Wiedereinsteiger - Frage :)

  • Ich sitze da, mit einer neuen Tasche voller Empfehlungen.

    Kalorien. Makronährstoffe. Beispielpläne.

    „Das Maß der Dinge“, hatte die Beraterin gesagt. Will ich doch alles gar nicht, ich will meine Intuition zurück. Nach dem Schlaganfall funktioniere ich, aber ich will nicht funktionieren, ich will mich wieder fühlen. Neuroplastizität, das muss auch mit den Emotionen funktionieren.

    Mein Maß ist kein Gramm.

    Keine Liste. Kein Ernährungsprotokoll.

    Mein Maß ist: Wer bin ich, wenn ich satt bin?

    Nicht voll. Nicht leer. Sondern bei mir.

    Ich bin nicht hier, weil ich hungere.

    Ich bin hier, weil ich mich verliere.

    In Tellern, Plänen, Rollen.

    In der täglichen Frage: Für wen mache ich das eigentlich?

    Ich koche. Ja. Leider. Mit Hass, mit Wut, mit Schuldvorwürfen (um mir selbst keine zu geben?)

    Aber nicht liebevoll.

    Ich werfe Lebensmittel in den Topf, oft wütend.

    Wut über das Funktionieren-Müssen. Wut über das Zurück.

    Wut über den Anspruch, dass es schmecken, nützen, verbinden soll.

    Corona nahm mir als erstes auch noch lange den Geruch und Geschmack weg,
    jetzt rieche und schmecke ich wieder aber die Eindrücke passen nicht zu meinen Emotionen.

    Wut, weil ich mich dabei selbst nicht mehr schmecke.

    Und dann richte ich die Kochkost an – ästhetisch, durchdacht, sogar fotografierbar.

    Weil ich gelernt habe, dass sichtbar-sein manchmal das Einzige ist, was bleibt.

    Auch wenn innen alles leer ist. Oder chaotisch durcheinander ist. Gibt es eine Mari-Kondo für die Ordnung der Seele?

    Ich erinnere mich an früher.

    Ich aß 100 prozent roh. Unverarbeitet. Ungezähmt.

    Ich wusste, was ich brauchte. Und ich aß es. Das war ich, stimmig authentisch und echt. Mango mit der Hand. Lindenblätter direkt vom Baum.
    Manchmal ein Stückchen Wildschwein am Stöckli, obwohl ich Fleisch eigentlich frisch immer am liebsten mochte.
    Kein Rezept. Kein Besteck. Nur Verbindung.

    Heute passiert oft das Gegenteil.

    Ich mache, was andere brauchen.

    Und merke zu spät, dass ich selbst gar nicht dabei war.

    Ich erinnere mich an eine kleine Szene, die alles sagte:

    Ich hatte mir ein einfaches Bruschetta vorbereitet. Pur. Meins.

    Jemand aus dem familiären Umfeld griff, gutmeinend, zur Schmalzpresse –

    und träufelte Schweineschmalz darüber.

    „So macht man das bei uns.“

    Ich sagte nichts.

    Ich aß es nicht.

    Mir war übel.

    Nicht vom Schmalz.

    Vom Übergriff.

    Von der Selbstverständlichkeit, mit der mein Nein übergangen wurde –

    als gäbe es das gar nicht.

    Wie oft passiert genau das – im Kleinen?

    Wie oft esse ich Dinge, die mir nicht guttun – aus Rücksicht, aus Anpassung, aus Erschöpfung?

    Wie oft schweige ich, wo ich längst Klarheit brauche?

    Ich frage euch – die ihr auch roh esst, intuitiv, eigenwillig:

    Wie bleibt ihr bei euch – mitten in familiären Dynamiken?

    Wie schützt ihr euer Maß – nicht nur am Teller, sondern im Alltag?

    Wie lebt ihr euer Ich, ohne das Wir zu verlieren?

    Ich glaube: Mein Hunger ist kein Kaloriendefizit.

    Es ist Bindungshunger. Es ist Ich-Hunger.

    Und vielleicht sitze ich genau deshalb wieder in so einem Raum –

    nicht um etwas zu verändern.

    Sondern um mich zu erinnern:

    Dass ich das Maß der Dinge in mir selbst trage.

    Nicht gemessen in Nährwerttabellen.

    Sondern in: Würde. Klarheit. Wahrheit.

  • Hallo,

    vielleicht hilft es in der Familie grundsätzlich, dass man seine Essgewohnheiten klar kommuniziert. Dazu gehört auch, was man NICHT isst / essen will. Evtl. auch mit einer Begründung "warum nicht" (evtl. medizinische Gründe, Lebenseinstellung etc.)

    Also Bruschetta mit Schmalz würde ich nun auch nicht essen. Das klingt ja furchtbar! =O
    Auf die gerösteten Brotscheiben kommt normalerweise nur etwas Knobi, Olivenöl, Tomate, Basilikum sowie Salz und Pfeffer. Ende, mehr gehört da im Original nicht drauf!

    Natürlich gibt es in einigen anderen italienischen Regionen auch Variationen davon, manche knallen da sogar noch Speckscheiben oder rohen Schinken drauf... =O
    Aber das ist dann nicht mehr gerade "original". Auch Paprika und Oregano habe ich schon darauf gesehen (kann man ja gerne machen, aber das wäre für mich dann keine "echte" Bruschetta mehr).

  • Ich würde sagen, das Essen muss man lieben. Nicht Das Essen als Prozess, sondern das Essen, was auf den Teller liegt, oder, bei "harten" Rohköstler, was man in der Hand hält. Heute gabs es wieder die Süßkirschen bei mir, die sind für mich noch lebendig, sie hingen vor 20 Minuten draußen am Baum, und jetzt sind sie auf meinem Teller. Sie geben mir nicht nur Kalorien, vielleicht auch wenig, sondern Gewissen, etwas Gutes für mein Körper tun.


    Wenn man natürlich mit anderen Familienmitgliedern zusammen isst, dann es ist verdammt schwer, eigenen Regeln zu befolgen. Grade wenn man hungrig ist und das Essen ist liebevoll von Oma zubereitet ist.


    Ich habe früher auch sehr, sehr viel Gedanken ans Essen verschwendet. Jetzt, schon seit paar Jahren, läuft alles reibungslos. Ich halte mich nicht mehr an von mir selber gemachten Regeln, und bestrafe mich nicht für Abweichungen. Nein, ich esse nicht "ungesund", und Rohkost ist immer ungefähr 80 Prozent meines Rations , aber ich habe kein schlechtes Gewissen mehr, wenn es doch kein Rohkost ist.

    Ich würde sagen, Rohkost ist ja nicht das Ziel, sondern Weg zum Ziel. Und das Ziel ist Wohlbefinden des Körper und der Seele, möglichstens so lange, wie es geht.

  • Vielen lieben Dank für Deinen Input. Ich habe in dem gekochten Essen nie die Liebe der Oma gespürt, eher die emotionale Eepressung, das "ich hab das mit so viel Liebe für Dich gekocht". der Löffel Brei als Baby, den man wieder ausgespuckt hat. Ich bin glaube gerade in einem Zustand der totalen Rückverbindung an diese Gefühle, von damals, zumal ich meine eigenen Kinder BLW gestützt ernährt habe, die jetzt große anfangs instincto roh, dann hat das System interveniert, unterwandert und entweder tatsächlich oder ich habe es nur so gefühlt, mit methodik bewusst manipuliert. zu erklärungen während dem essen gezwungen, was keine möglichkeit bot, zu riechen, fühlen und schmecken. es gab in meiner kindheit keine chance gesunde grenzen zu lernen, die rohkost hatte mir scheinbar bewusst das fundament für tiefes psychologisches traumahealing geliefert, aber ich war allein. und ganzwerdung ist in meinen augen kein alleingan? durch den äußeren druck und die eingriffe (selbst wenn ich mir bewusst was anderes nahm) konnte ich mich nicht behaupten. chronische autoimmunerkranung und ein zurück liegender schlaganfall schreien mich an, geh zurück, du kennst doch den weg. vertrau dir selbst. könnte henning müller nurzler ein schrittweiser übergang sein? lebt wer in gemischten ehen, mit kindern, wie grenzt man sich tatsächlich ab. es tut mir in der seele weh, dass gerade mein partner der großen industrizucker gab. hat das innerlich den krieg ausgelöst, ich hatte jedenfalls kein eigenes inneres bild, wie man gesund kocht (äußere leitbilder vegan, vegetarisch, anthroposopisch, ploppen mal auf, sind aber nicht tragend. es ist mir nicht "egal", was meine kinder essen, aber ein erster weg für mich, wäre es wenn ich essen kann was ich will. und wie sieht ein BLW Tisch für die ganze Familie aus?


    kommuniziert habe ich, klar deutlich, mein mann hat es nicht richtig übersetzt oder es war ein inneres dir werden wir deine flausen schon austreiben, was ich erst jetzt zu verstehen beginne.keine italiener, ungarn. riesige gußeiserne schmalpressse aus dem feuer tropf tropf tropf, „Így van rendjén. So gehört das. Nein Danke. ich kann nur bruchstücke der sprache, direkte kommunikation war nie möglich. teller weg schieben, emotionale erpressung von der gegenseite, los heulen vom tisch weg rennen, aber ich saß 10 tage eingeklemmt zwischen den familienmitgliedern und konnte nicht weg laufen, du hättest sagen können, wie ein baby, das man am hochstuhl fest schnallt. ;(


    andere frage, bist du der jörg mit den oliven? kannst du nach österreich verschicken? (gerne PN)

    Edited once, last by nefertari1977: Ein Beitrag von nefertari1977 mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Die Aussage:

    So gehört das.

    finde ich bei Essen eh immer schwierig. Grundsätzlich ist erstmal "erlaubt", was schmeckt. Und wenn jemand Hawaii-Pizza mit Ananas drauf mag, dann ist das eben so. "Geht nicht" oder "Macht man so nicht!" finde ich da immer problematisch.
    Ich habe früher auch manchmal auf Käsebrot etwas Gewürz-Ketchup gemacht, versteht auch nicht jeder. :D Macht nix, muss er ja nicht essen... ;)



    andere frage, bist du der jörg mit den oliven? kannst du nach österreich verschicken? (gerne PN

    Tut mir leid, der bin ich nicht. Ich esse zwar manchmal Oliven, aber verkaufen/verschicken tue ich keine.

  • Ich sitze da, mit einer neuen Tasche voller Empfehlungen.

    Kalorien. Makronährstoffe. Beispielpläne.

    „Das Maß der Dinge“, hatte die Beraterin gesagt. Will ich doch alles gar nicht, ich will meine Intuition zurück.

    Deine Intuition hast du immer noch, die ist dir nicht verloren gegangen.

    Abraham hat mal gesagt:

    "Wir wollen nicht, dass du die Diät

    von jemanden anderem isst."


    Da musst du dich abgrenzen. Wenn du selbst mit dem im Reinen bist was du essen willst, dann wird es auch dein Umfeld akzeptieren.

    Mir scheint du bist da nicht im Reinen mit dir. Du weißt nicht richtig was du willst.

    Ich kannte Leute, die sind von der Rohkost zurückgekehrt zur Kochkost und hatten keinerlei Probleme damit. Und andere kehrten zur Kochkost zurück und sind unklar geblieben.

    Ich denke, man darf das Thema auch nicht zu ernst sehen. Du kannst ein schönes Leben haben mit Rohkost und auch mit der Kochkost.


    Früher hatte ich immer ein paar Wochen 100% Rohkost praktiziert und dann bin ich öfters zu dem Punkt gekommen, dass das doch nicht das richtige ist und ich auf dem falschen Dampfer bin . Dann habe ich die Rohkost fallen gelassen, aber schon beim ersten Bissen Kochkost wusste ich das es das nicht ist und ich zurückkehren werde zur Rohkost. Da ich aber eh abgefallen bin, habe ich dann oft noch 2 Monate weiter in den Goodies der Kochkost geschwelgt und bin dann erst wieder zurückgekehrt.

    Das ist natürlich blöde. Wenn man weiß, man will Rohkost machen, dann sollte man es auch tun, und es nicht ewig herauszögern.

    Du musst in dich hineinhorchen, und du weißt ob es dein Weg ist oder auch nicht.


    In meiner Kochkostzeit hatte ich eine Bibel. Das Buch hieß "Psycho-Diät".

    In der Psychodiät darfst du nur das essen auf das du im Augenblick absoluten Bock hast. In dem Buch wird z.B. über eine Frau berichtet, die extra wegen einer bestimmten Käsesorte mit dem Flugzeug in eine andere Stadt geflogen ist um den Käse zu kaufen.

    So ging es mir auch. Wenn ich auf etwas bestimmtes Lust gehabt habe, bin ich manchmal 40 km durch die Stadt gefahren um mir das zu besorgen.

    Manchmal wird man eingeladen und es gibt Sachen, die zwar schmecken, aber auf die man im Augenblick nicht den größten Bock hat.

    Man isst aus Höflichkeit mit, aber man ist nach dem Essen nicht richtig befriedigt und isst anschließend ein zweites Mal.

    So ging es mir öfters.




  • Ich esse bei Familienfeste immer am Tisch mit. Die anderen essen ihr Fondue und ich esse meine Rohkost. Da gibt es nie irgendwelche Diskussionen oder Kommentare. Das geht völlig reibungslos.

    Nur einmal hat mein damals 4jähriger Neffe den Salatkopf auf meinem Teller gesehen und gesagt: "Was isst du denn? Das ist doch etwas für die Hasen"

    Dann schnappte er sich den Salatkopf und hat ihn den Hasen gegeben.

  • Auch wenn innen alles leer ist. Oder chaotisch durcheinander ist. Gibt es eine Mari-Kondo für die Ordnung der Seele?

    Ich glaube nicht, dass es eine Mari Kondo für die Seele gibt.

    Ich hatte früher mal für ein paar Jahre meditiert. Und da lernt man das alles nur noch zu beobachten.

    Man beobachtet einfach nur das Chaos im Kopf und in der Seele und ist nicht mehr damit identifiziert. Es zieht einen nicht mehr hinein.

    Man hat immer einen gewissen Abstand, und das hilft.

    Man identifiziert sich mit dem Beobachter und nicht mehr mit seinen Gedanken, seinen Gefühlen und seinen Körper.

    Wir sind ewiges Bewusstsein. Der Körper mit seinen Gedanken, seinen Gefühlen stirbt irgendwann sowieso, aber unsere wahre Natur, unser Bewusstsein lebt weiter.

  • ich war ja auch so, grillfest, egal ich nehm mein eignes essen mit, aber wie grenzt man sich ab, wenn man nicht mal akzeptiert, dass man sich einfach etwas anderes nimmt? die sprache nicht sprichst, auf übersetzung angewiesen bist, die nicht korrekt geführt wird, aus angst des sohnes vor der eigenen mama?
    eigentlich ist es schon fast egal inzwischen, ich bin damals naiv und blind in eine beziehung und glaubte ich bin tolerant denen gegenüber, also werden sie das schon auch sein. aber ich habe durch mein schlichtes sein getriggert. und sie waren intolerant.
    tja, blöd gelaufen, heute seh ich es als Freud`schen wiederholungszwang, weil ich auf meinem eignen weg zur heilung etwas maßgebliches übersehen hatte.

    jetzt ist eher wichtig, wie kann ich die innere belagerung, diese stimmen zum schweigen bringen und wie grenze ich mich künftig ab?
    wie gelingt rohkost im alltag als gemischte familie? verwurf wie bei der instincto früher kann ich mir definitiv nicht mehr leisten. wie kann ich als mutter essen zubereiten was mir ermöglicht roh zu essen und den kindern ermöglicht, zu essen was sie wollen?

    Abraham Hicks: ist es nicht genau das, was jedem Säugling per Geburt passiert, außer den BLW Babies vielleicht?
    der fliegende Löffel, stopf, stopf ein Löffelchen für Mami, eins für Papi.
    Und selbst bei BLW sind sie abhängig von mir, was ich auf den Tisch stelle und stellen kann.

  • Ich habe eine 100%ige Instincto-Rohlöstlerin gekannt, die hat mal ein Job bei einer Familie angenommen und hat täglich für sie gekocht.

    Ich glaube sie hat auf das Abschmecken verzichtet.

    wie kann ich als mutter essen zubereiten was mir ermöglicht roh zu essen und den kindern ermöglicht, zu essen was sie wollen?

    Da gab es auch Instincto-Mütter, die haben ihre Kinder selbst für sich kochen lassen.

    Du könntest für deine Kinder ja auch Fertigprodukte zubereiten. Das ist kein großer Aufwand.


    Da gab es mal einen Fall. Das Kind hat irgendwie mitbekommen, dass im Instincto-Rohkost Umfeld die These galt, dass man sich mit Kochkost vergiftet.

    Die Rohkost-Mutter hat für das Kind weitergekocht, und das kleine Kind dachte dann: "Sie will mich vergiften".

  • Ich glaube eher, ich lasse meinen Mann das übernehmen, da steht mir mein Gewissen im Weg. Ich esse roh und koche dann für die Kinder? Das würd mich innerlich zerreißen. Dass ich jedoch nicht verlangen kann, dass sie meinen weg wählen ist mir bewusst. Würde sagen, ich leb meinen Weg vor, das klingt mir stimmiger?

  • Ich mag deinen Schreibstil, besonders weil ich kurze Zeilenlängen schätze, den Gedanken sehr gut folgen kann so.

    Dankeschön dafür!


    Inzwischen, jetzt wo ich zum Lesen komme, habe ich auch schon weiter Antworten (auch von dir) gelesen, und dass du entweder längerfristig oder kurzfristig bei deiner (?) angeheirateten ungarischen Familie bist.


    Ich habe nur beruflich mit Menschen aus Ungarn zu tun oder jenen, die hier in Österreich zugezogen sind ... aber ich glaube, es ist ein sehr stolzes Volk.
    .. und mit einer schwierigen Sprache mit noch mehr Fällen als wie sie im Deutschen haben .. sicher wäre es gut für dich, die Sprache zu lernen, selbst wenn du weißt, dass es länger dauert .. wie auch ein Kind länger braucht ..

    Sofern du dieses Kontakt längerfristig so intensiv hast.
    Das, was von der Politik Ungarns mitzubekommen ist, lassen sie sich sicher nicht so leicht etwas von anderen (Völker/Mitgliedern) sagen ..

    Aber falls es dich beruhigt, meine Schwiegermutter hat das auch nie verstanden, warum ich so esse wie ich esse.
    Sie selbst war eine ausgezeichnete (Hausmannskost) Köchin und Bäckerin und vor Jahrzehnten (ich bin schon > 30 Jahre mit meinem Mann zusammen), meinte sie noch, dass ihr Mann wolle, dass sie so kocht.


    Das stimmte wohl .. und sie versuchte zumindest einmal in einer von mir beobachteten Phase, dass sie mit Herbalife abnehmen wollte. Ich glaube, sie ersetzte eine Mahlzeit mit dem Shake. Sie schloss das Ganze aber schlußendlich ab, weil sie meinte, das müsse man ja dann immer so einnehmen.

    Ob es am Geld lag, dass sie es dafür nicht ausgeben wollte oder weil sie lieber anderes aß, hatte ich sie nicht gefragt .. aber es wird vielleicht eine Summenwirkung gewesen sein. Noch heute sagt sie (mit Langzeitgedächtnis), dass sie selbst immer ihre beste "Kundin"/Esserin war und ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie rückwirkend doch etwas anders hätte machen wollen.


    Damals jedenfalls nicht. Und auch heute isst sie am liebsten alles mit Zucker, erhitzt, verarbeitet. Und da das Kurzzeitgedächtnis eher auslässt, vergisst sie auch mal, dass sie eigentlich schon gegessen hat. Wohl, weil sie weder Sperre noch Sättigungsgefühl spürt.


    Und kurioserweise war es genau das, was für mich abschreckend war, so essen zu wollen.

    In irgendeinem Film ... vermutlich aus den 1950ern ... hatte ich einmal gesehen und gehört, dass eine der Hausfrauen sagte, dass sie selbst nie mitessen würde, nur abschmecken. Sie schien schlank zu sein .. und ich dachte mir dann, ja dass Kinder/Jugendliche die Werbemengen essen können, kann ja sein.

    Aber für mich passten übliche Essensmengen noch nie .. alles was im Schnitt über 1.300 kcal/Tag bedeutet, heißt für mich Zunehmen in der Folge.


    Es wäre gut gewesen, wenn ich das schon früher gecheckt hätte.
    Denn zwischendurch erzählten mir auch Menschen etwas vonwegen wie es denn gut wäre, dass ich essen würde (auch aus der Rohkost-Szene) .. Am besten war und ist für mich immer "das Einfache" gewesen, einzig dass ich auch genügend Eiweiß bewusst einbeziehen muss, darauf muss ich bewusst achten. Weil Kohlenhydratreiches ist meist leicht zu erreichen und instintiv verlockend.
    Eiweißhältigeres mehr versteckt und meist auch teurer/aufwändiger zu beschaffen.


    Deshalb schätze ich Rohkost-Shakes von z.B. Sunwarrior mit Erbsen-/Hanfprotein u.ä. sehr.


    Was meine liebe Schwiegermutter (sehr lieb) aber nie und nimmer mochte und mag sind bittere Lebensmittel.

    Genau diese aber sind wichtig, gerade auch am Anfang des Tages.

    Sie helfen, das zu aktivieren, das manche mit Medikamenten versuchen - das Sättigungshormon.


    Soviel für´s erste .. will dich ja nicht gleich ganz Volltexten :D

    Denk daran, dass du dich für dich ernährst .. und betreffend Kochen/Zubereiten für andere .. da muss(te) ich immer an meine Omama (selig) denken, die u.a. für ihren Mann und ihren Schwager allerlei kochte, das sie nicht interessierte - sogar den Kartoffelsalat schmeckte sie nicht ab. Sie erzählte mir mal, sie macht es eh immer gleich, da braucht sie nicht abschmecken.


    Gute Strategie dachte ich mir damals ..


    Inzwischen weiß ich, dass manche den "immer Gleichen Geschmack" am meisten schätzen (wie zum Mc D zugehen und es schmeckt überall gleich) .. das macht es dann eigentlich leicht. Und wenn etwas nicht für mich ist, muss es auch nicht mir schmecken .. mein Mann kocht seit langem für sich selbst - er mag es ohnehin ganz anders als ich.

  • Da gibt es nie irgendwelche Diskussionen oder Kommentare. Das geht völlig reibungslos.

    So ist es ja auch bei Vegetariern oder gar Veganern am Tisch. Sollte es zumindest sein.
    Gegenseitiges Respektieren, was und wie der Andere isst. Was man so sieht und hört, klappt das ja in der Regel.

    Wenn es irgendwo mal nicht möglich ist, bringt man sich halt zur Not was Eigenes mit.

  • ich war ja auch so, grillfest, egal ich nehm mein eignes essen mit, aber wie grenzt man sich ab, wenn man nicht mal akzeptiert, dass man sich einfach etwas anderes nimmt? die sprache nicht sprichst, auf übersetzung angewiesen bist, die nicht korrekt geführt wird, aus angst des sohnes vor der eigenen mama?
    eigentlich ist es schon fast egal inzwischen, ich bin damals naiv und blind in eine beziehung und glaubte ich bin tolerant denen gegenüber, also werden sie das schon auch sein. aber ich habe durch mein schlichtes sein getriggert. und sie waren intolerant.

    Ich weiß nicht genau was für ein Grillfest das war. Ich hatte mal einen Garten, da waren die Nachbarn Türken. Die haben ständig Feste gefeiert und zu ihrer Kultur gehört, dass sie dem Nachbarn etwas zum essen anbieten. Ich habe den Grillteller dankend abgelehnt, dann dachten sie ich sei Vegetarier. Das hätten sie noch akzeptiert. Aber als ich den Salatteller auch abgelehnt habe, da hörte ihre Toleranz auf. Beim fünften oder sechsten Mal habe ich ihnen gesagt, dass ich nichts Angemachtes, Gewürztes oder Gemischtes esse. Da dachten sie , ich bin total durchgeknallt. Die Frauen sprachen mir ihr Mitleid aus. :)


    Tee, Bier und Schnaps habe ich auch abgelehnt. 🍺 🥃 So macht man sich keine Freunde. :)

    Aber ich habe mich trotzdem ziemlich gut mit ihnen verstanden.

  • Ich sehe inzwischen immer deutlicher, dass mein Problem nicht das Essen ist,
    sondern der psychoterror aus meiner kindheit, der sich im jetzt eigentlich nur wiederholt. ich lerne strategien,
    nein, ich muss nicht mehr nach ungarn, inzwischen sind die schwiegereltern an ihrem typischen alkohol/essverhalten verstorben,
    aber er macht fröhlich zuhause weiter. nun ist es eine andere sprache die ich lernen muss,

    nicht mehr ungarisch, sondern so sprechen, dass keine täter-opfer-umkehr betrieben werden kann.
    schwer, aber ich lerne es.
    schade, dass ich es bisher nie wirklich geschafft hab, mal zu dir zu kommen,
    in spital war ich ja doch einige male,
    das nächste treffen, was an einem samstag statt findet bin ich auf jeden fall dabei.
    (freitag nachmittag ist zu schwer, weil wir erst mittag weg kommen, wenn überhaupt.
    wie gelingt es dir zu essen, was du willst. kocht dein mann für sich und manuel?
    ich koche nicht essen, ich werfe negative energien in einen kochtopf rühr das um und präsentiere es ansprechend,
    kochen ist für mich immer druck, zwang, manipulation, grenzverletzung gewesen.
    ich hatte 2013 alle töpfe zurück gegeben, jetzt stehen die selben töpfe in doppelter ausführung bei mir rum,
    weil meine tante verstarb und ich die wohnung räumen musste.
    aber sie werden definitiv gehen. meine geschichte da dran will ich nicht mehr in meinem leben
    darin gespiegelt bekommen.
    glaubst du müller-burzler mit den verschiedenen stufen kann klappen?
    damals war ich ja eher, ganz oder gar nicht.


    Ich weiß nicht genau was für ein Grillfest das war. Ich hatte mal einen Garten, da waren die Nachbarn Türken. Die haben ständig Feste gefeiert und zu ihrer Kultur gehört, dass sie dem Nachbarn etwas zum essen anbieten. Ich habe den Grillteller dankend abgelehnt, dann dachten sie ich sei Vegetarier. Das hätten sie noch akzeptiert. Aber als ich den Salatteller auch abgelehnt habe, da hörte ihre Toleranz auf. Bei fünften oder sechsten Mal habe ich ihnen gesagt, dass ich nichts Angemachtes, Gewürztes oder Gemischtes esse. Da dachten sie , ich bin total durchgeknallt. Die Frauen sprachen mir ihr Mitleid aus. :)


    Tee, Bier und Schnaps habe ich auch abgelehnt. 🍺 🥃 So macht man sich keine Freunde. :)

    Aber ich habe mich trotzdem ziemlich gut mit ihnen verstanden.

    witzig und genau mit den türkischen frauen komme ich super zurecht.

    ich bin ja aktuell auf reha und bei den salaten die sie hier präsentieren,
    denke ich mir auch immer, schön. soviel kram und nichts davon will ich wirklich essen.

    ich hatte ernährungsberatung, oh weia. lol. auf meine info, dass das zeug auf ihrem buffet zu unreif wäre,
    dann schneiden sie es sich in einen joghurt :/ und kippen sie leinöl drauf, lass mich kurz überlegen, nein danke.

    ich esse inzwischen hier nur noch bananen, alles andere sind steine.
    die ernährungsfrau wollte meine kochtöpfe nicht :D

    Edited once, last by nefertari1977: Ein Beitrag von nefertari1977 mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • waren die Nachbarn Türken

    In diesen Ländern, ebenso Griechenland, Kroatien etc., steht ja Gastfreundschaft ganz weit oben auf der Liste und "ablehnen" darf man eigentlich nichts, ohne dass sie zutiefst verletzt sind.
    Ich stelle mir vor, dass es schon sehr schwierig ist das dann auch zu erklären (erstrecht wenn dann noch Sprach-Barrieren hinzu kommen).


    So macht man sich keine Freunde. :)

    Spätestens in diesen Kulturen sicher nicht, stimmt. Das wird schon als Affront gewertet.
    Man hätte höchstens sagen können, dass man aber gerne eine Limonade oder Wasser mittrinken würde. Das hätte die Situation vielleicht etwas entschärft und zumindest nicht den Eindruck vermittelt, dass Du ALLES von ihnen aus Prinzip ablehnst.
    Wenn sie dann keine da gehabt hätten, wäre das ja auch ok und zumindest ein Versuch gewesen.

    Man könnte ja umgekehrt auch erklären, dass sie Schweinefleisch ja vermutlich auch ablehnen würden (tun aber längst nicht alle Türken, nur die streng gläubigen Muslime unter ihnen). Und dass das bei Dir ähnliche Gründe mit dem Gekochten und Alkohol hat. Oder medizinische Gründe etc..


    Die Frauen sprachen mir ihr Mitleid aus. :)

    Klasse. :D Humor haben sie ja. :)

  • das bringt das dilemmabei mir mit der schwiegerfamilie irgendwie auf den punkt. die waren vermutlich in ihrer gastfreundschaft beleidigt. verschärfte dynamik, weil nun der sohn erklären musste und nicht konnte. wenn es auf deutsch gegangen wäre, denke ich wäre der konflikt nie entstanden, so wurde neben der eigentlichen dynamik jemand lehnt meine gastfreundschaft ab noch ein mutter-sohn konflikt projiziert...

  • das bringt das dilemmabei mir mit der schwiegerfamilie irgendwie auf den punkt. die waren vermutlich in ihrer gastfreundschaft beleidigt. verschärfte dynamik, weil nun der sohn erklären musste und nicht konnte. wenn es auf deutsch gegangen wäre, denke ich wäre der konflikt nie entstanden, so wurde neben der eigentlichen dynamik jemand lehnt meine gastfreundschaft ab noch ein mutter-sohn konflikt projiziert...

    Inwiefern beleidigt, führte das tatsächlich zu unerwünschten Folgen?


    Ich glaube, eine Mutter glaubt ja immer dass sie das Beste Essen für ihren Sohn hat und wenn die Schwiegertochter anders is(s)t, vielleicht ruft das Ängste hervor? Bei mir meinte mein Mann, dass ich ihm "Esskultur gebracht" hätte vor Jahren, dabei hatte ich immer gedacht, die "Kultur" ist das, was seine Mama ihm immer kochte, da meine Mama eher nicht so stark durch kochte.

    Am Ende muss eine Liebes/Ehebeziehung tragen was gut ist, oder es hat andere Themen als wahre Ursache.


    Für mich ist Ernährung etwas sehr persönliches. Am besten ging/geht es, wenn ich mein "Ding" mache und wer will kann sich was abgucken und wer nicht will - halt nicht.

    Es war trotz meiner Vorgeschichte, ich musste immer schon anders essen - dennoch insbesondere ein "innerer Prozess", dass ich das komplett abschließen konnte.


    Dass ich kein Selbstmitleid mit mir mehr habe (seit langem nicht mehr - das war Teenagerzeit) - sondern schlicht ein ganz anderes Weltbild dazu habe (Massenernährung/Kostendruck etc).
    Dass mir manches nicht schmeckt was für andere lecker ist. Und wenn es doch etwas ist, dass mir gerade schmecken würde, dann beäuge ich das ganz anders als ich es früher täte .. denke mir, da hat man wieder etwas erschaffen, dass alle Sperren super umgehen würde ..

    Aber auch, dass ich keine Ambitionen (mehr) habe, auch nur irgendwen von etwas zu überzeugen.


    Was sich durch all die Jahre durchgezogen hat sind auch Begegnungen mit vielen Rohes - manchmal oder sehr oft auch nicht strikt in jeder Hinsicht, manchmal gar nicht. Manche strikt, aber so einseitig, dass es auch weit weg von ideal ist - dennoch oft total von sich und der eigenen Praxis überzeugt.

    Auch das war eine Entwicklung bei der ich durch musste, Kontakte pflegen mit absolut wertungsfreiem Austausch.


    Und zuletzt .. es frustrierte mich manchmal, sodass ich dann erst "einen Schmarren" (also irgendwas, das jemand anderes in meinen Augen nicht so gutes machte, dann selbst doch auch ausprobierte) aß ... und verwarf. Teilweise mit kuriosen Folgen.


    Was bleibt ist, auf sich selbst hören. Und das, was die einen Gott oder ähnliche Bezeichnungen nennen oder die große Mutter Natur oder Wasserstoff (Ur Ur Ur Stoff) mitteilt (z.B. Doppelungen).

  • Ich war nach der Corona-Zeit auf Kur (nicht Reha, ich habe gehört, Rehas sind noch strikter in mancher Hinsicht?
    Kur ist ja Vorsorge, Reha dient der - bei dir jedenfalls angedachten Rehabilitation nach den von dir geschilderten gesundheitlichen Themen).

    Eine Kur (Vorsorge) hätte ich mit meiner Grunderkrankungs-Geschichte schon längst machen können. Machte ich aber nicht, weil ich mir dachte, die Ernährung dort kann ich ohnehin nicht essen.


    Schließlich dachte ich aber, es geht hier ja um die Behandlungen (Lunge), um (Heil-) Wasser, um Bewegung, um ein Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu intensivieren, gerade nach einer Phase der sehr intensiven Durch-Arbeit mit so gut wie keiner Freizeit (wegen Studium) und zuviel sitzen (bei mir). Ich nahm dort die Fitness-Center-Karte (zusätzlich zu den eingeteilten Einheiten, damit ich immer die Geräte täglich nutzen konnte), Joga (auch separate), schlicht alles was sich ausging. Ich hatte auch Laufsachen mit - wenn ich keine Lust auf Laufen hatte, dann ging ich eben. Nach dem vielen Sitzen hatte ich das Gefühl mich dauernd bewegen zu wollen.


    Die Ernährungsberaterin dort überraschte mich relativ, da sie wirklich versuchte, auf mich einzugehen. Die Küche dort verstand es dennoch nicht :D

    Jedenfalls aß ich schlußendlich hauptsächlich Salat vom Buffet und kaufte sonst bei einem qualitativ guten Lebensmittel-Supermarkt unweit des Kurhauses Beeren und was ich sonst alles wirklich essen wollte. Und meine speziellen Rohkost-Sachen hatte ich ohnehin mit für die Zeit.


    Nutz die Zeit dort jedenfalls, um in deinen Körper zu spüren, das ist immer gut ..

    Wegen Treffen an einem Samstag: Da freue ich mich auch schon! :Hug: Muss erst schauen, wann es das nächste Mal gut geht :Sun:

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