Salz - Fluch oder Segen? Gibt es Alternativen?

  • In wie fern? Die sind / schmecken salzig? Kann man anstelle von Salz verwenden?


    Das wird also bestimmt im allgemeinen nicht oder nur wenig thematisiert, weil das wohl so gut wie gar nicht vorkommt, weil die Meisten ja eben viel zu viel Salz aufnehmen. Wie macht sich das dann bermerkbar? Das merkst Du dann köperlich? Geistig?


    Weil sie salzig ist wohl. Schmeckt die vielleicht wie eine (ungesunde) Salzstange oder so ähnlich?


    Hallo Datel,

    zu deinen Fragen zu Spagettialgen: Jaja, diese Algen schmecken nicht nur salzig, sie SIND salzig.

    Sie haben auch ein Meeresaroma, je nach Art.

    Besonders schätze ich eben die Spagettialgen, hier habe ich ein Foto davon gemacht:

    Ich schneide sie in Stücke, die ich in diesen dichten Aufbewahrungsdosen aufbewahre und ziehe dann nach bedarf ein bis mehrere "Stangen" ab. Ich esse sie direkt so. Diese Spagettialgen haben glaube ich inzwischen auch schon manche Bioläden/-ketten, aber jedenfalls sind sie bei den Rohkostversendern Orkos und Jurassicfruit erhältlich.


    Alternativ finde ich "Meeressalat" sehr gut. Das sind so zarte Stückchen, dass sie sich löffelzart essen lassen. Ggf. auch sehr leicht für Speisen hinzufügen lassen oder auch einfach auf eine aufgeschnittene Avocado. Letzteres esse ich eher seltener, ist aber in dieser Kombi auch ein Hochgenuss.

    Diese bekommst du jedenfalls bei diversen Bioläden/-ketten. Ich glaube die Marke ARCHE hat diese auch. Und Rohkostversender wohl auch, da bin ich mir allerdings nicht sicher, ob sie dort immer vorrätig sind (dafür viele andere Varianten, Wakame ist auch sehr gut).


    Diese Algen haben auch Jod gleich dabei, das finde ich praktisch. Aber generell ist natürlich eine ausgewogene Ernährung fein - also pures Salz ist oft nur zur Aufbesserung von fehlendem Aroma mangels Reife interessant. Wobei, manchmal ist es wohl besser als nichts, das muss man für sich selbst bestimmen.

    Ich konsumiere eher wenig Salz, aber das liegt wohl vor allem daran, weil ich keine üblichen Cräcker oder Fertiggerichte esse.


    Wenn du "ungesunde" Salzstangen oder ähnliches ersetzen willst, ist das mit Rohkost übrigens sehr einfach. Man(n) oder Frau mische Gemüse, ggf auch Samen oder fettreiche Nüsse (wenn es unbedingt sein muss, evtl übergangsweise), würze nach Geschmack und dörre im Dörrautomat. Beste Varianten, viel besser als jene von Herstellern.

    Die fertigen gedörrten "Rohkost-Brote" haben für meinen Geschmack (und Körper) zuviel Fett, weil Unmengen von Nüsse oder gar Sonnenblumenkerne (vermeiden wegen Omega 6 Fettsäuren Überschuss!!) enthalten. So haben sie zwar durch das Fett einen weicheren und "gefühlt saftigen" Biss, aber "gesund" ist das dann nicht. Deshalb plädiere ich für Selbermachen, evtl mit ganzen (Gold-) Leinsamen, das fördert auch die Verdauung (Grundrezept siehe auch in meinem Buch, aber das ist nur das grundsätzliche Konzept).


    Und je nach dem, was du gerne knabberst oder servieren willst für Gäste, kannst du dabei mit eigenen Kreationen mit Gewürzen, Knoblauch, Zwiebel usw. auftrumpfen.

    Ich mache sowas allerdings nur für Rohi-Gäste, denn "Normale" Kochis können den Wert gar nicht schätzen, vor allem Zeit und auch Preislich. Ein Kartoffelstärkepulver o.ä. mit Aromen getrocknet, das ist natürlich viel billiger und Massenproduktion.

    Für mich selber sind es meist immer wieder mal so eine bis 3 Spagettialgen-Stangen.


    Was passiert, wenn ich zuwenig Salz esse? Dann kommen ggf. Gelüste nach früherer gekochter Nahrung auf, mein Körper weiß ja, dass da viel Salz (und meist auch Glutamat) drin ist. Da beides (Salz und freies Glutamat) auch bei den Algen dabei ist, fange ich das damit besser auf ... und ja, das macht mich glücklich(er) :)

  • Ich esse gar kein Salz außer in Sauerkraut o.ä. In Salaten ist Staudensellerie eine gute Salzalternative, weil dieses Gemüse sehr salzig ist.

  • Hallo Angelika,


    herzlichen Dank für die Fotos!


    So viele Produkte, Lebensmittel, die ich nicht kenne. Spagettialgen werde ich mal probieren müssen. Die kann man nicht nur ohne weitere Beigaben essen, sondern auch zum Salzen nehmen oder ansonsten irgendwo beimengen, z.B. einem Müsli?


    Meeressalat, Algen (da gibt es wohl auch viele verschiedene Arten), werde ich wohl auch einfach mal probieren müssen, habe null Vorstellung.


    Quote

    Wenn du "ungesunde" Salzstangen oder ähnliches ersetzen willst, ist das mit Rohkost übrigens sehr einfach. Man(n) oder Frau mische Gemüse, ggf auch Samen oder fettreiche Nüsse (wenn es unbedingt sein muss, evtl übergangsweise), würze nach Geschmack und dörre im Dörrautomat. Beste Varianten, viel besser als jene von Herstellern.

    Ups, Salzstangen und gedörrtes, gemischtes Gemüse klingen zunächst einmal ganz schön unterschiedlich. Bzw. klingt das irgenwie überhaupt nicht nach einem Salzstangenersatz. Oder ist das ein verkürztes Rezept? Welchen Dörrer könnte man empfehlen? Habe ja noch nicht mal einen sogenannten Hochleistungsmixer, nur einen "normalen". Glaube, einen Dörrer braucht man ja eigentlich als Veganer oder Rohkostler (sozusagen) auf jeden Fall. Obwohl wohl viele derer sich auch ohne Dörrer ernähren. Aber auf jeden Fall wird so einer einen wohl extrem viel mehr an weiteren (Arten von Zubereitungen von) Lebensmitteln (Varianten davon) geben, die man ohne ihn nicht hätte. Aber leider wird die Nutzung eines Dörrers bestimmt auch aufwändig.


    Ein aktuelles Video zum Thema Salz, sehr interessant bzw. irgendwie wusste ich nach Ansicht auch nicht mehr bzw. das mich dazu neigt, zu sagen, "keiner weiß etwas":

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    Staudensellerie, nie gehört, werde ich auch mal versuchen zu probieren.

  • bzw. irgendwie wusste ich nach Ansicht auch nicht mehr bzw. das mich dazu neigt, zu sagen, "keiner weiß etwas":

    Das ist das, was ich eingangs meinte und weshalb ich den Titel so provokant formuliert habe ("Fluch oder Segen?").

    Die Experten-Meinungen driften da stark auseinander. Einerseits braucht unser Körper Natrium, andererseits bindet Salz bekanntlich auch Wasser (und kann somit auch Körperzellen und der Haut Feuchtigkeit entziehen), steht im Verdacht bestehenden Bluthochdruck noch zu forcieren und neigt dazu, sich im Gewebe einzulagern.


    Deshalb plädiere ich auch nicht für den radikalen Verzicht, sondern für einen maßvollen Umgang damit und für das Bewusstsein, dass wir auch ohne manuelles Salzen schon einiges an Salz über unsere Lebensmittel aufnehmen.

    Letztlich muss Jeder für sich selber entscheiden, ob er zusätzlich Salz verwendet und wie viel. Verteufeln sollte man es sicher nicht. Zumal es auch eine entzündungshemmende Wirkung hat.

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Quote

    Deshalb plädiere ich auch nicht für den radikalen Verzicht, sondern für einen maßvollen Umgang damit und für das Bewusstsein, dass wir auch ohne manuelles Salzen schon einiges an Salz über unsere Lebensmittel aufnehmen.

    Ja, das scheint mir in Anbetracht der Situation tatsächlich auch am sinnvollsten. Bzw. Stichworte: "ausgewogene Ernährung" wieder.


    Quote

    Letztlich muss Jeder für sich selber entscheiden, ob er zusätzlich Salz verwendet und wie viel.

    Ja, ja, genau, gerade deshalb wäre es mindestens von Vorteil zu wissen, wie Salz auf Körper / Geist wirkt. Bzw. dazu noch in Kombination / Wechselwirkung mit allen anderen Lebensmitteln / Substanzen.

  • Darauf wirst Du wahrscheinlich keine allgemein gültige Antwort bekommen, da a) Organismen sehr individuell darauf reagieren und b) noch dazu die Experten-Meinungen auseinander gehen.


    Von "Wechselwirkungen" würde ich jetzt nicht unbedingt ausgehen, Salz ist ja kein Medikament und "interagiert" als "Einzel-Element" streng genommen nicht mir anderen Gewürzen oder Substanzen.

    Nüchtern chemisch betrachtet ist Speisesalz praktisch nichts anderes als Natriumchlorid mit sehr geringem Wasseranteil.

    Das Einzige was für alle Menschen die selbe Bedeutung hat, ist halt die hygroskopische Eigenschaft (also dass es Feuchtigkeit/Flüssigkeit binden kann). Das besagt aber nichts darüber, WIE es sich beim einzelnen Menschen auswirkt, bis auf mögliche Entzündungshemmung an z.B. Schleimhäuten in Mund, Nase, Rachenraum usw. .


    Lediglich bei älteren Menschen sehe ich eine Gemeinsamkeit, die ggf. kritisch werden könnte:

    Einerseits tendiert der Mensch im Alter zu höherem Blutdruck (hauptsächlich bedingt durch ein unflexibles und verengtes Gefäßsystem), andererseits nimmt dann aber auch der Geschmackssinn ab und dies wird dann häufig durch "mehr salzen" ausgeglichen.

    Da mag es theoretisch sein, dass der Eine oder Andere vom Arzt schon mal hört "Reduzieren Sie mal etwas den Salzkonsum".

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Quote

    Darauf wirst Du wahrscheinlich keine allgemein gültige Antwort bekommen, da a) Organismen sehr individuell darauf reagieren und b) noch dazu die Experten-Meinungen auseinander gehen.

    Ja, ja, leider. Und nicht nur das, eben gar keine (für mich) rauchbare Antwort (weil etwa "Expertenmeinungen" einander einschränken / ausschließen.


    Quote

    Von "Wechselwirkungen" würde ich jetzt nicht unbedingt ausgehen, Salz ist ja kein Medikament und "interagiert" als "Einzel-Element" streng genommen nicht mir anderen Gewürzen oder Substanzen.

    Ja, Vitamine und andere Substanzen, die im Körper (im Zusammenhang mit Nahrung) wirken, bestimmt auch nicht, trotzdem gibt es da offenbar Wechselwirkungen, etwa derart, dass bestimmte Vitamine / Substanzen nur verarbeitet / aufgenommen werden können, wenn bestimmte andere Vitamine / Substanzen / Nährstoffe oder wie auch immer man so etwas nennt, vorhanden sind bzw. auch verarbeitet werden können. Kann leider kein Beispiel nennen, vergessen. Es gibt da jedenfalls offenbar eine recht beachtliche Wechselwirkung von Substanzen in Zusammenhang mit Nahrung. Aber könnte natürlich sein, dass Salz keine Wechselwirkungen erzeugt.


    Quote

    Lediglich bei älteren Menschen sehe ich eine Gemeinsamkeit, die ggf. kritisch werden könnte:


    Einerseits tendiert der Mensch im Alter zu höherem Blutdruck (hauptsächlich bedingt durch ein unflexibles und verengtes Gefäßsystem), andererseits nimmt dann aber auch der Geschmackssinn ab und dies wird dann häufig durch "mehr salzen" ausgeglichen.

    Vielleicht passiert ja gerade das bei "richtiger" Ernährung (etwa gesundr veganer, rohkostlerischer) nicht bzw. weitaus weniger. Bzw. geschieht das gerade wegen der (falschen) Ernährung. Ein Gedanke ist, dass eben durch ungesunde Ernährung Menschen Medikamente nehmen / sich behandeln lassen (mit allen Nebenwirkungen / weiteren Nachteilen), um das beseitigen zu wollen, was durch ungesunde Ernährung entsteht.

  • Die arte-Doku über Salz sagt ja schon viel aus. Als Rohi würde ich sagen ist auch zwischen den Zeilen zu erkennen, wo das Thema ist: In Kochkost ist es immer mehr oder weniger versteckt oder auch offensichtlich dabei und es dient nicht zuletzt dazu, damit Konsumenten mehr konsumieren. Also Geld ausgeben.

    Oft wird hier Reiz und wahrer Genuss verwechselt oder letzterer ist längst überdeckt.


    In reifen Lebensmitteln sind Salze ohnehin enthalten, allerdings gibt es diese so kaum in den Geschäften.


    Auch glaube ich, dass Menschen früher eher bei Meer, bei Flüssen gelebt haben und erst später in die Kontinente gezogen sind. Vor Jahren, als ich mich tiefergehend damit befasste, erschien mir, dass dies auch der Forschungsstand ist. Es ist wohl nicht verwunderlich, dass Gegenden mit Salzabbaustätten früher sehr reiche Gegenden waren.


    Aus der Doku scheint mir schon auch herauslesbar zu sein, dass je weniger die Menschen mischen und kochen, desto weniger haben sie ein Thema - u.a. wegen Bluthochdruck.


    Und kurios, also wer sich die Doku angesehen hat: Es wird darin zugegeben, dass der Tipp, weniger Salz zu konsumieren alleine auch daher weitergegeben wird, weil damit gehofft wird, dass der / die Patient/in weniger isst, weil es der Person dann weniger schmeckt - was gekocht wird.

    Und da haben wir es schon wieder.


    Es gibt auch eine Schaukel, die ich gerne erwähne (auch in meinem Buch): Die Zucker - Salz Schaukel. Viel Salz macht Gusto auf Zucker und umgekehrt.

    Ein gutes Geschäftsmodell jedenfalls. Manche ältere Menschen, die sich keine Bremse antrainiert haben, sind solchen "Genüssen" fast hilflos ausgeliefert. Das ist mein Eindruck. Und einer meiner weiteren Gründe, möglichst einfach zu essen. Und dabei bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig es zur Ernährung braucht. Allerdings, die Qualität/Art macht es aus. Und wenn man dann der Philosophie des Kilopreises einer Ernährungseinheit anhängt, dann ist man dem verleitenden Konsum vermutlich komplett aufgesessen.

  • Also Spagettialgen würde ich primär einfach so essen. Aber in ein Müsli würde ich sie keinesfalls geben. Wenn überhaupt, in einen Salat oder Rohkost-Cracker.


    Wenn du dir überlegst einen richtigen Hochleistungsmixer zu kaufen, wirst du es vermutlich nicht bereuen, meine Familie schätzt ihn für verschiedene Anwendungen sehr.


    Das Dörrgerät ist eher für Überschüsse, außer man möchte sich eine Spezialität machen, die ggf auch noch warm gegessen werden soll.

    Meine ersten Rohkost-Dörr-Cracker oder ganze geschälte Bananen, die ich dörrte, trocknete ich im Umluftbackofen bei niedrigster Temperatur (unter 40 °C). Obwohl ich ein Dörrgerät mit freier Temperatureinstellung und Zeiteinstellung hatte - einfach weil es so praktisch war. Jedoch wurde dann irgendwann die Umluftfunktion defekt. Seither trockne ich im Fall des Falles im Dörrgerät. Eben auch Rohkost Eiweißriegel.


    Staudensellerie sind Selleriestangen, die hast du sicher schon bei dir im Lebensmittelhandel gesehen. Es gibt Selleriearten, da wird eher die Knolle größer gezüchtet und andere Arten, da werden die Stängel saftig-grün und groß gezüchtet. Es kommt hier allerdings auf die Jahreszeit und Wuchsbedingungen an, ob sie einem schmecken.

  • Vielleicht könnte man (erneut) feststellen, was die sogenannte Pharma-Industrie mit Medizin (gibt ja welche, die solle man laut der Ärzte nie mehr absetzen, bis ans Lebensende nehmen), geschafft hat, hat die sogenannte Nahrungsmittel-Industrie mit ihren "Lebensmitteln" geschafft: den gemeinen Bürger abhängig zu machen bzw. bewegt sie ihn dazu, Zeit (seines) Lebens deren Produkte zu konsumieren. Vielleicht sind ja Nahrung und Medizin oft gar nicht so unterschiedlich, genug Chemie wäre in Lebensmitteln ja bestimmt enthalten, dass man sie vielleicht als (schlechte) Medizin (für Kleinbürger) bezeichnen könnte.


    Mein Ofen - von dieser grauenhaften Elch-Marke - ist schon lange kaputt, nutze nur noch einen Miniofen. Vielleicht könnte ich mir einen Ofen, falls es so etwas gibt (gerade mal flüchtig geguckt, scheint es tatsächlich gar nicht zu geben erstaunlicher Weise), mit Dörrfunktion anschaffen. Glaube, mein kaputter konnte Temperaturen wie 40° gar nicht erzeugen.


    OK, dann werde ich mir wohl einfach mal so ein Sellerie - wie eben auch Spaghetti-Algen - kaufen müssen und wohl am besten nach irgendeinem YouTube-Rohkost-/Vegan-Rezept versuchen zuzubereiten. Bei Spaghetti-Algen gibt es dann ja wohl gar nicht so viel zuzubereiten, schätze ich.

  • Nein, Spagettialgen kannst du dir ggf einfach in Stücke schneiden, so wie ich es gemacht habe, um sie in das Küchengefäß hineinzugeben und handlich herausnehmen zu können.


    Ich denke, dass es die Lebensmittelindustrie geschafft hat, Menschen unbewusst abhängig zu machen. Bzw. ist es nicht gerade die Natur des Menschen, zu verstehen, dass wir inzwischen nicht mehr in der Steinzeit leben, in der Futter rar war, sondern strategisch hergestellt wird.

    Und das so - im Zweifel durch Aromen und allerlei Tricks - dass ein Gefühl des Luxus oder der wahrgenommenen Fülle wie ein (gut genährtes) Baby es empfinden könnte, entsteht.

    Natürlich wollen die Herstellerfirmen einen entsprechenden Gewinn erzielen, kein Zweifel.


    Auf der anderen Seite aber hat sich die Pharmaindustrie vor allem deshalb entwickelt, weil sich die Menschen in der Folge nicht im Zaum halten (können/wollen/müssen(?)). Viele Umsätze werden dadurch generiert, dass Wohlstandsländer viele Menschen mit Zivilisationskrankheiten bevölkert werden.

    Deshalb würde ich sagen, dass hier "zuerst" die Lebensmittelindustrie war.


    Allerdings, immerhin muss niemand Not leiden. Noch vor einem Jahrhundert war die Lage ganz anders! Und es war noch nicht erfunden worden, wie Stickstoff aus der Luft in Dünger für die Pflanzen hergestellt werden kann. Und vieles andere auch nicht.


    Inzwischen können nicht nur viele Menschen ernährt werden, sie vermehren sich auch ganz schön. Und das ist oft auch mit dem Glauben behaftet, der in der Zeit gegründet wurde, als die Lebenserwartung von Menschen noch viel geringer war, inklusive Kindersterblichkeit.


    Also lange Rede kurzer Sinn: Wir Menschen sind erst seit ein paar Jahrzehnten in der Lage, uns so zu ernähren, dass es keine Mängel geben müsste. Und es ist nicht nur mehr den obersten Schichten möglich, keinen Hunger zu leiden.
    Wir sind am Anfang einer neuen Zeit, die sich gerade erst entwickelt. Hoffentlich rechtzeitig.


    Ich denke es gibt doch einige Bewegungen, die das Wissen um die Sinne und besonders die Wertschätzung von Lebensmittel fördern. Meist nicht so tiefergehend, wie es die Rohkost schätzt. Das liegt allerdings auch daran, weil Rohkost für jeden einzelnen nur für sich selbst zu bewerten ist, während Kochkost eben Massen versorgen kann. Weil es keine Sperre mehr gibt - u.a. Dank Zucker und Salzzugabe.


    Mir gefallen dazu zwei Filme ganz besonders: "Das letzte Einhorn" und "Chihiros Reise ins Zauberland".
    Kennst du diese beiden Filme? Sie sind Zeichentrickfilme, aber mit besonderen Hintergründen.

  • Das Interessante daran ist ja, dass über Jahrtausende Salz sogar ein regelrechtes Luxusgut war und als "weißes Gold" bezeichnet wurde. Es war in ähnlicher Weise den Reichen vorbehalten wie auch Kakao/Schokolade, Kaffee und manch andere heute selbstverständliche Dinge.

    In manchen Gegenden wurde sogar der Wochenlohn in Salz ausbezahlt.


    Damals war noch nicht bekannt, dass Salz praktisch überall auf der Erde vorkommt und man transportierte es über weite Wege, was u.a. zu den hohen Kosten beitrug. Es war rar und musste scheinbar weit transportiert und mühsam abgebaut werden.

    Erst mit dem Industriezeitalter entdeckte man die wahren Möglichkeiten und es wurde für jedermann bezahlbar. Heute kostet eine 500g Packung Tafelsalz beim Discounter 15 Cent.... das hat mit "Luxus" nicht mehr viel zu tun.

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Ja, das ist ja das spannende. Wobei, so easy ist es ohne Bergbau oder Technologie auch wieder nicht mit kristallinem Salz. Getrocknete Algen wiederum, die gäbe es einfach(er).

    Schmecken/riechen aber halt auch etwas fischig, und da rümpfen Menschen, die raffinierte Produkte gewohnt sind, schnell die Nase.


    Also ich glaube, ich erwähnte kürzlich den Film "Das Kapital im 21. Jahrhundert". Ein Bestseller als Frankreich, der Film ist in englisch mit deutschen Untertiteln.

    Noch vor wenigen Jahrzehnten war alles ganz anders.


    Hier ein Trailer zum Film:

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    Es gibt noch ein gutes Hörbuch zum Thema: "Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung: Die Krise der heutigen Ökonomie oder Was wir von Smith, Marx und Keynes lernen können" von Ulrike Herrmann. Ich hatte mir das Hörbuch über den Verlag gekauft, ansonsten scheint es über CD erhältlich zu sein.


    Ich sage es mal so, beziehend auf Salz und andere Güter, die es inzwischen zu Genüge gibt: Es gab vor Jahrzehnten die Erkenntnis, dass es noch besser ist, mehr Wohlstand - und mit, Wohlstand eines Landes - zu erschaffen, indem es das Volk - das damals spezialisiert zu Arbeiten begann - zu Kunden macht. Und natürlich auch umliegende Länder. Besser noch als Krieg zu führen (deshalb regen sich Länder ja auf, wenn sie boykottiert werden).


    Weiteres sprengt hier den Rahmen, aber die beiden Bücher (verfilmt oder und vertont), machen viel klar.


    P.S.: Ehrlich gesagt hätte ich gar nicht gedacht, dass Volkswirtschaftskunde mich einmal so interessieren würde, gerade auch historisch. Es macht vieles klar, wie warum es sich so oder so entwickelt hat.

    Und auch, warum manche Strömungen eher leise sind, aber vegane Küchenrohkost besonders beworben wird schon seit Jahren ..


  • Kommt vielleicht auch darauf an, was man als "Not" und / oder "leiden" ansieht. Gibt Angaben, dass weltweit 2,8 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Übergewicht und Fettsucht ins Gras beißen (mit dem letzten Bissen also doch noch zum Veganer). Gibt ja noch weitere / alle Möglichen Statistiken, Untersuchungen / Studien etc., etwa auch, das 11 Mio.Menschen starben 2017 an den Folgen ungesunder Ernährung abgingen. Also mehr Menschen als durch Tabak abdanken. Aber derartige Angaben / Untersuchungen kann / muss man natürlich wohl auch als sehr fragwürdig ansehen. Aber immerhin, auch wenn man die Zahlen als relative Angaben betrachtete bzw. als Anhaltspunkte, könnte man davon ausgehen, dass eben tatsächlich sehr viele Menschen an derartigem sterben, was ja auch schon erstaunlich (oder auch nicht) wäre.


    Quote

    Mir gefallen dazu zwei Filme ganz besonders: "Das letzte Einhorn" und "Chihiros Reise ins Zauberland".

    Kennst du diese beiden Filme? Sie sind Zeichentrickfilme, aber mit besonderen Hintergründen.

    Kenne beide nicht, ersten gerade runtergeladen, zweiter ist dabei geladen zu werden. Ja, ja, es gibt super Zeichentrickfilme, -serien bzw. (heutzutage hersgestellte bezeichnet als) animierte Filme / Animes. Nicht schlechter / weniger "anspruchsvoll" als Realfilme.


    Werde mir die benannten Bücher bzw. deren Informationen in welcher Darstellung auch immer, mal versuchen zu beschaffen / runterzuladen. Danke.

  • an den Folgen von Übergewicht und Fettsucht ins Gras beißen (mit dem letzten Bissen also doch noch zum Veganer).

    Boah, das ist ja makaber. :D

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Aso, wie ungenau die Daten / Statistiken auch sein mögen (könnte mir vorstellen, sehr ungenau, wie wollte man so etwas auch [genau] untersuchen / herausfinden), aber ich gehe davon aus, dass - ob die Zahlen nun (drastisch) nach oben oder unten korrigiert werden müssten - ihre Aussage, dass einfach Menschen an bestimmten - unglaublich anmutenenden Umständen (die muss man sich überhaupt erstmal bewusst machen), vermutlich ja tatsächlich in Millionenhöhen mindestens dahinscheiden (und die Zahl derer, die einfach nur erkranken (deshalb Medikamente mit Nebenwirkungen nehmen etc.) / sich schlecht fühlen / weniger Leistung bringen können etc. durch schlechte / nicht gute Ernährung, wird ja noch viel höher sein) - ist allein schon unglaublich.

  • Kommt vielleicht auch darauf an, was man als "Not" und / oder "leiden" ansieht. Gibt Angaben, dass weltweit 2,8 Millionen Menschen jährlich an den Folgen von Übergewicht und Fettsucht ins Gras beißen (mit dem letzten Bissen also doch noch zum Veganer). Gibt ja noch weitere / alle Möglichen Statistiken, Untersuchungen / Studien etc., etwa auch, das 11 Mio.Menschen starben 2017 an den Folgen ungesunder Ernährung abgingen. Also mehr Menschen als durch Tabak abdanken. Aber derartige Angaben / Untersuchungen kann / muss man natürlich wohl auch als sehr fragwürdig ansehen. Aber immerhin, auch wenn man die Zahlen als relative Angaben betrachtete bzw. als Anhaltspunkte, könnte man davon ausgehen, dass eben tatsächlich sehr viele Menschen an derartigem sterben, was ja auch schon erstaunlich (oder auch nicht) wäre.


    Kenne beide nicht, ersten gerade runtergeladen, zweiter ist dabei geladen zu werden. Ja, ja, es gibt super Zeichentrickfilme, -serien bzw. (heutzutage hersgestellte bezeichnet als) animierte Filme / Animes. Nicht schlechter / weniger "anspruchsvoll" als Realfilme.


    Werde mir die benannten Bücher bzw. deren Informationen in welcher Darstellung auch immer, mal versuchen zu beschaffen / runterzuladen. Danke.

    Ja natürlich kommt es auch darauf an, was man als "Not" und / oder "leiden" ansieht - aber gerade in diesem Hinblick auch die Empfehlung für den Film das Kapital im 21. Jahrhundert.


    Im besten Fall befinden wir uns in einer Neuorientierung/Nivellierungsphase. Aber jedenfalls sind die Zeiten unvergleichlich anders.

    Und so hilfreich der Kapitalismus in vielen Themen auch war und ist, auch hier wird sich zeigen, wie sehr Nivellierungen möglich sind, insbesondere auch global.


    Es scheint viele Menschen zu geben, die davon ausgehen, dass ohnehin alles was es zu kaufen gibt, geprüft ist. Und unbedenklich. Doch viele Tests und Berichte zeigen, dass die Aufmerksamkeit viel mehr erforderlich ist, als wir meist zuerst als Kleinkinder angelernt bekommen haben.


    Etwas, das ich sehr kritisch sehe im Hinblick auf Lebensmittel ist, dass diese meist erst nach intensiven Prozessen im Verkauf bzw. in den Händen/am Teller/unter der Nase landen.


    Das hat alles Vorteile, jedoch birgt es auch viel "Blindheit" dem gegenüber, was es denn dann ist. Wir können vieles nicht mehr wahrnehmen, wenn es einmal erhitzt ist. Aber für die Masse ist eine rohe Ernährung aufgrund der Art der Spezialisierung der Arbeitsbereiche längst nicht mehr möglich. Das heißt, es braucht Kontrollen, Studien und vieles mehr .. nur um zu erkennen, dass es zuviel unbekannte Variablen gibt, um finale Schlüsse zu ziehen. Und jeder Mensch mit seinen Begleitbedingungen "zu" individuell für allgemeine Schlüsse ist. Ergänzung: In Relation wenige Grundannahmen, die inzwischen etabliert sind und sich immer bestätigt hatten, ausgenommen ...

  • Erschreckend finde ich auch, dass wir zwar in Deutschland das weltweite strengste Reinheitsgebot für die Herstellung von Bier besitzen (und uns wohl der Großteil der Erde darum beneidet), wir aber bei Lebensmitteln im Vergleich recht lax mit Zulassungsverfahren und Prüfungen umgehen.

    Denn trotz recht strenger Auflagen was Angaben (auf Verpackungen) und erlaubte Zutaten angeht, wird einem ja schon beim Lesen dieser Listen manchmal regelrecht schlecht.

    Auch Glutamat(als rein chemischer Geschmacksverstärker) ist ja bis heute zugelassen und fast immer mit von der Partie, wenn es um Fertigprodukte und Convenience geht.


    Und dann befinden sich auch immer mal Dinge in Lebensmitteln, die da nun wirklich überhaupt nicht reingehören und die ihre Chance nur durch Unachtsamkeit bei Fertigung und Ernte hatten. Erst wenn das dann irgendwann auffällt und ggf. zu ernsten Problemen geführt hatten, werden diese Produkte vom Markt genommen. Klar, vorher geht es auch nicht.

    Aber es zeigt, dass längst nicht alles "Gesunde" auch wirklich gesund ist, solange es aus Massenproduktionen stammt. Das lässt sich gar nicht restlos verhindern (vor allem bei maschineller Groß-Ernte).

    Was mich aber wirklich erschreckt, ist, was so alles an Zusatz- und Konservierungsstoffen zugelassen ist und verwendet wird.

    Unsere Körper sind da offenbar auch gegen vieles schon resistent geworden, Antibiotika in Lebensmitteln eingeschlossen.

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Ja, erst kürzlich waren viele überrascht, wieso Ethylenoxid (giftig, krebserregend beim Einatmen und eigentlich längst verboten) in einigen sehr gängigen und in der breiten Masse beliebten Convenienceprodukten gefunden wurde. Noch schlimmer, wenn klar ist wieso: Bestimmte darin verwendete Produkte wie Johannisbrotkernmehl oder Sesam.

    Einer Ursachenforschung nach wurden die Johannisbrotkernschoten (aus der Türkei) damit behandelt, bevor sie weiterverarbeitet wurden.


    (...) wurde festgestellt, dass Johannisbrotkernmehl aus der Türkei ebenfalls zu den betroffenen Lebensmitteln gehört. Johannisbrotkernmehl ist ein Lebensmittelzusatzstoff (E 410) und gehört zu den Verdickungsmitteln. Nach dem bisherigen Stand der Ursachenforschung fand hier allerdings keine Entkeimung des Johannisbrotkernmehls mit Ethylenoxid statt. Vielmehr sollen die geernteten Schoten, die die Kerne enthalten, aus denen später das Mehl gewonnen wird, nach der Ernte mit Ethylenoxid behandelt worden sein, um die Ware bis zu ihrer Verarbeitung vor Verderb zu schützen. (...)

  • Und es geht weiter mit zum Beispiel Aufschnitt. Der wird schön (meist rötlich-braun) eingefärbt, damit wir ihn überhaupt kaufen.

    Ernsthaft: Hat mal jemand gesehen, wie der eigentlich nach industrieller Fertigung aussieht?

    Nein? Ich verspreche Euch, den würde niemand mehr anfassen! Das ist eigentlich eine gräuliche Pampe, die aussieht wie schon mal gegessen. Verarbeitet in riesigen Kübeln die aussehen, als würde darin gerade Schweinefutter angerührt....


    Und das fertige Produkt liegt anschließend für 69 Cent beim Discounter im Kühlregal. Drei Meter weiter das gewendete und neu verpackte Hackfleisch, das wieder frisch aussehen soll und eigentlich ebenfalls längst gräulich angelaufen ist.

    Das ist das, was wir in der "zivilisierten Welt" üblicherweise so essen.


    Schuld an dieser Entwicklung sind wir überwiegend selber. Solange erwartet und verlangt wird, dass Milch, Butter, Eier und Aufschnitt billig sein muss, dürfen wir auch keine übermäßige Qualität erwarten. Die Erzeugung wird heute nicht mehr wertgeschätzt und die lokalen Erzeuger wie Landwirte mit einem Hungerlohn (z.B. für Milch) abgespeist. Große Discounter wie Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl & Co) setzen die Lieferanten massiv unter Druck und führen einen Preiskampf an.


    Eigentliche Verursacher aber sind die Verbraucher, die nicht bereit sind, mehr Geld für ihre Ernährung auszugeben. Das sind aber gerade oft die, die den dicken 2,2 Tonnen SUV in der Garage stehen haben, mit dem Mutti die Kinder zur Schule fährt.... und die auch in anderen Bereichen nicht auf den Cent gucken.

    Nur ausgerechnet bei Lebensmitteln wird erstaunlicherweise gespart. Die Händler reagieren mit ihrem Einkauf nur auf dieses Verhalten, um wettbewerbsfähig zu bleiben. .

    Das Resultat ist, dass wir uns im Gegenzug für diese "Sparmaßnahmen" diesen (sorry) "Dreck" reinziehen müssen.


    Warum darf etwas Aufschnitt nicht 2,- Euro kosten - und wir essen ggf. etwas weniger davon? Warum täglich Billigfleisch essen, statt vielleicht nur 1 Mal pro Woche und dafür vernünftiges?

    Stattdessen werden genmanipulierte Tomaten und Gurken mit schöner glänzender (weil chemisch behandelter) Haut für wenige Cent gekauft. Am besten noch alle exakt gleich groß...

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

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