bewusst essen

  • Essen -alleine und ungestört - ist schon eine Art der Meditation. Mein Vater, zum Beispiel, war am Tisch, wenn wir zusammen gegessen haben, regelrecht taubstumm. Man dürfte ihn auf keinen Fall beim Essen Stören. Erstmal essen, dann die Probleme besprechen. Immer so. Volle Konzentration. Vielleicht gerade das hat ihm ein langes Leben beschert?

    Im Dezember wird er 96. Ohne Tabletten und Hilfsmittel. Geht aber nicht mehr aus dem Haus, liegt nur und erzählt, das er sehr sehr schwach geworden ist. Ein Gehstock bis zum Toilette und Küche. Eine Familie betreut ihm; Mahlzeiten 1x am Tag, die Suppe, Brot, mal Milch. Er sagt, er hat keine Appetit. Roh isst er nicht mehr; früher waren Salate schüsselweise und alles mögliches aus dem Garten. Jetzt meint er ,die Suppe und Brot ist schon ok. In kleinen Mengen.

  • Letzte Woche ist mir ein leeres Glas heruntergefallen. Am Tag darauf ist mir ein Volles Glas mit 500g Linsen heruntergefallen (fragt mich nicht wie lange es gedauert hat anschließend die kleinen Linsen von den Glassplittern zu trennen).

    Ein weiterer Tag später habe ich unter meinem offen stehenden Fenster (Altbaufenster) gestaubsaugt und habe mich dabei aufgerichtet und habe das Fenster mit meinem Rücken aus den Angeln ausgehebelt und es flog zu Boden und war kaputt.


    Solche Sachen passieren mir nur wenn irgendwas in meinem Leben falsch läuft. Es sind solche Warnhinweise die auf ein Kurskorrektur hinweisen. Ich bin bei solchen Ereignissen erst mal ein bisschen geschockt, aber sofort schießt es mir in den Kopf wieso dies jetzt passiert ist.


    Ich habe das "Bewusst Essen" ein bisschen schleifen lassen und immer mal wieder dazwischen ein paar Ausnahmen eingebaut.

    Das sollte ich lieber sein lassen wenn ich nicht noch mehr Glas zu Bruch gehen lassen will.

    Die zweite Ursache für die Scherben-Orgie war dass ich nicht konsequent nach Prioritäten gearbeitet habe.

    Vor einem Monat habe ich mir neue Produktivitätskarten gekauft

    https://www.amazon.de/dp/B0CN1…o2ov_dt_b_product_details

    und habe konsequent mit ihnen gearbeitet. Nach 2 Wochen hat sich dann wieder so ein Schlendrian eingeschlichen und ich habe unwichtigere Fun-Aufgaben vorgezogen. Das sollte ich ebenfalls nicht mehr tun um Glas-Orgien oder ähnliche Späße zu vermeiden.


    Gerade eben hat die Fußball EM angefangen mit dem Eröffnungsspiel Almans gegen die Schotten.

    Bei solchen Anlässen esse ich sehr gerne wieder vor dem TV-Gerät. Aber ich schei.... auf den Fußball. Ich gehe jetzt in die Küche, esse in Ruhe zu Abend und zieh mir anschließend die zweite Halbzeit rein. Punkt.

    Für die zerbrochene Scheibe habe ich beim Glaser 80 Euro abgedrückt. Das lasse ich so schnell nicht noch mal zu.

  • Aber man sieht: Deine Scherben haben den Kickern von D Glück gebracht. Sieg und 5 Tore bei einem Auftaktspiel sind für D ja sonst nicht so üblich ;-P

  • Sie haben doch glaube ich so eine Halbzeitpause? Dann kannst du in diese Zeit in die Küche gehen und in ruhe essen. Oder ist die Zeit zu kurz?

    Für das Mittagessen brauche ich schätzungsweise 30 Minuten und für das Abendessen eigentlich immer eine Stunde.


    In dem Buch "Achtsam essen, achtsam leben" schreibt Thich Nhat Hanh über eine Geschichte, die Buddha einmal seinen Jüngern erzählt hatte.


  • Jeshua, der Sohn Gottes und Erlöser wäre dagegen mit Lichtnahrung weiter gelaufen und somit hätte sein Sohn weiter leben können...

    Der Buddhismus ist eben bzgl. des Thema Essen noch rückständiger gewesen, die Mönche sind ja auch ständig bedürftig nach Kochkost und Fasten nie länger...

  • Naja, ich glaube diese Geschichten, egal aus welcher Religion stammend, sollen keine "Superman"-Storys zeigen, sondern Geschichten die zum Nachdenken anregen sollen, die passieren könnten, Dankbarkeit für das eigene (ggf kleine) Glück geben und ggf auch lehrreich sein. Ja, es wäre schön wenn alle mit Lichtnahrung (Elektronen, Quanten?) ihren Stoffwechsel versorgen könnten, welche Lebensform auch immer, welche Zeitrealität und ob dann über Zeit wahrnehmbar ist. Denn Zeit wird - so glaube ich zumindest - über den Stoffwechsel wahrgenommen ...

  • Naja, ich glaube diese Geschichten, egal aus welcher Religion stammend, sollen keine "Superman"-Storys zeigen, sondern Geschichten die zum Nachdenken anregen sollen, die passieren könnten, Dankbarkeit für das eigene (ggf kleine) Glück geben und ggf auch lehrreich sein.

    Danke, genau so sehe ich das auch. Gleichnisse, die eine bestimmte Analogie zur aktuellen Situation oder einer Frage schaffen, Nachdenken über eine Metapher, dankbar sein auch für die kleinen Dinge im Leben, die man hat. :thumbup:
    Auch in dem Bewusstsein, dass solche Gleichnisse nicht "wortwörtlich" verstanden werden wollen und man sie auch nicht auf "Logik" untersuchen sollte.

    Lieben Gruß

    Jörg


    Sollte tatsächlich mal ein Veganer zu Besuch kommen, mähe ich vorher den Rasen, damit er was zu essen hat. ;)

  • Komisch.


    Wenn ich die Geschichte lese, kommt für mich ne total andere Moral/Erklärung am Ende raus, als der letzte Absatz. Nämlich, dass sonst alle 3 gestorben wären, wenn sie den Sohn nicht gegessen hätten. So aber war die Überlebensrate statt 0 gleich 66,6666666666666666667 % UND sie konnten hinterher einen neuen Sohn PLUS weitere Kinder machen.

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