FILM EMPFEHLUNG: Das Kapital im 21. Jahrhundert

  • Grüß Euch,


    einige wissen ja, dass ich mich derzeit auf ein Studium konzentriere und ein Fach davon ist Volkswirtschaftslehre. In meiner bisherigen Schulbildung ist dieses Fach rückblickend wohl nur oberflächlich behandelt worden. Da ich aus keiner Politikerfamilie stamme, war dies auch sonst nie ein breiteres Gesprächsthema. Als ich für die zugehörige Prüfung zu lernen begann, hat es mich auch etwas erstaunt und durchaus abgeschreckt - trotz meines Hauptberufes als Technikerin, weil hier unerwartet viel Mathematik versteckt ist. Unter dem Mantel, dass es "vereinfacht" wird: Mathematik, die gerne in Kurven dargestellt wird.


    Mit zunehmender Zeit habe ich allerdings festgestellt, dass dieses Fach nicht nur interessant ist, Wirtschaft extrem spannend macht, sondern auch Geschichte und Politik. Unerwartet. Und was es auch mit mir macht(e), es zeigt mir noch einmal mehr die Facetten der Volkswirtschaft(en), die sich auf Rohkost und natürliche Lebensweise auswirken.

    Das was "wir" - zumindest hauptsächlich in diesem Forum - anstreben sind ja nicht gerade werbeträchtige oder von kommerziellen Verkäufern präsentierte einladende Texte, das Produkt X oder Y zu kaufen. Es gab eine Phase in der Rohkost-Szene vor einigen Jahren, da wurde auch unverhohlen beworben und auch auf YouTube stellte sich - für diesbezüglich ungeschulte Zuseher - eine Strategie des Bewerbers durch die inzwischen bekannten "Influenzer" durch, die das Bild der Rohkost seither für viele noch mehr auf ein kommerzielles Gleis setzt. Das, wohlgemerkt, die meisten nicht einmal mitbekommen.


    Ja, jede Person, die etwas für ein Unternehmen bewegen möchte (egal ob eigen oder andere) hat inzwischen seine eigenen Plattform(en) - unterschiedliche soziale Netzwerke, Homepages usw.


    Manche glauben ja vielleicht naiv, es handelt sich um Glaubenskriege. Und da die Ernährungswissenschaft an sich auch nicht gerade eine Wissenschaft ist, die es leicht mit Studien hat, tut dies den Rest dazu. Ich erinnere hier daran, dass Studien immer ein bestimmtes Design haben müssen, also auf eine gewisse Weise aufgesetzt sind und in der Auswertung so auch begrenzt sind. Dazu kommt, dass Menschen frei sind und tun können was sie wollen: Was sie für Studien an eigener Auskunft angeben und was sie wirklich tun, sind genauso wie immer oft verschiedene Wahrheiten. Und es lässt sich auch niemand einsperren und die Faktoren der Lebensweise sind ebenso unzählig.


    In vielen Diskussionen ging und geht es also meist vielmehr um prinzipielle Konzepte, nicht der Gesundheit wegen, sondern eines unternehmerischen Konzeptes. Ja, auch Behandlungskonzepte sind .. unternehmerische Konzepte. Wir können gerne über verschiedenes schreiben dazu. Rohkost war auch für lange Zeit nicht das typische System, das ähnlich Franchise-Unternehmen wie Fastfood Ketten aufgesetzt wurde. Das hängt an mehreren Hintergründen - in Europa jedenfalls auch, dass solche Konzepte wegen der sehr unterschiedlichen Jahreszeiten, schwieriger Lieferbedingungen frischer Ware und der grundsätzlichen schnellen Verderblichkeit von Früchten und Gemüsen - Smoothie-Ketten nicht erfolgreich lassen werden können.


    Das änderte sich ab dem Zeitpunkt, als neue Produktionsverfahren entstanden, die gewisse Pulver als Rohkostqualität deklarieren ließen und so wird es wohl auch weiter in diese Richtung gehen, ergänzt mit Nahrungsergänzungsmittel.


    Mit diesen Zeilen wollte ich einen ganz kleinen Exkurs schreiben, warum ich gerade auch im Hinblick einer angestrebten natürlichen Lebensweise und Rohkost das Thema "Volkswirtschaft" inzwischen sehr spannend finde: Egal was wir bekommen, kaufen hängt damit zusammen. Ob jemand nun Früchte, Pulver kauft oder einen Garten pachtet oder sein eigen nennt: Wir leben in einer Zeit, in der wir mit (aber nicht initial durch) Kapitalismus auf der einen Seite viele Möglichkeiten haben und auf der anderen Seite scheint eine Oberschicht zu entstehen, die ähnlich wie die - frühere - Aristokratie - sehr viel Macht hat. Allerdings, noch mehr global. Wobei, auch hier gab es krasse Zeiten.


    Wenn du bis hier her gelesen hast oder bis zu dieser Empfehlung "vorgesprungen" bist: Der Film "Das Kapital im 21. Jahrhundert" ist sehr gut gemacht. Am Anfang eher historisch, um rückblickend zu sehen, was alles durch unzählige Opfer erst erreicht werden musste, was für uns heute selbstverständlich scheint. Und danach, wie es sich gerade entwickelt.

    Ich habe in den letzten Wochen zur Entspannung, und doch um "im Thema" zu bleiben, einige Filme angesehen. Diesen hier, finde ich besonders empfehlenswert. Es gibt den Film auch als Buch.


    Es würde mich freuen, wenn wir uns hier ein bißchen darüber austauschen möchten. Da es hier auch um Politik geht, könnte es ein schwieriges Thema sein.

    Aber in jedem Fall: ABSOLUTE FILM-EMPFEHLUNG!!! (Ja, auch für Rohis, aber auch für jede(n) andere(n).)


    Viele Grüße

    Angelika

  • Hier noch eine Ergänzung zum oben erwähnten Thema "eigene Plattformen", die unternehmerisch denkende Leute (oder die einfach mitverdienen) befüllen und von thematisch interessierten Personen gelesen werden.


    Auch schon vor einigen Jahren entstanden viele neue Homepages und der Boom, "Wissen" aus dem Internet zu finden, war neu. Inzwischen gab es viele Aufklärungsaktionen, um bisher unbedarfte Menschen darin zu schulen. Die einen, dass sie auf das Impressum, Art des Geschäftszwecks und Aussagekraft von Studien achten sollen und die anderen, wie sie es bestmöglich schaffen, im guten Licht darzustehen.


    Nun, in meiner Familie habe ich erst wieder in den letzten Tagen u.a. folgende Beobachtung gemacht:


    (1) Eine Person, die sich wunderte, warum da so viele komische Themen zwischen den Facebook-Beiträgen seiner Freunde sind. Obwohl schon längst etabliert, war jener Person erst jetzt aufgefallen, dass alle x Beiträge ein "gesponserter" Beitrag darin ist, der von der Aufmachung aussieht, als sei er von Freundschaften. Thematisch meist passend. Obwohl seit Jahren genutzt und mitbetrachtet - erst jetzt aufgefallen.


    (2) Eine Person, die mir erzählte, was für tolles Produkt gerade gekauft wurde, mit Arginin. Arginin wird ja dort und da für Nahrungsergänzungen, u.a. für Bodybuilder zugesetzt. Da sage ich: Ja, aber nicht zuviel, weil sonst ist die Lysinaufnahme zu gering. Da sucht jene Person im Internet eine Homepage auf, die schon vor Jahren "Wissen" zur Verfügung stellt, allerdings immer im Hinblick auf beworbene Produkte, die meist auf derselben Seite mit Beteiligung (o.ä.) verlinkt sind. Die Seite nennt sich so, als sei sie ein Zentrum für Wissen zu einem bestimmten Thema. Und diese jene Person, relativ jung aber doch geschult - glaubte, dass das ernst zu nehmen sei, was da steht.
    -> Nun zeigte ich jene Quellen, bei denen auch jene Themen stehen, die den potentiellen Käufer oder Käuferin abschrecken könnten. Das muss nichts böses sein, aber, was Unternehmer gar nicht wollen ist, dass auch nur ein geringster Zweifel an der Perfektheit eines Produktes entstehen könnte. Also wird nicht erwähnt oder herausgestrichen. Nach der neuen Erkenntnis war klar, dass in dem - PR-Text - nicht alles stand, die Zusatzinfo die nicht genannt wurde, aber doch auch interessant ist. Nach dem Motto, wer es genauer wissen will, muss ich selbst schulen, alle sind für sich selbst verantwortlich.


    "Alle sind für sich selbst verantwortlich", ein Argument, das ich in den letzten Jahren ganz besonders viel gelesen und gehört habe.

    In dem oben genannten Film wird das Thema auch gezeigt. Hierzu erstelle ich einen getrennten Beitrag als nächsten, weil signifikant.

  • Im Film wird eine Studie gezeigt, in der auch Filmaufnahmen gemacht wurden.

    Nachdem im ersteren Teil u.a. gezeigt wird, dass gewisse frühere Adelige der Ansicht waren, dass sie einfach besser geboren wurden und DAHER anders sind, zeigt die Studie, was mit "normalen" Menschen passiert, wenn sie trotz klarer unterschiedlicher Voraussetzungen ein Spiel starten.


    Zwei Spieler spielen dabei eine Art Monopoly, wobei einer der Spieler nicht nur mehr Geld bekommt, sondern auch noch 2 statt 1 Würfel und bei jeder Runde doppelt soviel Geld neu dazu. Beiden Spielern ist dieser Unterschied natürlich schon am Anfang klar, es ist nicht heimlich.

    Bei den Spielen veränderte sich die Art, wie die Spieler sich verhielten. So wurde die bevorzugte Person immer lauter beim Hüpfen mit der Figur, dominanter im Gespräch, belehrender betreffend Geldangelegenheiten und machte sich immer mehr lustig über die andere Person. Aufgrund der ungleichen Ausgangsbedingungen und ungleichen fortlaufenden Bedingungen war klar, wer gewinnen würde.

    Am Ende wurden alle Spieler aller Versuchsgruppen gefragt, warum sie glaubten, dass sie gewonnen hatten. ALLE Gewinner (sie hatten die besseren Bedingungen) sagten voller Überzeugung, das es an ihnen persönlich gelegen habe und KEINER sagte, dass es einen Zusammenhang mit den ungleichen Bedingungen hatte.


    Mit dieser Argumentation kann viel argumentiert werden und mit ungleichen Voraussetzungen gesteuert werden.


    Deshalb nochmals die Filmempfehlung mit eindrücklichem Bildmaterial. Der Film kann mit deutschen Untertiteln angesehen werden. Gibt es allerdings auch als Buch.

  • Hallo Angelika,


    ja, VWL kam in der Schulzeit wohl wirklich etwas zu kurz. Ich selber hatte damit auch erst im Rahmen der Berufsausbildung näher zu tun (neben BWL natürlich).


    Speziell zum 2. Beitrag: Das kann ich absolut bestätigen. Ich hatte ja einige Jahre an diversen Schulen gearbeitet (teils Grund- aber hauptsächlich weiterführende bis hin zum Gymnasium) und mich dort immer stark für Medien-Kompetenz eingesetzt und auch diverse Lehrer-Fortbildungen geleitet.

    Unter anderem habe ich teilweise das E-Learning als eines der Pilot-Projekte in Deutschland damals mit eingeführt.


    Und dabei war es mehr als erschreckend, wie viel Unkenntnis einem in Sachen "IT-Sicherheit im Internet" entgegen schlug und wie unbedarft die Leute (bis heute) da heran gehen.

    Bei Schülern der Mittelstufe erwarte ich das auch nicht anders, sie können es (noch) nicht besser wissen und genau dazu sind Leute wie z.B. ich da.

    Auch wenn es mich zutiefst erschreckt, wenn mir ein 13-jähriges Mädchen auf meine ausdrückliche Warnung vor alleinigen "Chat-Treffen" mit vermeintlich gleichaltrigen Jungs antwortet: "Ach, das ist doch nicht schlimm, das habe ich schon oft gemacht und es ist nie was passiert!".


    Aber wenn ich dann selbst bei erwachsenen Eltern und selbst Lehrern keine wesentlich höhere Medien-Kompetenz entdecke, gibt mir das schon massiv zu denken! Dann wundern mich auch die heutigen Zahlen der Internet-Kriminalität nicht mehr.

    Niemand würde in Deutschland sein Haus oder Auto unverschlossen lassen und weg gehen. am Rechner und im Internet macht aber genau das ein Großteil bis heute!

    Häufigstes Argument: "Och, das ist doch was völlig anderes! Da passiert doch nix....."


    Betrügerischen E-Mails wird gedankenlos geglaubt und teils darauf geantwortet, Kinder unbeaufsichtigt an ONline-fähige Rechner oder Smartphones gelassen ... und hinterher ist das Entsetzen immer groß!


    Eine meiner ersten Fragen an die Schüler zum Beispiel 5er und 6er Klassen war immer, wer davon schon Computer-Erfahrung samt Internet hatte, dann wer davon über einen eigenen Rechner im Zimmer verfügt - und die dann aufzeigenden frage ich noch, wer davon den Rechner auch unbeaufsichtigt benutzt.

    Das Ergebnis in diesem Alter ist schon mehr als erschreckend, stelle ich dieselben Fragen aber in achten und neunten Jahrgängen, zeigen fast alle Schüler auf.

    Frage ich dann, ob sie jemals jemand in den Umgang mit dem Internet eingewiesen hätte, herrschte meistens eisiges Schweigen. Oder es kam etwas wie "Meine Eltern kennen sich doch selber nicht damit aus....".


    Auch Lehrer zeigten häufig eine Art "Technik-Phobie" un mieden lange Zeit Computer, wo es eben ging. Dem Großteil musste ich sogar vor wenigen Jahren noch erklären, was ein PS2-, USB- oder VGA-Stecker ist und dass der jeweils nur in die entsprechenden Schnittstellen am Computer passt, man also gar nicht so viel falsch machen kann....


    Also probieren es die Kids alleine und die Eltern sind ahnungslos, was ihre Sprösslinge da eigentlich so treiben. Sind keine älteren Geschwister oder (halbwegs) fachkundige Angehörige vorhanden und fehlt auch in den Schulen die nötige Unterweisung, sieht es düster aus.


    Zum Glück geht es inzwischen mehr und mehr in die richtige Richtung und (nicht zuletzt auch durch die Corona-Pandemie) erkennen auch Schulen und entsprechende Ministerien mehr und mehr, wie wichtig da eine vernünftige Aufklärung und die Digitalisierung der Unterrichtsmedien sind.

    Diese Technik ist immerhin massiver Bestandteil unserer Zukunft (und inzwischen auch Gegenwart) und die heutigen Kinder wachsen damit auf.

    Lassen wir sie damit nicht alleine!

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Das beste Buch das man lesen kann um zu verstehen, worum es dem Kapital geht, auch im 21. Jahrhundert, ist Das Kapital von Karl Marx.


    Der hat das so sauber analysiert, daß er bis heute noch von allen Seiten denunziert wird.


    Nee, der hat nicht den realen Sozialismus erfunden! Auch nicht begründet. Der hat nur den Kapitalismus analysiert.


    Lies ihn, und du wirst viel mehr verstehen!

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