch einen Blick auf die Nixen werfen.
    Weil das propagierte "Naturmenschen"-Ideal am Ende auf Rohkosthinauslief, entvölkerte sich der Berg Mitte der zwanziger Jahre. Einige weibliche Hinterbliebene, die noch heute in Ascona ausharren, schwören, daß "es schön war - und gesund!"
    [...]
    Dass es zur Ernaehrung mit den Sinnen schon vor 19xx Untersuchungen gab, hatte ich auch schon in meinem Buch geschrieben, doch wirklich spannend finde ich die .. um es mild zu beschreiben .. Diskussionen zwischen Kirche und Volk im Mittelalter. In uebersetzten Texten der durch die Kirche erfolgte Verurteilung der u.a. Adamiten, das ist eine sektenartige Gruppierung von Menschen, die sich darauf beziehen, wie das Leben der Menschen waere, wenn Adam (daher Adamiten) und Eva nicht aus dem Paradies vertrieben worden waeren, ist zu lesen das sie wohl mehr als FKK betrieben, nicht zur Beichte gingen (welch ein Frevel damals!), gar die Kirche als Fehlinstitution, Irrtuemlich etc. sah (natuerlich indiskutabel damals). Interessant auch die Diskussion einer Nonne mit einem Priester, der meint, dass die Predigt eines mit Todsuenden belasteten Priesters sei immer noch das Beste auf der Welt als alles andere. Und, dass sie auch Fleisch assen. Das fand ich auch spannend, da viele vegane Rohkoestler eine gar vegane Rohkostpraxis in allerlei erfundene oder umgedeutete Geschichte in Geschichten suggerieren, die zum Teil unhaltbar sind. Dazu gibt es Interpretationen des Bildes von Hieronymus Bosch, dass einem die Ohren und natuerlich auch der Heilige Geist schlackern. Die neueren Deutungen sind wieder sehr Kirchenfreundlich.

    Wenn man all dies so liest und nochmal verinnerlicht, dann wird einem klar, wieviel Generationen von Menschen in den vergangenen Jahrhunderten wahnsinnig viel leisteten, dass wir heutzutage so leben koennen wie es uns moeglich ist. Auf vielen Flecken der Erde, wenn auch nicht ueberall .. wenn man auf der anderen Seite Burka und Beschneidung kontra gemischten FKK Strand sieht. Oder eine Adventszeit, die mit Fastenzeit auch nichts mehr zu tun hat. Aber nicht nur das. Manches wird noch etwas Zeit benoetigen und man sollte aus der Geschichte lernen.

    Liebe Gruesse
    Angelika
    Geändert von Angelika (07.07.14 um 21:02 Uhr)

  2. Die folgenden 4 Benutzer sagen Danke an Angelika für diesen Beitrag:

    etthowezenaa (31.10.17), lndhinsleyraymo (vor 4 Tagen)

  3. #2
    Samenkorn
    Registriert seit
    25.01.17
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    28
    Danke
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    Danke erhalten: 8 Mal in 3 Posts
    Da gebe ich dir recht. Wir haben es in unserer heutigen Zeit - egal wie schwer es auch manchmal ist - echt gut, im Gegensatz zu den vorherigen Jahrhunderten. Das haben wir alles der Kraft und der Arbeit unserer vorangegangenen Generationen zu verdanken. Muss man sich immer mal wieder vor Augen führen

  4. Die folgenden 2 Benutzer sagen Danke an selleriefan für diesen Beitrag:

    Angelika (27.01.17)

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