Schwefelkur ja - geschwefelte Trockenfrüchte nein?

  • Eine Frage zu geschwefelten Trockenfrüchten, die ich bisher vermieden habe.


    Eine Heilpraktikerin erzählte uns auf einem Vortrag, dass er zwei Wege gibt, um den Körper in den erwünschten basischen Zustand zu bringen.


    Erstens : Durch eine Ernährung bestehend aus frischem (rohem) Obst und Gemüse


    Zweitens und der von ihr bevorzugte Weg:

    Eine Schwefelkur!


    Es gab auch einige Anekdoten dazu, wie man sich zum Beispiel draußen vor der Tür "auslüften" und sogar ein paar Minuten warten sollte bevor man wieder herein kommt, um keine "Düfte" mit ins Haus zu bringen. 😂


    Ich habe diese Schwefelkur nicht gemacht, da ich sowieso Rohköstler bin.


    Doch die Frage, was dann denn so schlimm sein soll an den geschwefelten Früchten, die bleibt.


    Bevor ich von Schwefelkuren und Schwefelbädern erfuhr hielt ich das Schwefeln einfach für unnatürlich und deshalb vermutlich schädlich.


    Wer weiß mehr dazu?

  • Der Probst hat auf der Rohvolution vor ein paar Jahren einen Vortrag gehalten und da pries er auch den Schwefel in den höchsten Tönen an.

    Er sagte, dass die US-Marines auch regelmäßig Schwefel einnehmen.

    Quote

    Dr. Karl Johann Probst ist bekannt als Wiederentdecker und Befürworter des Schwefels als Heilmittel, insbesondere durch seine "Schwefelkur". Er gründete und leitete eine Anti-Aging-Klinik in Ottobeuren und erarbeitete eine ganzheitliche Therapiemethode, die auf Ernährungsumstellung, Darmsanierung, Detox und Spiritualität basiert. Die Schwefelkur wird von ihm als ein natürliches Heilmittel angesehen und in seinen Kliniken angewendet.

    Mich hat das mit dem Schwefel nicht interessiert.


    Vor ca. 50 Jahren begründete Dr. Probst gemeinsam mit den beiden Medizinlaien Helmut Wandmaker (1916 – 2007) und Franz Konz (1926 – 2013) die deutsche Rohkostbewegung.


    Quote

    Er gründete und leitete die erste Rohkostklinik Deutschlands. In seinem Vortrag werden die wesentlichen Erkenntnisse der Rohkost als Therapieform und Lebensweise nachgezeichnet.

  • Da gibt es ein Video mit dem Titel Schwefelkur nach Dr. Probst.


    Quote

    Wir sollten uns schon wieder ein bisschen zurückbesinnen was uns die Alten gelehrt haben. Also wenn wir an unsere Großmütter denken - Vor Mitternacht schlafen - und solche Dinge.

    https://youtu.be/QcxvsABw6E8?si=VHFv5MXrbzquTghz&t=953

    Oh jehh, da arbeite ich hart dran. Gestern wieder erst um 23.30 vom Acker nach Hause gekommen. Dann zu Abendgegessen und mich um 1.00 Uhr ins Bett gelegt. Dann habe ich den Film "Green Book" weitergeschaut und bin um 2.00 Uhr eingeschlafen. 😴 🛌 🌛

    Anthony William schreibt in seinem Buch "Heile deine Schilddrüse" dass man die Kernschlafzeiten einhalten solle, weil da unser Körper am besten Sachen reparieren kann. Wenn ich auf Normalzeit umrechne, dann habe ich ja wenigstens noch eine Kernschlaf-Stunde mitgenommen. 😃 😃 :thumbup: :thumbup:

    Quote

    Diese Zeit von zehn Uhr abends bis zwei Uhr früh ist die Kernphase des Nachtschlafs, in der Ihr Körper den Hauptteil seiner Arbeiten zur Heilung und Reparatur verrichtet. Finden Sie in dieser Zeit Schlaf, schreitet die Heilung besonders rasch voran.


    William, Anthony. Heile deine Schilddrüse: Die Wahrheit über Hashimoto, Über- und Unterfunktion, Schilddrüsenknoten, -tumoren und -zysten (German Edition) (p. 424). Arkana. Kindle Edition.



    Bei den Schwefelkuren hat es scheinbar Nebenwirkungen gegeben:

    Quote

    Diese unangenehmen Geruchsentwicklung, denn man schwitzt das über die Haut aus oder wenn man an Stuhlgang denkt, da muss man sich ja erst einmal in ein eigenes Haus im Wald verziehen. Dieser Schwefelwasserstoff ist also schon ganz schlimm und das ist eben der entscheidende Vorteil jetzt von diesem Schwefelgold, dass tatsächlich diese unangenehmen Nebenwirkung jetzt weg sind, die uns ja sozial total ausgrenzen,


    https://youtu.be/QcxvsABw6E8?si=9dvfaOX7bXcedF5U&t=974

    🚽 💩

  • Ich kenne Schwefelung in dem Zusammenhang eigentlich nur zur Haltbarmachung von Trockenfrüchten. Z.B. die berühmten geschwefelten Rosinen.
    Einen "Gesundheitsaspekt" kann ich darin aber nicht erkennen.

    Zwar wird gesagt, dass Schwefeldioxid dem Körper nicht unbedingt schadet, aber bei z.B. Asthma und einigen Allergien sollten diese Früchte vermieden werden.
    Und im Gegenteil kann Schwefeldioxid sogar einige Vitamine in den Früchten abtöten.

    Also ich wäre da eher skeptisch. :/

  • Schwefel ist halt nicht gleich Schwefel, lasst euch da nicht verwirren. Probst macht seine Kuren mit Anorganischem Schwefel. MSM ist eine natürliche, organische Schwefelverbindung die auch sehr positiv auf den Körper wirkt. Auch DMSO ist eine Schwefelverbindung und sehr heilsam. Mit den Sulfiten die zb im Wein oder eben auch bei Trockenfrüchten Verwendung finden hat das allerdings wenig zu tun.


    Oh jehh, da arbeite ich hart dran. Gestern wieder erst um 23.30 vom Acker nach Hause gekommen. Dann zu Abendgegessen und mich um 1.00 Uhr ins Bett gelegt. Dann habe ich den Film "Green Book" weitergeschaut und bin um 2.00 Uhr eingeschlafen. 😴 🛌 🌛

    Da ist aber nicht nur das späte einschlafen sondern auch das viel zu späte essen schlecht für den Körper. Viele sagen ja nach 18.00 sollte man nichts mehr essen. Ich schaue zumindest das ich am 20.00 Uhr mit dem Essen durch bin.

    Edited once, last by Bernhard: Ein Beitrag von Bernhard mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Viele sagen ja nach 18.00 sollte man nichts mehr essen.

    Das ist aber ein längst widerlegter Mythos. Zumal der Organismus und Stoffwechsel eines jeden Menschen völlig unterschiedlich ist.
    Der Eine verträgt das sehr gut, ein Anderer weniger oder gar nicht. Auch abhängig von den Gewohnheiten.

    Ein Arzt hatte das mal sehr gut in einem Interview erklärt: Der Körper verarbeitet das grundsätzlich etwa gleich gut (auch nachts im Schlaf), egal ob man tagsüber oder abends mehr isst. Wichtig ist nur die Ausgewogenheit und den dass man den Magen nicht überlastet.
    Eine "18-Uhr-Grenze" ist wissenschaftlich nicht belegbar.

    Es wird lediglich empfohlen, nicht direkt vor dem Schlafengehen noch etwas zu essen, sondern möglichst zuletzt ca. 2 bis 3 Stunden vorher. Ansonsten könnte der gerade einsetzende Verdauungsvorgang den Einschlaf-Prozess stören.

    Ich habe früher berufsbedingt meistens sehr spät abends gegessen, entweder auf dem Heimweg so gegen 21.00 bis 21.30 Uhr, oder Zuhause dann frühstens kurz vor 22.00 Uhr.
    Heute, wo ich es zeitlich besser einteilen kann (zumindest derzeit, kann sich auch wieder ändern), esse ich meistens so gegen 18.00 Uhr.
    Aber nicht aufgrund irgendeines Mythos oder weil jemand behauptet, danach wäre es "ungesund"... sondern weil es sich inzwischen so eingependelt hat und mir zeitlich meistens ganz gut passt. :)

    Ansonsten sagt mir der Körper schon, wann es ihm passt und ob er etwas haben möchte.

  • Es wird lediglich empfohlen, nicht direkt vor dem Schlafengehen noch etwas zu essen, sondern möglichst zuletzt ca. 2 bis 3 Stunden vorher. Ansonsten könnte der gerade einsetzende Verdauungsvorgang den Einschlaf-Prozess stören.

    Je früher man zu Abend ist, desto leichter und sanfter gleitet man in den Schlaf.


    Ich finde es hilfreich, dem natürlichen Biorhythmus zu folgen. Morgens Ausscheidungsphase, ab ca 11 Uhr Aufnahme von Nahrung bis circa 17 Uhr. Danach Verdauungsphase und Nachtruhe.

  • Die "Wissenschaft" und "die Ärzte" sind beim Thema Ernährung für mich so gar keine Ratgeber. Aber jeder wie er möchte...

  • Ich bin da i.d.R. auch eher kritisch und skeptisch unterwegs. Aber letztlich sind es die, die forschen und Erkenntnisse (auch aus der Masse heraus) sammeln - und an irgendwas muss man sich ja halten. :)

    "Einzelschicksale" sind wiederum für mich nicht gerade aussagekräftig und die vernachlässige ich eher. Am besten aber sagt mir wie gesagt mein Körper, was er will und was er verträgt (oder nicht verträgt).

  • Liebe Himbeere,


    eine Schwefelverbindung ist nicht das selbe wie eine andere Schwefelverbindung.


    Wenn Trockenfrüchte geschwefelt werden, damit die Farbe "Knallig" oder "hell" bleibt, handelt es sich um ein Konservierungsmittel, um SO2 bzw. Sulfite. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, dir da zu zitieren.


    Per Zufall aus zwei Büchern die ich hier habe:

    Quote from Lehrbuch der Lebensmittelchemie, Berlitz - Grosch - Schieber (Springer Verlag)

    SO2 und Sulfite

    Die Wirkung erstreckt sich auf Hefen, Pilze und Bakterien. (...) Die Toxizität ist bei den üblichen Dosen gering. Eine mutagene Wirkung wird diskutiert. Die Ausscheidung erfolgt als Sulfat im Urin. (...)


    SO2 hat nicht nur antimikrobielle Wirkung, sondern verhindert auch unerwünschte Verfärbungen durch Blockierung reaktiver Carbonylverbindungen (Maillard-Reaktionen, nicht enzymatische Bräunung) oder durch Hemmung der Phenoloxidation (enzymatische Bräunung). (...)

    Meine persönliche Erfahrung: Abgesehen von dem eindeutig "anderen" Geschmack, der fehlenden natürlichen Veränderung (bishin zur "Pralinenartigkeit", wie auch heute wieder mal ein paar UNGESCHWEFELTE gegessen :love: ), bekomme ich Pickel von geschwefelten Feigen.

    Kürzlich hatte ich - einfach mal wieder um zu testen - bei einem südländischen Geschäft verpackte getrocknete Feigen gekauft, beide Packungen (verschiedener Firmen) gab ich weiter. Es ist kein Vergleich. :uebel:

    Dazu kommt, dass ich mit der Lunge empfindlich bin (-> Asthma wenn ich nicht aufpasse -> im Zitat oben steht eh genug, warum es da ein Thema geben kann) und solcherlei Zeug bei mir die Bronchien ungünstig beeinflusst ( -> wer das nicht hat: Gefühl der Luftenge bishin zur Verwendung eines Sprays, der die Bronchien wieder erweitert).


    Die Pickel gehen auch am Nerv .. also mein Körper signalisiert mir, dass das nichts ist für ihn.


    MSM ist was anderes ... Methylsulfonylmethan, ein Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Aufnahme von Schwefel wie im Internet zu lesen ist ... das hatte ich auch schon getestet: Keine Pickel oder so bei mir.


    Schwefelverbindungen gibt es so viele, da sind Bücher voll davon.


    Aber als Fun-Fakt, da wir hier ja in einem Rohkostforum sind passt das Thematisch zur Orientierung trotzdem ganz nett rein: Viele Aromastoffe die aus der Kochkost sehr beliebt sind, sind Schwefelverbindungen, die beim Erhitzen von Lebensmitteln aus Cystein, Cystin, Monosaccariden, Thiamin und Methionin entstehen - manchmal auch unangenehm (bei Schwefel fällt mir immer auch Durian ein oder Knoblauch oder vergammelndes Kohlgemüse).


    Quote from Lehrbuch der Lebensmittelchemie, Berlitz-Grosch-Schieberle (Springer Verlag) S. 371

    Beispiele sensorischer Eigenschaften flüchtiger Schwefelverbindungen: (nur um Vielfalt (wieder) zu erkennen) Schwefelwasserstoff -> riecht schwefelig, faulig

    Dimethylsulfid -> gekochter Spargel

    Diemehtyldisulfid -> kohlartig

    2-Furfurylthiol -> röstig, nach Kaffee

    2-Methyl-3-furanthiol -> gekochtes Fleisch


    Ich vermute, dass es durchaus sein kann, dass insb. vegane Rohis mit Schwefel ein Thema haben könnten (zu wenig ..) aber es kommt halt darauf an, was eingenommen wird ...

  • Hallo Angelika,


    jetzt wo du es so schreibst könnte das einer der Punkte sein, warum "Kochköstler beim kacken stinken" und Rohhis nicht :P  Jörg: Ich weiß, auch das hab ich jetzt nicht aus Wissenschaftlichen Studien entnommen, aber jeder Rohhi wird es bestätigen können...


    Zum Geruch: bei der Einnahme von DMSO (Dymethylsulfoxid) ist es ja auch bekannt das man "heftige Ausdünstungen" entwickelt die man selber gar nicht mitbekommt. Ganz im Unterschied zu jenen die man durch die Einnahme vom Anorganischen Schwefel (nach Probst) bekommt, die gehen über den Enddarm ab und das merkt man selber auch sehr gut ;) <X

    Edited once, last by Bernhard: Ein Beitrag von Bernhard mit diesem Beitrag zusammengefügt. ().

  • Das würde ansatzweise auch erklären, warum (je nach Ernährungsform) z.B. Hundekot nicht sonderlich geruchsintensiv ist.
    Aber wie erklärt es sich dann, dass umgekehrt "Pferdeäppel" (gerade im frischen Zustand) besonders stinken? :/ 
    Die fressen ja bekanntlich auch nur "roh", bis hin zu manchen Früchten. Zumindest wenn sie nicht ausgerechnet mit Silage (= mit Milchsäurebakterien gegoren & fermentiert) gefüttert werden.

    Einzige Erklärung wäre dann für mich, dass deren Verdauungstrakt nicht unbedingt mit dem eines Menschen vergleichbar - und eher auf die Verarbeitung faserreicher Nahrung ausgelegt - ist.
    Aber das ist bei Kühen ja noch extremer - und auch die fressen bekanntlich (fast) nur Gras. Und stinken trotzdem...

  • Aber wie erklärt es sich dann, dass umgekehrt "Pferdeäppel" (gerade im frischen Zustand) besonders stinken? :/

    Wenn das Pferd gesund ist, dann stinken die Pferdeäpfel auch nicht.


    Nur sehr unterernährte Pferde riechen "chemisch" (hatte zweimal so einen Fall aufgenommen), wenn das Futter verdorben oder schlechte Heulage war und wenn die Parasitenlast hoch ist.


    Ich konnte immer riechen, wenn es Zeit für eine Wurmkur war.

  • Hm stimmt, so sonderlich intensiv ist es im Normalfall tatsächlich nicht. Aber "spürbar" schon.
    Klar, die "trockenen, harten" dann natürlich nicht mehr.

    Aber gerade die Teenager mögen ja gerade diesen typischen "Pferdegeruch", andere hassen ihn eher (habe ich aber auch nie verstanden).
    In Stallgassen riecht es eigentlich eher nach Leder (von Sätteln, Trensen, Bügelriemen usw.) und halt nach Stroh.
    Ich fand das immer angenehm. :)

    Und auf einer Weide oder einem Paddock riecht man davon eh nichts.

    Ekelig wird es aber tatsächlich bei der oben genannten Silage-Fütterung. Die galt in unseren Breitengraden aber auch eher als "verpönt". Weil dazu oft zu feuchte Grassilage verwendet wird und die zusätzliche Risiken (bis hin zu Übersäuerung und schweren Koliken) birgt.

  • Pferdedung hat halt seinen Eigengeruch, aber wirklich stinken tut (zumindest in meiner Wahrnehmung) weder Pferd noch Rind. Voraugesetzt natürlich das sie artgerecht gefüttert werden, Kühe die (viel) Kraftfutter bekommen riechen schon auch übel. Aber im Vergleich mit Hund und Katz oder Schwein oder eben Menschen mit "Hausmannskost" ist das harmlos. Ausnahmen mag es bestimmt geben, die "bestätigen ja die Regel".

  • Pferde bekommen ja ebenfalls (je nach geforderter Leistung und Konstitution) häufig Kraftfutter. Dabei konnte ich aber nie einen Unterschied feststellen (allerdings ohne bewusst darauf zu achten).

    Wenn ich damals an der Anlage mal "aushilfsweise" die Schulpferde (und manchmal auch die Privatpferde) gefüttert hatte, fiel mir erst bewusst auf wie unterschiedlich die "Futteransprüche" der verschiedenen Halter, aber auch Pferde, waren.
    Manche sollten gar kein Kraftfutter bekommen, andere ein wenig und wieder andere deutlich mehr. Und dann gab es bei den privaten Haltern/Einstellern auch noch den einen oder anderen "Sonderwunsch". :)

    Dadurch hatte man das für zig Großpferde irgendwann im Kopf, aber mir fiel da wie gesagt bei den Ausscheidungen zumindest bewusst kein Unterschied auf.
    Und alle Tiere dort wurden ja auch regelmäßig tierärztlich untersucht und versorgt. Bei schweren Koliken oder gar Magendrehungen etc. kamen einige davon sogar nachts raus.

  • Wenn ich damals an der Anlage mal "aushilfsweise" die Schulpferde (und manchmal auch die Privatpferde) gefüttert hatte, fiel mir erst bewusst auf wie unterschiedlich die "Futteransprüche" der verschiedenen Halter, aber auch Pferde, waren.

    Zum Glück! Leichtfuttrige Pferderassen wie zum Beispiel Haflinger können schnell krank werden von zu eiweißreicher Fütterung. Eine typische Folge ist Hufrehe, eine sehr schmerzhafte Entzündung der Huflederhaut mit Langzeitfolgen.


    Ich hatte mal in einem Stall aushilfsweise gefüttert, da sollten alle Pferde die gleiche Menge Heu und Kraftfutter bekommen. Schon beim ersten mal fiel mir auf, dass eine Haflingerstute diese Hufrehesymptome zeigte durch eine bestimmte Schonhaltung. Darauf angesprochen tat die Stallbesitzerin es als Arthrose ab und ich MUSSTE weiterhin Kraftfutter geben.


    Erst Wochen später wurde der Tierarzt gerufen und da war es fast schon zu spät.

    Strengste Diät und absolutes Kraftfutterverbot daraufhin.

  • Ja, Hufrehe ist leider auch immer mal ein Thema. Dort kam das aber zum Glück äußerst selten mal vor.

    Leider ist es auch bei Pferdehaltern/innen nicht anders als auch bei sehr vielen Hundehaltern: Zu viele haben einfach viel zu wenig Ahnung von den Tieren!

    Wenn ich schon immer gesehen habe, wie Halterinnen dort laut mit Schnacke knallend und schreiend auf Paddocks, Weiden oder auch mal den Springplätzen hinter ihren Pferden hergerannt sind um sie einzufangen ... und dabei immer aggressiver wurden... :rolleyes:

    Hallo?? Schon mal was davon gehört, dass Pferde Fluchttiere sind? :/ Da würde ich bei solch einem Theater auch abhauen, wenn ich Pferd wäre!

    Einmal war mir der Kragen geplatzt bei einigen Western-Reiterinnen: Da bin ich raus, rief ihnen zu "Jetzt geht mal alle an die Seite! Jörg macht das jetzt!" und bin ganz ruhig an den vorderen Zaun des Springplatzes gegangen und habe die Tiere erstmal beruhigt.
    Da kamen sie zu Viert gaaanz ruhig und freiwillig auf mich zu, so wie ich es auch sonst gewohnt war. Ich konnte sie problemlos jeweils zu Zweit am Stallhalfter greifen, sie vom Platz führen und ihren Halterinnen und Pflegerinnen übergeben.

    Ähnlich auch in manch anderen Situation auf den Weiden. Alles lief da immer lauft schreiend hinter den Pferden her - und zu mir kamen die Pferde "komischerweise" immer sofort, auch wenn sie mich vorher gar nicht kannten. :/ Wo ist denn das Problem?
    Wie auch bei Hunden funktioniert das nur mit Vertrauen und Ruhe, nicht mit lautem Schreien, Rennen und Knallen!

    Auch ein Teenager-Mädchen mit ihrer Araber-Stute (die ich auch ein paar Mal reiten durfte) kam mal wieder hilfesuchend zu mir, sie bekäme ihre Stute nicht zum abspritzen aus der Box und die würde sogar nach ihr treten!
    Ja klar, wenn man ein Pferd SO behandelt, ist das ja auch dessen gutes Recht! Würde ich auch machen...
    "Komischerweise" war auch diese Stute bei mir immer lammfromm, ich konnte sie auch an dem Tag völlig problemlos aus der Box holen und zum Abspritzplatz führen. Und die Besitzerin dann neben mir herlaufen, auch da tat ihr die Stute in meinem Beisein nichts.

    Zum Glück hatte ihr Vater dann kurze Zeit später das Tier endgültig weggenommen (war vorher schon mal Thema mit Androhung).
    Wie gesagt, manche Halter/innen haben einfach viel zu wenig Ahnung von Pferden. Aber wenn man sie fragt, sind sie alle die "größten Star-Reiterinnen" vor dem Herrn! Nur sieht jeder von außen (der halbwegs Ahnung von der Reiterei hat), dass dem nicht so ist.

    Ich weiß wenigstens, dass ich nie ein guter Reiter war (eigentlich gar keiner, wenn man so will) und auch meistens zu untrainiert. Für eine E-Dressur hätte es bei mir wahrscheinlich nie gereicht, ich war damals nur der "gelegentliche Freizeitreiter" im Gelände/Wald und habe ansonsten bestenfalls auf Springplatz oder in der Halle mal Privatpferde nach der Arbeit "trockengeritten" (und das tut man ausnahmslos im Schritt).

  • Da kamen sie zu Viert gaaanz ruhig und freiwillig auf mich zu, so wie ich es auch sonst gewohnt war. Ich konnte sie problemlos jeweils zu Zweit am Stallhalfter greifen, sie vom Platz führen und ihren Halterinnen und Pflegerinnen übergeben.

    Wahrscheinlich hast Du einfach eine ruhige, friedvolle Ausstrahlung. Wir Frauen sind manchmal zu emotional und geraten schnell in Stress, wenn es mal nicht so läuft wie geplant. Vor allem vor der Erdbeerwoche (PMS).


    Ich reite schon lange nicht mehr und lehne es inzwischen auch ab.


    Pferde leiden still, weil sie keinen Schmerzlaut haben. Ein paar von Schlachtung bedrohte Pferde konnte ich wieder aufpäppeln und ihnen noch einige gesunde Jahre schenken. Dabei habe ich viel gelernt, auch über alternative Medizin und natürliche Fütterung.


    Auch für Pferde ist "Rohkost" das allerbeste und sie sollten die Möglichkeit haben sich viele Stunden am Tag ihr Futter selbst zu suchen.


    Bereits Heu, was eigentlich als gesund gilt, kann durch Schimnelsporen und Staub Lungenprobleme hervorrufen.


    Heulage ist noch schlimmer, da es durch zu hohen Eiweißanteil für Pferde nicht geeignet ist.


    Als Kraftfutter wird eigentlich nur Schwarzhafer empfohlen und sollte auch nur verfüttert werden, wenn große Leistung verlangt wird und die natürliche Grasfütterung nicht ausreicht.

    Muss natürlich gequetscht werden, da Pferde keinen Kropf haben so wie alles körnerfressende Federvieh und den ansonsten unverdaut wieder ausscheiden.


    Ich habe zweimal Pferde mit schwerer Arthrose gerettet und beide bekamen bei den Vorbesitzern Hafer. Ein 14-jährige, stocklahme Stute und ein 16-jähriger Wallach. Eisen runter, Hafer weg, Koppel, Homöopathie, Akupunktur, Zähne richten, Einrenken durchTamme Hanken und andere Physios/Osteos und statt Schlachtung noch viele gute Jahre.


    Natürliche Lebensweise mit frischer, artgerechter Nahrung hat in vielen anderen Fällen allein bereits die größte Verbesserung gebracht.


    Zurück zur Natur! Naerer til naturen!


    Gilt für Mensch und Tier! 🍀

  • Wahrscheinlich hast Du einfach eine ruhige, friedvolle Ausstrahlung.

    Sagt man mir zumindest öfter mal nach. Andere nannten mich auch wiederholt "Hundeflüsterer".
    Ich selbst sehe es etwas pragmatischer: Ich "spreche" einfach ihre Sprache und kann mich in sie hinein versetzen. Gilt allem voran für Hunde und auch für Pferde.

    In Erziehung und Ausbildung habe ich bei Hunden immer am meisten mit (gegenseitigem) Vertrauen, Verständnis, Liebe und "Einlassen auf ihre Sprache" erreicht. Man muss sich einfach intensiv mit der Natur dieser Tiere befassen. Dann klappt das auch.
    Ich erreiche bei wildfremden Hunden in wenigen Minuten bis maximal einigen Stunden das, was deren Halter selbst in etlichen Jahren nicht geschafft haben!
    Selbiges traf meistens auch auf Pferde zu, mit denen ich näher zu tun hatte.

    Das ist für Viele immer ein "Phänomen", für mich nicht. Ich kenne es nicht anders und finde das "normal". Tiere "spüren" es sofort, wem sie vertrauen können. Und wer sie mag. Fremde Hunde laufen zu 98% unterwegs auf mich zu und wollen "begrüßt" werden. Manchmal auch gegen den Willen ihrer Halter.

    Selbst wilde Rehe, zum Beispiel früher auf unserem Grundstück, hatten immer Vertrauen zu mir und ich kam auf wenige Zentimeter ran. Sogar als eine Zeitlang mal ein ganz kleines Kitz dabei war. :) Aus der Zeit habe ich auch noch einige Aufnahmen.

    Ich könnte Dir sogar einen YT-Video-Link schicken, bei dem ich vor einigen Jahren einen (aus einem Gehege im Wald) ausgebüxten Damhirsch beruhige und er in wenigen Zentimetern Abstand bei mir blieb, bis der Pächter gerufen werden konnte und kam. Ein total liebes Tier, das binnen Sekunden Vertrauen zu mir hatte und sich auch von mir "führen" ließ. :)
    Und deren (Körper-)Sprache spreche ich nicht einmal. Reagierte aber trotzdem wie ein Hund auf mich.

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