Einfach tierisch

  • Hatte ich mein "Wild Video" hier schon mal gezeigt? Ich glaube nicht.
    Vor Jahren hatte ich in meiner alten Heimat eine nette Begegnung mit einem Damwild, das total zutraulich zu mir kam wie es sonst nur Hunde und Pferde tun. :)
    Uns trennten über ca. 10 Minuten nur wenige Zentimeter, bis dann leider ein Auto auf den Parkplatz einbog und das Tier zunächst verschreckte.

    Ich konnte aber anschließend wieder zu ihm und es zurück in seine gewohnte Umgebung führen:

    https://www.youtube.com/watch?v=w-Kn1smzF2E


    Ähnlich nah hatte ich damals auch in meiner vorigen Wohnung (Haus mitten im Wald) ein ganzes Rehrudel, das fast täglich bei uns auf dem Grundstück war (an der Stelle nirgends eingezäunt) und wo selbst die Rehkühe mit kleinem neugeborenem Kitz immer total zutraulich zu mir kamen und überhaupt keine Scheu zeigten. :)
    Nachbarn oder andere Menschen kamen da aber nie annähernd so nah ran, da flüchteten sie immer sofort.

    Irgendwie spüren immer selbst Wildtiere, dass von mir absolut keine Gefahr ausgeht und ich Tiere mag. Selbst wenn ich im Sommer die Wespen in meiner Wohnung mit der Hand einfange um sie raus zu setzen, stechen sie mich nie. Fast so. als würden sie regelrecht "spüren", dass ich ihnen nur helfen und das Leben retten will. :)

  • die Wespen tue ich auch genau so raus

    Aber einmal hatten wir Wespennetz zwischen Terrassenfenster und Rollo.

    Das war nicht so schön.

    Da musste ich schon was schärferes verwenden. Alles weg innerhalb von wenigen Minuten... Tja, leider manchmal muss man schon Gewalt verwenden...


    Uns trennten über ca. 10 Minuten nur wenige Zentimeter

    ich hatte einmal beim Joggen direkt auf dem Weg einen Rehkitz liegen begegnet. Hatte es nicht geschafft mit der Mutter wegzulaufen, weiss ich nicht. Es lag einfach da...

    ich konnte es streicheln, es lief nicht weg. Ich wusste gar nicht was ich machen sollte. Es war aber nicht verletzt oder so. Bestimmt nur zu schwach. Dann bin ich einfach weiter gejoggt , und es lag immer noch da...Ach,und die Mutter stand in 20 m Entfernung und beobachtete.


    Am nächsten Tag war da keiner mehr.

    Edited once, last by tatjana: Ein Beitrag von tatjana mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Für die Zukunft, zum allgemeinen Wissen:


    ich konnte es streicheln, es lief nicht weg. Ich wusste gar nicht was ich machen sollte.

    Das sollte man übrigens nicht tun. Weil:


    ...Ach,und die Mutter stand in 20 m Entfernung und beobachtete.

    damit unterschreibt man praktisch das Todesurteil für Kitze, denn die Mutter wird es danach nicht mehr annehmen wenn erstmal "Menschengeruch" an dem Kleinen ist. Davon wird dringend abgeraten.

    Ich selbst war in der Jugend mal in einer ähnlichen Situation, als (ebenfalls) Jugendliche ein Kitz angefahren hatte und sie ahnungslos waren, wie sie sich verhalten sollten. Die Mutter stand ebenfalls auch dort etwa 50-80 Meter entfernt und beobachtete die Szene auf der Straße.
    Das Kitz war leider extrem schwer verletzt, deshalb erzähle ich lieber nicht weiter und auch nicht den Ausgang... :(

  • Ja , hat mir meine Tochter auch das gleiche gesagt.

    Ich denke, es hatte bestimmt irgendwie überlebt. Das war im Sommer, also genug Fraß für die Tiere.

    Ob die Kitze von Muttermilch noch abhändig sind, weiss ich nicht.


    Ich hätte schon so ein süsses Tierchen gerne nach Hause mitgenommen...

  • Ich denke, es hatte bestimmt irgendwie überlebt. Das war im Sommer, also genug Fraß für die Tiere.

    Das hängt stark davon ab, wie alt das Kitz schon war.
    Weil genau das hier der Grund für ein mögliches Todesurteil ist:


    Ob die Kitze von Muttermilch noch abhändig sind, weiss ich nicht.

    Eben. In der ersten Zeit sind die es auf jeden Fall, ähnlich wie ein menschlicher Säugling. Flaschennahrung gibt es ja in der freien Natur bekanntlich nicht (auch wenn das in einer Aufzucht-Station natürlich ginge) und wenn dann das Muttertier das Kitz wegen "Gefahr" ablehnt, war es das leider für das Kleine.

    In meinem Fall damals nach dem Unfall lag der Fall etwas anders, ich habe es in den Arm genommen und beruhigt, weil es starke innere Verletzungen hatte und durch das hellrosa schäumende Blut (= sauerstoffreiches Lungenblut) eh klar war, dass es anschließend erlöst würde.
    Nur durfte ich das natürlich nicht selber tun, also hatte ich versucht den örtlichen Jagdpächter telefonisch zu erreichen (damals gabs noch keine Handies, ich musste also zwischendurch zur nächsten Zelle fahren).

    Der war aber dummerweise gerade in Urlaub, sodass ich einen Kollegen aus einem Nachbarbezirk an die Strippe bekam, bei dem würde es aber dauern. Aber er würde trotzdem kommen, ich solle warten.
    Dann habe ich das arme Tierchen beruhigt, das vorher total am Zittern war. Es wurde in meinen Armen ganz ruhig und schaute mich nur flehend an ("bitte hilf mir!"), das werde ich nie vergessen! ;( 

    Als dann endlich dieser Jäger (nach gefühlter Ewigkeit) kam, konnte ich mir seinen Umgang mit dem Tier gar nicht ansehen! Wie er das schnappte und wie nen Sack Kartoffeln einfach in seinen Kofferraum warf, unbeschreiblich!
    Da hatte ich mir gewünscht, das doch sofort selber erledigt gehabt zu haben! Das arme Tierchen schrie und quiekte vor Schmerzen bei diesem brutalen Umgang.... ein Bild das ich nie vergessen werde.

    Ich fragte ihn, ob er es nicht gleich an Ort und Stelle erschießen wolle, weil es sich doch nur endlos quält - und er meinte nur "Nee, das mache ich nachher bei mir auf dem Hof!".

    Ja klasse.... hätte ich den mal gar nicht erst angerufen und das lieber selber gemacht (aber dann hätte ich mich strafbar gemacht).
    Und das ganze Spielchen sah sich wie gesagt das Muttertier reglos aus einigen Metern Entfernung auf dem Feld an, es traute sich ja nicht mehr zu dem Kleinen bei so vielen Menschen. :( 
    Sie tat mir fast genauso leid wie das arme Kitz, das bis er kam so extrem tapfer war, trotz der irren Schmerzen. Es stand ja auch total unter Schock...

    Bei den Verletzungen hätte es so oder so nicht lange überlebt (und sich nur noch gequält). Mind. ein Lauf war gebrochen und dann wie gesagt die Lunge offen, mindestens schwer geschädigt. :(

  • ja, so was vergisst man natürlich nicht...

    ich kniete bei "meinem kitz" gefühlt 10 Minuten, auch, wie bei deinem Fall, die Mutter in sichtbarer Entfernung . Ich wollte ihm auf die Beine aufstehen helfen, aber das schafften "wir" auch nicht.

    das Handy hatte ich nicht bei , wie immer beim Joggen, aber auch wenn, würde ich auch bestimmt nicht anrufen: ist ja nichts passiert.


    krass, wie du schreibst, Umgang mit den Tieren von dem Jäger. Unmöglich !! Sie betrachten das Tierchen bestimmt nur als essbares Jagd-Trophäe


    dann bin ich weiter gejoggt...

  • krass, wie du schreibst, Umgang mit den Tieren von dem Jäger. Unmöglich !! Sie betrachten das Tierchen bestimmt nur als essbares Jagd-Trophäe

    Ja, die sind da leider oft ziemlich schmerzfrei. Die Tiere eher sowas wie ein "Sachgegenstand"...
    Ihn hat das offenbar gar nicht berührt (der war einfach nur genervt, dass er extra dahin fahren musste); während es mir das Herz zerriss....

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